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Schlei-Bote

24. September 2017 | 10:54 Uhr

Kritik am Kahlschlag in Neukappeln

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Im Bauausschuss verurteilen die kleinen Fraktionen das Vorgehen des Eigentümers besonders scharf

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2014 | 11:02 Uhr

Der Kahlschlag auf dem früheren Gelände der Kleingartenanlage Neukappeln mit herausgerissenen Hecken und abgesägten Bäumen ist jetzt noch einmal im Bauausschuss diskutiert worden. Dabei wurde von verschiedenen Seiten offen Kritik an dem Vorgehen des Grundstückseigentümers laut.

LWG-Fraktionsvorsitzender Michael Arendt sprach von einem erheblichen Eingriff in die Fläche. „Wir müssen befürchten, dass die Stadt durch solch eine Aktion unter Handlungsdruck gesetzt werden soll. Doch wir dürfen uns nicht unter Druck setzen lassen.“ Hintergrund der Aktion ist, dass der Grundstückseigentümer den Pachtvertrag mit dem Kleingartenverein außerordentlich gekündigt hat und die als Dauerkleingartengelände deklarierte Fläche umwidmen lassen will. Aus diesem Grund hatte der Besitzer bereits im Oktober vergangenen Jahres die CDU-Fraktion aufgesucht.

Bauausschussvorsitzender Volker Ramge (CDU) hatte in seiner anfangs abgebenen Erklärung darauf verwiesen, dass die Räumung des Geländes durch den Verein selbst erfolgt sei. Auf dem Grundstück seien aber noch etwa fünf Gartenfreunde, die einen direkten Vertrag mit dem Inhaber hätten. „Nach meiner Kenntnis will der Eigentümer künftig dort keine Kleingartenanlage haben, ich weiß aber nichts über die künftige Nutzung. Die Stadt hat deswegen eine Erklärung gefordert“, sagte Ramge.

Arendt folgerte daraus, dass der derzeitige Zustand länger andauern könnte, und verwies auf den Sicherheitsaspekt. „Halb abgerissene Gartenlauben, Stacheldraht Dorngestrüpp und spielende Kinder auf dem Gelände, wenn das länger andauert, müssen wir ein Auge darauf haben.“

Axel Langkowski (CDU) teilte den Eindruck, dass die Fläche jetzt schäbig aussieht, doch könne der Eigentümer dort machen, was er wolle. Bereits Volker Ramge hatte in seiner Erklärung darauf verwiesen, dass die Aktion nach Ansicht von Stadt und Kreis rechtmäßig sei.

Norbert Dick (Grüne) kritisierte dennoch das Vorgehen des Eigentümers. „Man muss sich schon wundern, dass er – bevor er eine Ahnung hat, was da passieren soll, tabula rasa macht.“

Christian Andresen (SSW) meinte dazu: „Was da gemacht wurde, ist Tatsachen zu schaffen.“ Als Politiker fühle er sich genötigt dem späteren Vorhaben zuzustimmen, um der Stadt dort wieder ein Gesicht zu verschaffen. Dass der Eigentümer die Lauben beseitigt habe, störe ihn nicht so sehr, wohl aber, dass die alten Baumbestände gekappt wurden. „Der grüne Gürtel dort war schön“, sagte Andresen, der sich hier auch mehr Aktivitäten durch die Naturschutzverbände gewünscht hätte. Sein Parteifreund Harald Stührwold ergänzte, dass Touristen beim Einfahren in die Stadt durch den augenblicklichen Anblick vergrault würden.

Thorsten Schacht (SPD) sagte, dass bei einem dortigen Bauvorhaben die Zuweisung problematisch sei. Bürgermeister Heiko Traulsen stimmte dem zu. Eine Erschließung über die B 199 sei schwierig und über die Todtsche Koppel sei mit Widerstand der Anwohner zu rechnen. Corinna Graunke (CDU) warf ein, dass man sich noch keine Gedanken über die Zuwegung machen müsse, solange es noch keine konkrete Planung gebe. Volker Ramge versuchte die Gemüter zu besänftigen. „Nach meiner Kenntnis können wir ausschließen, dass das Gelände wieder für Kleingartenzwecke genutzt wird, doch sollten wir uns mit und nicht gegen den Inhaber eine neue Nutzung überlegen. Und wer sich daran beteiligen will, ist herzlich eingeladen.“

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