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Vernissage Kunsthaus Hänisch : Künstler-Korrespondenz auf engem Raum

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Eine „deutsch-dänische Begegnung“ verspricht die aktuelle Schau von Katharina Duwe und Mini Blume im Kunsthaus Hänisch.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2014 | 07:30 Uhr

Schon immer wollte das Kunsthaus Hänisch so etwas wie ein Ort des künstlerischen Erlebens sein, eine Anlaufstelle für Menschen mit Neugier auf das Kreative. Mit der aktuellen Ausstellung, die gestern Vormittag vor etwa 50 Gästen eröffnet wurde, kann dieser Anspruch, der schon im Titel „Katharina Duwe und Mini Blume – Eine deutsch-dänische Begegnung“ seinen Ausdruck findet, wohl erneut als geglückt gelten. Wer sich einlässt auf die gleichzeitig so unterschiedlichen wie ähnlichen Bilder der Malerinnen aus Hamburg und Lolland, erlebt genau das: eine künstlerische Begegnung auf höchst originelle Weise, deren Inbegriffe sich formal zwar voneinander abgrenzen, inhaltlich aber immer wieder zusammenfinden.

Die geschickte Anordnung der Bilder ermöglicht dabei ein besonders eindringliches Erlebnis. Zwar beanspruchen sowohl Duwe als auch Blume im Erdgeschoss jeweils einen Raum für sich, in den übrigen Räumen aber teilen sie sich die Wände – und erhalten so die Möglichkeit, gemeinsam ganze Geschichten zu erzählen. Dr. Christina Kohla, künstlerische Leiterin des Kunsthauses, erklärte diesen Ansatz so: „Die beiden Malerinnen verbindet ein sehr ähnlicher künstlerische Grundgedanke, nämlich: Wie wirkt sich unsere unmittelbare Umgebung auf unser Leben und unsere Betrachtung aus?“ Kohla nannte diese Herangehensweise ein „intensives Hineintauchen ins Leben“.

Katharina Duwes Bilder leben von Licht- und Schattenspielen in der Großstadt, von teils grell-intensiven Punkten, die ihrem Werk etwas Temporeiches, Lautes verleihen. Kohla sagte dazu: „Diese visuellen Reize sind ganz körperlich zu fühlen.“ Und tatsächlich springt dem Betrachter so etwas wie eine kraftvolle, aber keineswegs aggressive Dynamik entgegen. Anders Mini Blume: Bei der Dänin überwiegen das Zarte, das vereinzelt Hingehauchte und ein sehr reduzierter Einsatz von Farben. Ihre Spielwiese ist die Natur, die Landschaft – auch deshalb attestierte ihr Kohla: „Leben und Kunst sind für Mini Blume aufs Engste miteinander verbunden.“ Und doch ist eben diese Auseinandersetzung mit dem Menschen in seinen alltäglichen Situationen das verknüpfende Element der beiden Künstlerinnen. Kohla: „Zwei Welten treffen hier aufeinander und machen die besondere Magie dieser Ausstellung aus, denn sie regen sich gegenseitig an.“ Deutliches Beispiel dafür sind die gemeinsam arrangierten Werke im Erdgeschoss: Katharina Duwes Menschen beim Winterspaziergang, beobachtet von einem Betrachter, der durch dunkle Äste hindurch blickt, stehen Mini Blumes symbolhaftem Einsatz der Zweige, die mit dem Kopf eines Menschen verbunden sind, gegenüber. Katharina Duwe selbst sagte dazu: „Als ich dieses Bild von Mini Blume sah, habe ich mich daran erinnert, dass ich auch mal Landschaftsaufnahmen gemacht habe. Jetzt war eine gute Möglichkeit, diese als Vorlage zu nutzen.“ Beide Künstlerinnen empfinden die erste gemeinsame Schau als „gute Korrespondenz“ und „gegenseitige Inspiration“. „Minis Bilder sind die innerlich leisen, meine sind nach außen hin lauter“, sagte Duwe. Blume ergänzte: „Katharinas Bilder sind so voller Details, ich wollte dem etwas Schlichtes entgegen setzen.“

Zu Beginn der Ausstellungseröffnung hatte Dr. Matthias Schartl, Leiter der Kulturstiftung Schleswig-Flensburg, die die aktuelle Ausstellung im Kunsthaus mit gefördert hat, die „vielschichtigen kulturellen Freiräume“ in der Region gelobt. „Unser Kulturleben blüht mehr im Kleinen und Feinen“, sagte Schartl auch mit Blick auf das Hänisch-Haus, das mit der Duwe-Blume-Schau dazu beitrage, die deutsch-dänische Kooperation, die auch der Kreis als Schwerpunkt erkoren hat, zu vertiefen.

Der Vorsitzende des Kunsthaus-Vereins, Uli Schütt, hatte in seinen einleitenden Worten die Gelegenheit genutzt, Christina Kohla zu verabschieden. Die gestrige Vernissage war Kohlas letzte als künstlerische Leiterin des Hauses. Schütt sagte dazu: „Das Kunsthaus hat seine Position auch durch Christina Kohlas Hilfe erreicht. Ihre Kraft werden wir vermissen.“ Kohla selber bedankte sich ihrerseits bei den ehrenamtlichen Helfern und „allen, die dieses Haus stark gemacht haben“. Sie erklärte, noch keine konkrete neue Beschäftigung in Aussicht zu haben und zeigte sich dankbar „für das Abenteuer Kunsthaus, das es wirklich war“.


> Die Ausstellung „Eine deutsch-dänische Begegnung“ ist bis zum 7. Dezember, mittwochs bis sonntags, 11 bis
17 Uhr, zu sehen.

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