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Schlei-Bote

11. Dezember 2017 | 16:26 Uhr

Kritik am Rückzug aus Erfde

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Geplante Filial-Schließungen der Nord-Ostsee-Sparkasse sorgen für Unmut

von
erstellt am 20.Mai.2014 | 11:23 Uhr

Für die Versorgung im ländlichen Raum bedeutet die Entscheidung einen tiefen Einschnitt: Die Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa) hat angekündigt, ihr Filialnetz auszudünnen. In den Kreisen Schleswig-Flensburg und Nordfriesland sowie der Stadt Flensburg werden elf Standorte geschlossen. 19 weitere Geschäftsstellen werden in sogenannte Selbstbedienungs-Filialen umgewandelt, wo lediglich noch Automaten für Bankgeschäfte zur Verfügung stehen. Dazu gehört auch die Gemeinde Erfde.

Erfdes Bürgermeister Thomas Klömmer ist entsetzt: „Für uns ist das eine mittelschwere Katastrophe.“ Die nächsten Filialen der Nord-Ostsee-Sparkasse mit Beratung für den Raum Stapelholm seien nun in Kropp und Friedrichstadt – jeweils rund 20 Kilometer entfernt. „Das lehnen wir natürlich ab. Aber wir haben es leider nicht in der Hand, etwas daran zu ändern“, sagte Klömmer.

Mit einer Neuorganisierung ihres Privatkundengeschäfts reagiert die Nospa auf das veränderte Nutzerverhalten. Etwa jeder zweite der rund 200 000 Nospa-Kunden wickele seine Bankgeschäfte bereits übers Internet ab, erläuterte der Vorstandsvorsitzende Thomas Menke. Einige Filialen würden kaum noch aufgesucht.

Empört reagierten auch Politiker des Kreistags Schleswig-Flensburg auf die Pläne der Nospa. In einer Sitzung des Regionalentwicklungsausschusses verabschiedeten sie bei nur einer Enthaltung eine Resolution, in der die Verantwortungsträger aufgefordert werden, den Beschluss auszusetzen und mit der Politik in einen Dialog einzutreten. Die beabsichtigte Umstrukturierung laufe allen Bemühungen zur regionalen Daseinsvorsorge zuwider und schwäche den ländlichen Raum, heißt es weiter. Hauptausschussvorsitzender Thomas Klömmer (CDU): „Da ist ein Zahlenmensch am Werke gewesen und mit der Sense übers Land gegangen.“

Kritik geäußert wurde indes auch an den eigenen entsandten Vertretern in den Gremien der Nospa. Sie seien zwar zur Verschwiegenheit verpflichtet, es wäre aber ihre Aufgabe gewesen, dafür zu sorgen, dass die Politiker der Anteilseigner – also Kreise und Städte – im Vorfeld an der Entscheidung beteiligt werden, hieß es.

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