Kritik an Windpark: Zu nah und zu hoch

Bisher keine Einigung zwischen Gegnern und Befürwortern einer Anlage mit vier Rotoren in Schnarup / Gemeindevertretung sucht nach Lösung

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20. September 2011, 07:24 Uhr

Schnarup-Thumby | Ein Thema beherrschte die mit 50 Einwohnern gut besuchte Gemeindevertretersitzung von Schnarup-Thumby: der geplante Repowering-Windpark und das weitere Vorgehen in dieser Angelegenheit.

Bürgermeister Martin Thomsen fasste die Ergebnisse von zwei Gesprächsrunden zwischen Windpark-Betreibern und Gegnern der Riesenanlagen zusammen: "Es hat keinen Kompromiss zwischen den Parteien gegeben." Die Betreiber hätten die Anzahl der Anlagen von fünf auf vier reduziert, zugesichert, dass die Gewerbesteuer zu 100 Prozent in die Gemeinde fließt, Minimalabstände von 400 auf 650 Meter vergrößert und eine Bürgerbeteiligung von 20 Prozent in Aussicht gestellt. Zusätzlich wollten die Investoren während der Laufzeit der Anlagen die freiwilligen Leistungen der Gemeinde übernehmen, etwa die Zuwendungen an Vereine und Verbände. Die geforderte Begrenzung der Anlagenhöhe auf 100 Meter wurde indes abgelehnt, da dann die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben sei.

Seitens der Bürgerinitiative wurden die Angaben zur Höhe der Gewerbesteuereinnahmen angezweifelt und insbesondere das Angebot der Übernahme freiwilliger Leistungen als unseriös erachtet. Stattdessen wurde der Pilotcharakter des Windparks herausgestellt: "Mir ist keine Anlage dieser Höhe in der Bundesrepublik bekannt, die so nahe an einer Wohnbebauung liegt", meinte Frauke Thiele, Sprecherin der Initiative. "Wir zahlen das Lehrgeld, haben die Anlagen dann mindestens 20 Jahre hier stehen, während andere Gemeinden die Ergebnisse sehen und davon Abstand nehmen können", fiel Pastor Christoph Tischmeyer auf, der dann die Frage stellte: "Wie viel ist eine Dorfgemeinschaft in Euro Wert, wenn man sie gegen zukünftige Unruhe in der Gemeinde aufrechnet ?"

Gemeindevertreter Ulrich Barkholz wehrte sich gegen die Unterstellung, dass die Mandatsträger dem Dorf die Anlage aufdrücken wollten. "Wir sind noch im Prozess der Entscheidungsfindung", sagte er. Und Bürgermeister Thomsen bestätigte, dass man dieses Thema unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutieren, dann aber die Öffentlichkeit über jeden Schritt informieren wolle.

Weiteres in Kürze:

Durch den Satzungsbeschluss des Bebauungsplans Nummer zwei kann ein Milchfuhrunternehmen eine Halle für seine Lkw bauen.

Die Gemeinde beteiligt sich an der amtsweiten Erstellung eines Energiesparkonzeptes für die Straßenbeleuchtung.

Der stellvertretende Bürgermeister Volker Ohlsen berichtete über den Stufenplan zum Fusionsprozess im Amt Mittelangeln. Inklusive Öffentlichkeitsbeteiligung soll dieser im April kommenden Jahres entscheidungsreif sein.

Der für die Breitbandversorgung notwendige Sendemast in Winderatt wurde errichtet. Zu diesem Thema soll es auch noch eine Informationsveranstaltung geben.

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