Kappeln : „Landarzt-Kneipe“ unter neuer Regie

Das neue Geschäftsführer-Duo: Djevo Mehinagic (li.) und Felix Bremer.
Das neue Geschäftsführer-Duo: Djevo Mehinagic (li.) und Felix Bremer.

Die Schleswiger Gastronomen Felix Bremer und Djevo Mehinagic übernehmen das „Aurora“.

shz.de von
05. Januar 2018, 07:00 Uhr

Kappeln | Nebenan röhrt der Bohrer. Es riecht nach Farbe. Und wer nicht aufpasst, läuft Gefahr, sich in der dünnen Plastikfolie zu verheddern, die über Tischen und Stühlen hängt und bis zum Boden reicht. Im „Aurora“ am Rathausmarkt ist derzeit einiges im Umbruch und noch mehr im Aufbruch. Verantwortlich dafür: Felix Bremer und Djevo Mehinagic. Die beiden Schleswiger sind die neuen Pächter des Traditionshauses, am kommenden Montag ist Eröffnung.

Felix Bremer und Djevo Mehinagic sind keine Neulinge in der Gastronomie. Bremer ist praktisch im elterlichen Betrieb, dem Bistro Marvil in Schleswig, aufgewachsen, und ist gelernter Hotelfachwirt. Mehinagic betreibt seit Jahren das Restaurant „Mühlenbach“ in der Kreisstadt und er sagt: „Ich war schon ewig auf der Suche nach einem weiteren Restaurant.“ Gefunden hat er es in Kappeln – „eigentlich durch Zufall“. Eine echte Verbindung hat keiner der beiden neuen „Aurora“-Geschäftsführer nach Kappeln – noch nicht. Aber sie sind langjährige Freunde, und so fiel die Entscheidung, das „Aurora“ gemeinsam zu übernehmen, schnell.

Welchen Stellenwert das Haus in Kappeln hat, war beiden durchaus bewusst, nicht umsonst trägt das Restaurant im Untertitel den Zusatz „Landarzt-Kneipe“. Felix Bremer sagt: „Und der Stammtisch bleibt natürlich, keine Sorge.“ Gleiches gilt für die umfangreiche „Landarzt“-Bildergalerie an der Wand. Und für den „Landarzt-Teller“ auf der Speisekarte. Ansonsten aber will das Duo für ordentlich frischen Wind sorgen: In der Küche haben schon etliche neue Geräte Platz gefunden, Djevo Mehinagic spricht unter anderem von einem Lavasteingrill. Überhaupt will er die Karte überarbeiten, betont: „Wir wollen ein richtiges Steakhouse sein.“ Und es soll künftig einen Mittagstisch geben.

Komplett erneuert haben die beiden bereits den Sanitärbereich im Untergeschoss, das Treppenhaus ist gestrichen, die Lampen sind getauscht, im Restaurant stehen neue Tische, nach und nach sollen die 22 Hotelzimmer verändert werden, alle werden mit neuen Betten ausgestattet. Felix Bremer sagt: „Ein bisschen war hier schon die Zeit stehen geblieben.“ Gereizt hat ihn das Projekt offenbar dennoch – oder gerade deswegen. „Außerdem ist die Lage top“, sagt der 27-Jährige.

Überhaupt gibt es diesen einen Punkt, der die beiden Unternehmer überzeugt hat. „Im Sommer ist hier viel mehr los als in Schleswig“, sagt Bremer. Die Hafenmeile, der regelmäßige verkaufsoffene Sonntag in der Saison, die Entwicklung im Ostseeresort Olpenitz – Djevo Mehinagic sagt: „Wir hoffen, dass wir von all dem profitieren können.“ Aber sie wollen auch selber etwas bieten – etwa den Rathausmarkt als Veranstaltungsfläche stärker nutzen – für Live-Musik, Weinfest, Beachparty. „Der Platz ist attraktiv“, sagt Mehinagic. „Man muss nur etwas draus machen.“ Wuppen wollen das die Schleswiger mit vier neuen Mitarbeitern, vier weitere haben sie übernommen. Und was auch bleibt, ist der Name. „Aurora“ – nur eben mit einer frischen Duftnote.

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