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Kappeln : „Land vernachlässigt Jugendtourismus“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Nordmark-Geschäftsführer der Jugendherbergen kündigt eine Modernisierung der Kappelner Herberge an.

Die Kappelner Jugendherberge ist in der Saison gut besucht. Doch der Landesverband der Jugendherbergen bemängelt, dass der Jugendtourismus beim Land kaum eine Rolle spielt. Helmut Reichmann, Geschäftsführer des Landesverbands Nordmark der Jugendherbergen, kritisierte gestern in Kappeln, dass Kinder- und Jugendreisen noch keinen Eingang in die neue Tourismus-Strategie des Landes gefunden haben. Seine Haltung begründete Reichmann damit, dass junge Besucher von heute die Gäste von morgen sind. „Das Jugendherbergswerk und andere Akteure des Jugendtourismus sind darauf angewiesen, dass auch der touristische Nachwuchs von Seiten der Verantwortlichen für das Landesmarketing intensiv in den Blick genommen wird“, betonte Reichmann.

Um so mehr freute sich der Geschäftsführer des Landesverbands der Jugendherbergen, dass in dem Kappelner Haus derzeit alle 176 Betten belegt sind. Dazu würden alle Gäste die Atmosphäre im Hause und den freundliche Service der jungen Herbergseltern loben. Und für die Kappelner Jugendherberge brachte Reichmann auch eine positive Botschaft mit. Ab sofort wird in mehreren Abschnitten die notwendige Modernisierung von Zimmern auf den Weg gebracht.

Hausherr Steffen Lorenz gab sich hinsichtlich der Gästezahlen optimistisch. In diesem Jahr seien rund 18.000 Übernachtungen zu erwarten. 47 Zimmer mit 176 Betten stehen für die Aufnahme von Schulklassen, Musikgruppen, Ferienfreizeiten, Familien und Einzelgästen bereit.

Zu den Gästen in der Jugendherberge zählt derzeit auch eine Delegation des Landesjugendrings Schleswig-Holstein. Den Fokus richteten die Besucher der Dachorganisation aller 25 Kreisjugendringe auf ein besonderes Projekt namens „futOUR“ (deutsch: Zukunft), das die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (Hauptsitz in Berlin) gegenwärtig in der Herberge abhält. Wie Anna Dietrich, die Leiterin dieses dreiwöchigen Sommercamps, erläuterte, werden während der Sommerferien an der Schlei 40 Jungen und Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren in vielfältiger Weise gefördert. „Wir befassen uns individuell mit den Achtklässlern, zeigen ihnen ihre eigenen Stärken und legen den Schwerpunkt auf frühzeitige Berufsorientierung.“

Zu diesem Programm, dem zehn Pädagogen ihren Stempel aufdrücken, gehören Mini-Praktika in mittelständischen Kappelner Betrieben, darunter Friseursalons, Werkstätten für Metallbau und sogar Ausflugsschiffe auf der Schlei. Außerdem beschäftigen sich die Teilnehmer, die aus den vier kreisfreien Städten kommen, in spielerischer Form mit handwerklichen Arbeiten. Sie haben unter anderem damit begonnen, das Fundament für einen gemauerten Grill zu verlegen. Das fertige Produkt wird am Ende des Seminars den Herbergsleitern Steffen Lorenz und Kerstin Hesse als „Hausgeschenk“ überlassen.

Christine Bergstedt, verantwortlich für alle Arbeitsgruppen, erläuterte den Wert dieser vom Land und etlichen Stiftungen komplett finanzierten Arbeit: „Die Jugendlichen finden soziale Anerkennung, zeigen ein sicheres Auftreten und werden neu für die letzten Schuljahre motiviert.“ Übrigens: Nach dem Camp in der Schleistadt werden sie alle noch ein Jahr lang an ihren Schulstandorten weiter betreut.

Die Vertreter des Landesjugendrings lobten nach einem Rundgang diese Initiative, die auch eine soziale Komponente hat: Für alle von einer Jury ausgewählten Schüler wird das Camp zum Nulltarif angeboten.

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