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Ärztliche Hilfe : Kostbare Fracht aus Süderbrarup

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Ärzte Uwe Pönninghaus und Herbert Hofstetter spenden ein Röntgengerät an ein Krankenhaus in Togo.

von
erstellt am 08.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Babykleidung, Milchpulver, Nudelpackungen, Windeln, Spielzeug, Duschgel und Kuscheltiere: Im Arbeitszimmer von Andy Vierk stapeln sich Kartons und Plastiksäcke. „Das ist aber keine Unordnung“, erklärt der Rendsburger. „Das sind alles Spenden.“ Seit über einem Jahr organisiert der Helfer mit seinem Freund Kama Tcheou regelmäßig Lieferungen mit Kinderbedarf für ein Waisenhaus in Afrika. Stolz sind die beiden auf ihren jüngsten, bisher größten Erfolg. Sie verschifften ein Röntgengerät, das nun den Ärzten in einem Krankenhaus der Stadt Bassar im Norden Togos die Arbeit erleichtert.

„Das Röntgengerät war eine Spende von meinem Hausarzt Dr. Uwe Pönninghaus, der mit seinem Kollegen Dr. Herbert Hofstetter eine Gemeinschaftspraxis in Süderbrarup führt.“ Die Mediziner hatten ihre Praxis neu ausgestattet und Andy Vierk gefragt, ob er das ausgediente Röntgengerät für seine Afrika-Hilfe haben wolle. „Ich habe sofort zugesagt“, erinnert sich der Rendsburger. Zwar habe er damals noch nichts von den logistischen Herausforderungen geahnt. „Aber die Dankbarkeit, die uns jetzt aus Bassar erreicht hat, entschädigt uns für alles.“

Vierk gesteht aber auch: „Die Organisation des Transports war eine Herausforderung.“ Planung und Ausführung dauerten mehrere Monate. Denn das medizinische Gerät musste nicht nur von Deutschland nach Westafrika, sondern auch noch innerhalb von Togo weiter an die richtige Adresse gebracht werden. „Zuvor haben wir lange überlegt, wer das Röntgengerät erhalten soll.“ Im Waisenhaus gab es nämlich keinen Bedarf für diese Spende. Doch dank der Familienmitglieder von Kama Tcheou und sogar Regierungspolitikern in Togo wurde das wertvolle Geschenk am Ende unversehrt an das Krankenhaus in Bassar im Norden des Landes übergeben. „Zur Ankunft der schweren Fracht gab es ein großes Fest“, schildert Andy Vierk die Freude bei den Ärzten, Patienten und Freunden. Auch die beiden Rendsburger Spendensammler sind froh über den erfolgreichen Abschluss der Aktion.

Künftig allerdings wollen sich die beiden Freunde wieder auf das Waisenheim Saint Claire in der togolesischen Hauptstadt Lomé konzentrieren. Die Einrichtung, die von katholischen Nonnen geführt wird, finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Rund 40 Kinder im Alter von zwei Monaten bis fünf Jahren werden betreut. „Es sind alles Findelkinder“, erzählt Kama Tcheou, selbst Vater von zwei Töchtern, der seit 22 Jahren in Deutschland lebt. Er hatte das Waisenhaus bei einem Besuch seiner Familie in Togo kennen gelernt. „Wir müssen etwas tun“, hatte er nach seiner Rückkehr zu Andy Vierk gesagt und war bei seinem Freund auf offene Ohren gestoßen.

Die nächsten Pakete für den Überseecontainer werden derzeit gepackt. Im Gegensatz zu dem gewichtigen Röntgengerät sind die Geschenke dieses Mal aber federleicht. Denn die Rendsburger haben unter anderem von dem Kieler Verein „Herzkissen“ 113 selbst genähte, weiche Engelfiguren zum Kuscheln bekommen. Andy und Kama freuen sich: „Nun bekommen alle Kinder ihren eigenen Schutzengel.“

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