Eckernförde : Kunst auf Zeit – Zeit für Kunst

Die Sitzung des Bundesartothekenverbandes  begann mit einer kleinen Überraschung für Brigitte Haaf (li.), die aus Friedrichshafen gekommen war und so die weitesten Anreise hinter sich hatte. Bürgervorsteherin Karin Himstedt überreichte ihr einen Gutschein über eine Förde-Rundfahrt. Dahinter: Bundesvorsitzender Johannes Stahl und Gastgeber Norbert Weber (v.li.).
Die Sitzung des Bundesartothekenverbandes begann mit einer kleinen Überraschung für Brigitte Haaf (li.), die aus Friedrichshafen gekommen war und so die weitesten Anreise hinter sich hatte. Bürgervorsteherin Karin Himstedt überreichte ihr einen Gutschein über eine Förde-Rundfahrt. Dahinter: Bundesvorsitzender Johannes Stahl und Gastgeber Norbert Weber (v.li.).

Der Deutsche Artothekenverband tagt derzeit in Eckernförde – und sucht einen neuen Slogan.

shz.de von
09. Mai 2015, 15:00 Uhr

Schon im Jahr 1981 hat Norbert Weber die Artothek in Eckernförde gegründet – und noch immer wissen viele Menschen nichts von ihrer Existenz. Im Reetdachhaus an der Strandpromenade in direkter Nachbarschaft zur Stadthalle können die Eckernförder für kleines Geld Kunst ausleihen, ähnlich wie Literatur in der Bücherei. Der Gedanke dahinter ist einleuchtend: Den Menschen soll Kunst näher gebracht werden. Sie sollen sich in den eigenen vier Wänden mit den Werken auseinandersetzen und sie nicht nur auf Ausstellungen kurz betrachten können.„Ein Bild in einer Ausstellung anzusehen ist so, als würde man ein Buch in einer Bibliothek nur anlesen“, sagt Norbert Weber, der seit gestern Besuch aus ganz Deutschland bei sich hat.

23 Kollegen von Artotheken aus dem ganzen Bundesgebiet tagen seit gestern in Eckernförde, um über drängende Probleme nachzudenken. Denn nicht nur die Artothek in Eckernförde könnte bekannter sein. „Viele wissen immer noch nicht, dass es uns gibt“, sagt zum Beispiel auch die Leiterin der Artothek in Wetzlar, die schon 1992 gegründet wurde. Bei der Sitzung des Deutschen Artothekenverbandes geht es deshalb um Fragen, wie die Positionierung der Marke „Artothek“, die Einführung eines Logos und eines prägnanten Slogans, um sich in der Öffentlichkeit eingängig präsentieren zu können. Dazu referierte die Kreativdirektorin Annette Rust aus Frankfurt.

Ganz nebenbei werden auch noch zwei Jubiläen gefeiert: Seit 25 Jahren besteht der Artothekenverband Schleswig-Holstein unter dem Vorsitz von Norbert Weber. Und vor 15 Jahren wurde der Artothekenverband Deutschland in Eckernförde gegründet – Norbert Weber ist der stellvertretende Vorsitzende.

Begrüßt wurden die Vertreter der Artotheken gestern Nachmittag in Norbert Webers Galerie Nemo von Eckernfördes Bürgervorsteherin Karin Himstedt, die die Ausstellung der elf schleswig-holsteinischen Artotheken in der Ausstellung „Kunst auf Zeit – Zeit für Kunst“ im Kieler Landeshaus hervorhob. „Solche gemeinsamen Aktionen sind wichtig, um diese ganz besondere Form des Kunstgenusses den kunstinteressierten Menschen im wahrsten Sinne des Wortes näher zu bringen – in ihr Zuhause oder in ihr Büro, und ohne dass man ein Vermögen dafür ausgeben muss“, sagte Himstedt.

Den weitesten Weg hatte Brigitte Haaf aus Friedrichshafen am Bodensee von der Artothek im Zeppelinmuseum auf sich genommen. Weil sie ihren Aufenthalt gleich mit einem Urlaub in Eckernförde verband, überreichte ihr Karin Himstedt einen Gutschein für eine kleine Förde-Rundfahrt.

Heute besichtigt die Gruppe die Stadtbilderei in Kiel, die sich als erste Artothek des Landes schon 1978 gründete. Das können sie guten Gewissens machen, denn die wichtigsten Fragen sind mittlerweile geklärt und abgestimmt: So soll künftig bundesweit mit dem Slogan „Kunst auf Zeit – Zeit für Kunst“ für die Artotheken geworben werden.

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