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Kappeln : Koslowski-Halle wird zur Groß-Baustelle

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

In der Koslowski-Halle sind die Arbeiten, die ihren Erhalt als Veranstaltungsraum sichern sollen, in vollem Gange – obwohl bislang nur eine mündliche Genehmigung seitens des Kreises vorliegt.

In den Händen hat Rainer Koslowski immer noch nichts. Kein Schreiben des Kreises Schleswig-Flensburg, das ihm schwarz auf weiß bestätigt, dass seine Veranstaltungshalle eben das bleiben darf. Dabei hat er selber auf etlichen Seiten penibel aufgeführt, was er zu tun bereit ist, um sämtlichen, noch offenen Auflagen genüge zu tun. Es geht – das ist hinlänglich bekannt – in erster Linie um Schall- und Brandschutz. Und auch wenn der Kreis auf seine endgültige Entscheidung noch warten lässt, hat Rainer Koslowski schon einmal damit begonnen, seinen Teil der Abmachung zu erfüllen.

Erste sichtbare Veränderung: der Windfang. Eine üppige hölzerne Wand hat Rainer Koslowski eingezogen, auf diese Weise einen Vorraum geschaffen, der durch eine zweite Tür vom eigentlichen Veranstaltungssaal getrennt ist. In diesem Empfangsraum soll künftig die Kasse stehen, außerdem können Besucher von dort zunächst direkt zur Garderobe gelangen, ehe sie den Saal betreten. Das Entscheidende aber ist die zusätzliche Pufferzone. „Eine Tür wird immer geschlossen sein“, kündigt Koslowski an. Keine Chance also für Gelächter, Musik oder Stimmengewirr, die Halle über den Haupteingang zu verlassen.

Weiterer – inzwischen ehemaliger – Schwachpunkt: die Fenster, teilweise fast bodentief. 18 Scheiben hat Koslowski austauschen lassen, die größten waren 36 Millimeter dick, 3,40 Meter hoch und 170 Kilogramm schwer. Diese Ungetüme in einem Stück in Position zu bringen, erforderte einiges an Geschick und Vorarbeit. Ein Angelner Unternehmen ist mit sechs Mann angereist. Gemeinsam haben sie jede einzelne Glasscheibe zunächst flach, getragen von zwei dicken Balken, auf vier Rollbrettern festgeschnürt, an die richtige Stelle geschoben und dann mit einem selbst gebauten Flaschenzug wieder aufgerichtet. Ein 170 Kilogramm schwerer Balanceakt. Auch die Rahmen hat Rainer Koslowski bereits erneuert, nur die Bleigitter an der Außenseite der Fenster werden nicht angerührt. „Wir wollen der Charakter der Halle auf jeden Fall erhalten“, sagt der Betreiber. Weiter nach unten sinken dagegen – auch dank der neuen Scheiben – die Dezibelwerte, die aus der Halle strömen. Koslowski verspricht: „Wir erfüllen die Auflagen für die Nutzungsänderung und machen sogar noch ein bisschen mehr.“ Und außerdem: „Wir können ja jetzt gar nicht mehr zurück.“ Die nächsten Schritte heißen: Dach aufreißen und Brandschutzklappen einsetzen.

Die Stadtvertretung hat derweil in ihrer Dezember-Sitzung ihren Teil dazu beigetragen, der Koslowski-Halle den Neustart zu erleichtern. Dass dahinter auch ein Eigeninteresse steht (die Stadt hält unter anderem die Eröffnung der Heringstage oder die Verleihung des Niederdeutschen Literaturpreises dort ab), bestreitet niemand. Weil Rainer Koslowski 25 Stellplätze vorhalten muss, dies aber aus Schallschutzgründen nicht auf seinem Grundstück tun kann, stellt die Stadt auf der Betriebsfläche des städtischen Eigenbetriebs Hafenbetrieb und Wasserwerk die erforderliche Fläche zur Verfügung. Auf einem Areal von zirka 60 Metern Länge und fünf Metern Tiefe sollen Gäste der Koslowski-Halle an Veranstaltungstagen ab 18 Uhr parken können. Für maximal fünf Sonderveranstaltungen im Jahr steht ihnen eine ganztägige Parkmöglichkeit zu. Positiver Nebeneffekt für die Stadt: Abgesehen von diesen fünf jährlichen Ausnahmen werden die 25 Parkplätze täglich von 9 bis 18 Uhr bewirtschaftet. Der Büroleitende Beamte Jörg Exner, gleichzeitig verantwortlich für die städtischen Eigenbetriebe, formulierte es damals so: „Wir generieren Mehreinnahmen, die das Minus des Hafenbetriebes reduzieren und erhalten die Koslowski-Halle am Leben.“

Und auch wenn Rainer Koslowski und seine Ehefrau Gisela weiter auf das alles besiegelnde Schriftstück warten, trägt sie eine durchweg gute Grundstimmung. „Gerade den Menschen, die im Sommer die Unterschriftenaktion für die Halle gestartet haben, fühlen wir uns verpflichtet“, sagt Gisela Koslowski. „Das hat unheimlich viel für den Zusammenhalt in Kappeln getan.“ Und zurück können – und wollen – sie ja ohnehin nicht mehr.

 

> Die Koslowski-Halle bleibt weiterhin wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Erster öffentlicher Termin im neuen Jahr ist die Eröffnung der Figurentheater-Tage am 7. März.

 

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erstellt am 11.Jan.2014 | 08:00 Uhr

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