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Zeitvertreib für Fans : „Landarzt“-Geschichten als Lesestoff

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Matthias Röhe hat in seinem Buch auf rund 100 Seiten Anekdoten und Informationen rund um die ehemalige Fernsehserie gesammelt.

Ein Jahr nachdem die letzten Folgen des „Landarztes“ im Fernsehen gesendet wurden, liegt jetzt ein brandneues Buch über die ZDF-Serie vor. Das vor einer Woche erschienene Buch ist keine kritische Auseinandersetzung mit der Serie, vielmehr ein kleines, durchaus kurzweiliges Kompendium für den „Landarzt“-Fan.

In „Danke Landarzt, 26 Jahre rezeptfreie Unterhaltung“ hat der Journalist Matthias Röhe viel Amüsantes und manchmal auch weniger Interessantes über die 297 Folgen zusammengetragen. Wer weiß schon, wie viele Liebespaare in der Serie zu sehen waren? Antwort: 26. Oder welche TV-Doktoren hatten Gastauftritte beim Landarzt? Antwort: Klausjürgen Wussow (Professor Dr. Klaus Brinkmann aus der „Schwarzwaldklinik“) und Gerhard Lippert (Dr. Thomas Burgner aus „Der Bergdoktor“). Und wohl kaum ein durchschnittlicher Fernsehkonsument dürfte wissen, dass ursprünglich Uschi Glas als Ehefrau des ersten Landarztes Dr. Karsten Mattiesen (Christian Quadflieg) auftreten sollte. Knapp zwei Monate soll sie schon vor der Kamera gestanden haben, als sie die Dreharbeiten wegen einer Schwangerschaft abbrach und Gila von Weitershausen für sie einsprang.


Ursprünglich sollte Uschi Glas die weibliche Hauptrolle spielen


Überhaupt führt das Buch umfangreich auf, welche bekannten Schauspieler auch abseits der Hauptrollen in dieser Serie auftraten, wie zum Beispiel Ursula Monn, Horst Janson, Jan Fedder, Peter Heinrich Brix, Marion Kracht, Ben Becker und Muriel Baumeister. Doch auch Angelika Milster und Mike Krüger waren im „Landarzt“ zu sehen. Mit Björn Engholm und Peter Harry Carstensen hatten sogar zwei Ministerpräsidenten Gastauftritte. Dazu gibt der Autor immer kleine Hinweise auf die jeweilige Rolle der Darsteller.

Bei all den vielen Namen hätte ein Namensregister dem Werk jedoch gut getan, zumal das Buch auf seinem Cover selbst damit wirbt, ein Nachschlagewerk für die Serie zu sein. Wenig übersichtlich wirkt zudem eine 18-seitige Fotostrecke mit teilweise kleinen Bildern ohne jegliche Erläuterung. So wird die eine oder andere Aufnahme zur Rätselaufgabe für den Leser. Recht grob gegliedert ist zudem das Inhaltsverzeichnis, sodass manche Anekdote in dem Buch nicht leicht wiederzufinden ist. Als weitere Schwäche kommen einige nahezu wortgleiche Textpassagen am Anfang und Ende des Werkes hinzu.

Doch hat das Buch auch vieles zu bieten, etwa das Kapitel „Filmkulisse und Drehort: Wo ist Deekelsen?“ Hier stellt Autor Matthias Röhe dem Leser die vielen Schauplätze und ihre Bedeutung in dem Film vor und gibt dazu einige Hintergrundinformationen. Mit dem Autor kann sich der Leser dann auf einen Deekelsen-Rundgang durch Kappeln begegeben. Abwechslungsreich ist auch das große „Landarzt-Abc“ mit Geschichten rund um den Film. Gelungen sind die Kurzporträts der drei Arztrollen sowie der Schauspieler.

In seinen meist vor längerer Zeit geführten Interviews stellt Röhe gute Fragen und erhält auch interessante Antworten. Herrlich etwa das Gespräch, das Röhe mit Gerhard Olschewski, dem Kräuterdoktor Hinnerksen, führte. Auf die Frage, wie er abseits des Film auf den Straßen angesprochen wird, antwortete Olschewski: „Ganz klar: Das ist doch der Hinnerksen! Aber auch nur, wenn ich meine Mütze auf dem Kopf trage. Habe ich keine Mütze auf, werde ich kaum auf der Straße erkannt. Es ist tatsächlich die Mütze, die es ausmacht.“ Allerdings: Das Interview mit dem letzten „Landarzt“-Darsteller Wayne Carpendale ist kein Interview. Hier bekommt der Leser nur die Fragen, nicht aber die Antworten präsentiert. Grund: Eineinhalb Jahre nachdem das Gespräch geführt worden war, sah sich Carpendales Agentur nicht imstande, die Antworten zu autorisieren. Bei der Lektüre wird man den Eindruck nicht los, dass Röhe dies dem Schauspieler nachträgt, wenn er Carpendale auch am Set für geänderte Umgangsformen mit der Presse verantwortlich macht.

Kurzum: Röhe versteht es, auf rund 100 Seiten sein Wissen anschaulich an den Leser beziehungsweise „Landarzt“-Fan zu bringen. Dabei stimmt der überwiegend gelungene Mix aus unterschiedlichen Darstellungsformen: „Landarzt-Abc“, Interviews, Schauspieler-Biografien, Drehorte im Porträt, Fotos. An manchen Stellen allerdings erscheint es, als ob das Buch unter erheblichem Zeitdruck entstanden sei, so etwa bei einem Rechtschreibfehler in der Überschrift oder Satzwiederholungen im Text. Ein lesenswertes Werk – vor allem für „Landarzt“-Fans – ist es allemal und dass nicht alle Fotos farbig sind, stört den guten Gesamteindruck nicht. Als Alternative zu dem DinA5- Format gibt es ein Hochglanzmagazin mit demselben Titel und demselben Inhalt. Hier sind dann auch alle Fotos farbig, das ist dann die Ausgabe für den ganz großen „Landarzt“-Fan.
>„Danke Landarzt“ von Matthias Röhe ist im Verlag Books on Demand erschienen und im Buchhandel für 9,99 Euro erhältlich. Die Ausgabe als E-Book gibt es zurzeit zum Aktionspreis von 2,99 Euro.

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erstellt am 06.Sep.2014 | 08:00 Uhr

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