Maasholm : Kunst aus dem Netzschuppen

Hoffen auf viele Besucher: die Künstler Guido P. Sommer (v.l.), Renate Laß, Ingo Clausen, Andrea Meyer und Michael Tretbar (v.l.). Auf dem Foto fehlt Katrin Brandt.
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Hoffen auf viele Besucher: die Künstler Guido P. Sommer (v.l.), Renate Laß, Ingo Clausen, Andrea Meyer und Michael Tretbar (v.l.). Auf dem Foto fehlt Katrin Brandt.

Zur vierten Kunstwoche am Hafen von Maasholm werden mehrere Tausend Besucher erwartet.

shz.de von
07. Juni 2014, 12:30 Uhr

Mit der gestern eröffneten, mittlerweile vierten Kunstwoche ist der Reigen der Sommerveranstaltungen in der Schleigemeinde Maasholm eröffnet. Maasholmer Künstler und Kunst-Handwerker – sechs an der Zahl – präsentieren im Netzschuppen am Hafen ihre Öl- und Acrylbilder, Porzellanmalerei und vieles mehr. Rund 3000 Besucher kamen im vergangenen Jahr, und Initiator Guido P. Sommer geht davon aus, dass es dieses Mal nicht weniger sein werden.

Die Kunstwoche – bis Sonntag, 15. Juni, und bis dahin jeden Tag in der Zeit von 13 bis 18 Uhr geöffnet – hat sich etabliert. Der Anfang des Jahres von der Gemeinde renovierte Schuppen, in dem die Fischer einst ihre Netze reparierten, bietet den maritimen Rahmen für die Maasholmer Kunst. Auch wenn einige aus dem ausstellenden Sextett Buten-Maasholmer sind, so schlägt ihr Herz doch für diese Gemeinde. Wer während der Pfingsttage am Fischereihafen flaniert, kann einfach vorbeischauen im Netzschuppen. Das lohnt sich allemal, zumal die Aussteller jederzeit für Gespräche bereitstehen und gerne Einblicke in ihr Schaffen gewähren.

Die Initialzündung für die Kunstwoche, die, so das Lob von Bürgermeister Kay-Uwe Andresen, der Gemeinde gut zu Gesicht stehe, gab Gudio P. Sommer. Als der 75-jährige Handwerksmeister, der der Fotografie und dem Malen mit Acrylfarben frönt und mittlerweile von Maasholm nach Rabel umgezogen ist, einem Freund aus Berlin zeigte, welche Bilder im Laufe der Jahre aus seiner Hand entstanden sind, riet dieser: „Stell das aus!“

Eine gute Idee, befand Sommer, aber er wollte das nicht alleine machen, suchte Mitaussteller. Was Sommer immer wieder fasziniert, ist das Geschehen auf der Schlei. Das hält der gebürtige Rheinländer gern mit der Kamera fest, um es dann daheim mit Pinsel und Farbe auf die Leinwand zu bannen. Ein Beispiel dafür ist eine Szene vor der Lotseninsel. Dort fährt der in Maasholm stationierte Seenotrettungskreuzer „Nis Randers“ durch die wogende See der Schlei hinaus auf die Ostsee.

Zu Sommer gesellte sich als Aussteller der 53-jährige Ingo Clausen, der seit 27 Jahren in Maasholm lebt. Ob Ölbilder oder Aquarelle: Für den selbstständigen Schiffsbauingenieur liegt es auf der Hand, dass es maritime Motive sein müssen.

Das „Küken“ unter den Ausstellern ist die 45-jährige Katrin Brandt. Sie ist Architektin und seit 2006 Pendlerin zwischen Hamburg und Maasholm. Ihre Wochenenden sind für die Schleigemeinde reserviert. Sie ist vertreten mit Landschaftsbildern in Öl. Als Autodidaktin hat sich die 47-jährige Andrea Meyer dem Experimentieren mit Stoff verschrieben. Zwar hatte sie als Schülerin im Fach Handarbeiten eine Fünf. Doch hat sie es längst zu meisterhaftem Können gebracht. Ob Nützliches oder Verspieltes: Ihrer Fantasie sind beim Verarbeiten der Stoffe offenbar keine Grenzen gesetzt.

Die 73-jährige Renate Laß ist gebürtige Maasholmerin. Sie hat ihre Porzellanmalerei peu à peu perfektioniert. Zu ihren Eigenschaften gehört die Neugier auf Neues, gepaart mit Genauigkeit, Feinheit und innerer Ruhe. Der Sechste im Bunde der Aussteller ist der 60-jährige Michael Tretbar. Seit vier Jahren lebt der einstige Realschullehrer in Maasholm-Bad. Er bezeichnet sich als Autodidakt. Für ihn, dessen Collagen schon auf diversen Ausstellungen zu sehen waren, ist es Ehrensache, bei der Kunstwoche mit dabei zu sein, denn längst fühlt er sich als Maasholmer.





>Parallel zur Kunstwoche gibt es heute ab 13 Uhr einen „Tag der offenen Tür“ der Feuerwehr Maasholm. Die Wehr übergibt bei dieser Gelegenheit ihr altes Fahrzeug offiziell an die Brandschützer aus Steinbergholz. Zum Programm gehören: Fahrzeugschau, Vorführungen, Hüpfburg und Spiele mit der Jugendwehr Gelting. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.


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