Schleswig : Landmarkt bleibt auf Schloss Gottorf

Tierisches Vergnügen: Der 15. Gottorfer Landmarkt lockte im vergangenen Mai rund 16  000 Besucher an.
Tierisches Vergnügen: Der 15. Gottorfer Landmarkt lockte im vergangenen Mai rund 16 000 Besucher an.

Eine Konkurrenzveranstaltung auf den Schleswiger Königswiesen wird es nicht geben.

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14. Januar 2015, 12:30 Uhr

Der Gottorfer Landmarkt wird weiterhin dort stattfinden, wo er sich seit 15 Jahren etabliert hat und wo er allein aufgrund seines Namens auch hingehört – auf Schloss Gottorf. Das hat Thorsten Roos, Leiter des zuständigen Fachbereichs 3 in der Kreisverwaltung, gestern gegenüber unserer Zeitung betont. Der Kreis als Träger der Veranstaltung hat bei der zuständigen Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn einen entsprechenden Förderantrag eingereicht. In einer beschränkten Ausschreibung werde man in diesen Tagen drei Dienstleister um ein Angebot für die Ausrichtung des Landmarktes am 17. Mai bitten. Darunter ist auch Michael Reinhardt von der Flensburger Agentur „Concept Bio Cultur“.

Zwischen dem Kreis auf der einen und Reinhardt auf der anderen Seite war es zu einem heftigen Streit um die Zukunft von Norddeutschlands größtem Ökolandmarkt gekommen. Der bisherige Organisator Reinhardt, der den Gottorfer Landmarkt im Jahr 2000 gemeinsam mit dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z), der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen und der Fielmann AG aus der Taufe gehoben hatte, wollte mit den Schlossherren über eine Reduzierung der Miete von bisher 15.000 Euro verhandeln. Hintergrund: Der Bund fördert den Landmarkt ab diesem Jahr nur noch mit 35 statt wie bisher 45 Prozent. Die Veranstaltung schlägt insgesamt mit rund 100.000 Euro zu Buche. Die Stiftung hat Reinhardts Anliegen allerdings zurückgewiesen und will auf die „Nutzungsentschädigung“ nicht verzichten. Schließlich stelle man nicht nur die Infrastruktur, sondern auch das Personal, zum Beispiel an den Kassenhäusern, heißt es.

Reinhardt hatte daraufhin versucht, die Aussteller von der Schlossinsel auf die Königswiesen lotsen. Um auch ohne den Kreis an die notwendigen Fördergelder zu kommen, hatte er sich mit dem im Ostseebad Dierhagen (Mecklenburg-Vorpommern) ansässigen Verein „Landaktiv“ eine andere Trägerorganisation gesucht. In der Zwischenzeit aber hat Bürgermeister Arthur Christiansen Reinhardt mitgeteilt, dass er ihm die Königswiesen nicht zur Verfügung stellen wird. Man wolle keine Konkurrenzveranstaltung zum Landmarkt auf Gottorf.

Dem Vernehmen nach ist Reinhardt nunmehr in den Nachbarstädten Flensburg und Rendsburg auf die Suche nach Orten für die Ausrichtung eines Biomarktes gegangen. Bestätigen wollte er das gestern auf SN-Nachfrage allerdings nicht. Stattdessen beschwert er sich über das Verhalten des Kreises, der seit sechs Jahren Träger der Veranstaltung ist. Von dort habe in den vergangenen Wochen niemand das Gespräch mit ihm gesucht. „Es herrscht eisiges Schweigen.“ Auch habe die Behörde einen Kompromissvorschlag des Vereins „Landaktiv“ abgelehnt, sagte Reinhardt, ohne Einzelheiten zu nennen.

Torsten Roos ist derweil zuversichtlich, dass die Öko-Anbieter Gottorf die Treue halten werden. Er habe entsprechende Signale von den großen Landbauverbänden Bioland und Demeter erhalten. „Wir bieten den Ausstellern mit dem angestammten Platz auf der Schlossinsel die größtmögliche Sicherheit.“ Zugleich kündigte Roos an, der Veranstaltung neue Impulse verleihen zu wollen, um noch mehr Besucher anzulocken. Denkbar sei zum Beispiel eine Kochshow mit einem bekannten Koch auf der Bühne im Innenhof des Schlosses. Details würden dann mit dem ausgewählten Dienstleister besprochen. Wer den Gottorfer Landmarkt in diesem Jahr auf die Beine stellt – das soll in etwa drei Wochen feststehen.

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