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Kreuzung in Kappeln : Kreisel soll mehr Sicherheit bringen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Politik bringt den Bau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Wassermühlenstraße / B 199 voran.

shz.de von
erstellt am 07.Mär.2015 | 08:00 Uhr

Für die Kappelner Polizei zählt die Kreuzung der Bundesstraße 199 mit der Wassermühlenstraße zu den unfallträchtigsten Stellen im Stadtgebiet. Auch deshalb kommt der Grundsatzbeschluss, den der Ausschuss für Umwelt und Verkehr in dieser Woche gefällt hat, den Beamten entgegen – denn er soll Menschenleben schützen. Das Gremium hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, an dieser Kreuzung einen Verkehrskreisel zu errichten. Der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr kann die Angelegenheit nun vorantreiben, um im nächsten Jahr mit dem Bau zu beginnen.

Stellvertretend für die Bauverwaltung stellte Ulrich Bendlin die Pläne, die auf Initiative der Stadt und hier offenbar insbesondere seitens des Bürgermeisters forciert wurden, den Ausschussmitgliedern vor. Demnach habe man in den vergangenen Sommermonaten die Verkehrsströme analysiert und auf das „nicht zu unterschätzende Gefährdungspotenzial“ für Verkehrsteilnehmer hingewiesen – mit Erfolg. „Der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr hat die Notwendigkeit eines Verkehrskreisels an dieser Stelle anerkannt“, sagte Bendlin. Zum aktuellen Zeitpunkt liege zwar nur eine Grobplanung vor, die auch noch keine konkrete Kostenkalkulation zulasse. Trotzdem avisierte Bendlin einen Baubeginn im Jahr 2016 und eine Bauzeit von drei Monaten. Erleichtert wird dieser Umstand dadurch, dass die Eigentümer der teils privaten Grundstücksflächen, die für den Bau des Kreisels benötigt werden, bereits ihre Zustimmung angekündigt hätten.

Philipp Schmitt (CDU) tat sich ein wenig schwer damit, dem Grundsatzbeschluss zuzustimmen, ohne die Kosten zu kennen. Er wollte daher wissen: „Wenn sich später herausstellt, dass die Sache für uns zu teuer wird – können wir dann noch zurücktreten?“ Weil ein Grundsatzbeschluss nach den Worten Bendlins noch keine rechtlichen Verpflichtungen beinhaltet, könnte die Stadt tatsächlich „immer noch einen Rückzieher machen“. Vielmehr sei dieser Beschluss dazu da, eine grundsätzliche Bereitschaft zu signalisieren und so den Landesbetrieb zur weiteren Planung zu animieren. Ohnehin hält sich der Anteil, den die Stadt für die Baukosten aufbringen muss, offenbar in Grenzen. Nach den Ausführungen des Bürgermeisters fließen weniger als zehn Prozent des Verkehrs an dieser Stelle in Richtung Wassermühlenholz, etwas mehr als 25 Prozent in Richtung Innenstadt, der Rest bleibt auf der Bundesstraße. Die Kostenteilung richtet sich in etwa nach diesen Zahlen. Bürgermeister Heiko Traulsen: „Der städtische Eigenanteil dürfte also erträglich sein.“

Der Verkehrskreisel wird einen Durchmesser von etwa 55 Metern im äußeren und 32 Metern im inneren Zirkel haben, sein Sandbeker Pendant ist deutlich kleiner. Auf beiden Seiten sollen Fußgänger und Radfahrer die Chance erhalten, die Bundesstraße gefahrlos zu überqueren, Autofahrer müssen dann anhalten. Zudem wird das Buswartehäuschen auf der Seite des Autohauses etwa 100 bis 150 Meter weiter in Richtung Flensburg versetzt.

Anstelle des Kreisverkehrs hat die Stadt nach den Worten Traulsens auch mit dem Gedanken gespielt, an gleicher Stelle eine Ampelanlage zu installieren. Davon sei man aber wieder abgekommen, um die Dynamik des Straßenverkehrs nicht zu gefährden. Traulsen: „Bei einer Ampel gerät der Verkehr immer ins Stocken. Bei einem Kreisel fließt er unentwegt weiter.“ Die Polizei baut derweil auf den Effekt, den ein Kreisel im Hinblick auf die Geschwindigkeit ganz automatisch haben wird: Wer sich dem Kreisverkehr nähert, muss bereits das Tempo drosseln, wer wieder hinausfährt, wird eine Zeit brauchen, ehe er wieder Geschwindigkeit aufbauen kann. „So beruhigt sich der Verkehr ganz von allein“, heißt es aus dem Polizeirevier. Kein Wunder also, dass der Ausschussvorsitzende Michael-Sven Schattka (Grüne) das Vorhaben am Ende so zusammenfasste: „Der Kreisel ist gleich ein mehrfacher Gewinn.“

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