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Kappeln : Langer Schulweg für Flüchtlingskinder

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

„Deutsch als Zweitsprache“: Verbandsvorsteherin macht sich für eigene Klasse an der Gemeinschaftsschule stark.

Im Sommer vor drei Jahren fiel die Entscheidung, die Steruper Heinrich-Andresen-Schule zu einem Zentrum „Deutsch als Zweitsprache“, kurz „DaZ“, auszubauen. Als Begründung führte man damals die „geografisch günstige Lage“ an, die versprach, die Anfahrtswege für die betroffenen Schüler – zu dem Zeitpunkt 52 von Kappeln bis Husby und von Süderbrarup bis Freienwill – aus weiten Teilen der Landschaft Angeln nicht zu lang werden zu lassen. Anlässlich der jüngsten Sitzung des Nahbereichsschulverbandes erneuerte Verbandsvorsteherin Marta Kraft ihren Anspruch, ein solches „DaZ“-Zentrum, oder zumindest eine „DaZ“-Klasse, auch in Kappeln, genauer an der Gemeinschaftsschule, aufbauen zu wollen. Ihre Begründung: „14 unserer Flüchtlingskinder fahren zum DaZ nach Sterup. Dazu müssen sie den Bus um 5.40 Uhr am Zob kriegen. Das ist nicht nur sehr früh, im Herbst und Winter ist es um diese Zeit außerdem noch stockdunkel.“ Sorgen bereitet ihr auch die dadurch erschwerte Integration in Kappeln. „Die Kinder haben ihre Freunde und Schulkameraden in Sterup, wohnen aber in Kappeln – wie sollen sie sich da in ihrem Wohnumfeld integrieren?“, so Kraft. Hinzu kommt: Kinder aus Nordschwansen, die ein „DaZ“ ansteuern, tun das in Richtung Eckernförde, statt den oft kürzeren Weg nach Kappeln antreten zu können.

Kraft hat sich mittlerweile an den Kreis Schleswig-Flensburg gewandt mit der Bitte, ein „DaZ“-Zentrum in Kappeln etablieren zu dürfen. Als Antwort sei der Hinweis erfolgt, die „DaZ“-Arbeit auf Sterup konzentrieren zu wollen. Kraft: „Man denkt nicht daran, in Kappeln ein DaZ-Zentrum einzurichten.“ Ungeachtet dessen sei die Gemeinschaftsschule bereits tätig geworden und habe eine „DaZ“-spezifische Fortbildung für zwei ihrer Lehrkräfte beantragt. Marta Kraft hat derweil einen Brief an Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Britta Ernst geschrieben, um deren Standpunkt abzufragen. Ebenso hat sie die CDU-Landtagsabgeordnete Heike Franzen sowie mit Hilfe des Kappelner SPD-Fraktionsvorsitzenden Rainer Moll die SPD-Landtagsabgeordnete Birte Pauls eingebunden. Kraft: „Es gibt inzwischen wohl ein kleines Einsehen bei der Schulrätin, aber darauf möchte ich mich nicht verlassen. Wir bleiben am Ball.“

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erstellt am 09.Okt.2015 | 07:45 Uhr

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