Umweltprojekt „Klima Sail“ : Klimawandel auf der Lotseninsel

Bischof Gothart Magaard hob den Stellenwert von „KlimaSail“ hervor.
1 von 2
Bischof Gothart Magaard hob den Stellenwert von „KlimaSail“ hervor.

Beim Umweltprojekt „KlimaSail“ machte Bischof Gothart Magaard auf die Gefährdung der Menschenrechte durch den Klimawandel aufmerksam.

Avatar_shz von
13. Juli 2014, 14:02 Uhr

Das Jugendbildungs-Projekt „KlimaSail 2014“ der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland legt in diesem Sommer fünf Arbeitstage auf der Lotseninsel Schleimünde ein. Gestern war Sommerfest. Den Fokus richteten die 13- bis 19-jährigen Jugendliche aus der Nordkirche und aus Indien auf die gefährlichen Auswirkungen des weltweiten Klimawandels. Im Einzelnen dabei waren in voller Aktion drei KlimaSail-Gruppen – insgesamt 45 Jungen und Mädchen: Sie stammen aus Süderlügum, Pasewalk und dem indischen Bundesstaat Orissa, mit dem die Nordkirche eine Partnerschaft unterhält. In den nächsten Wochen werden nacheinander acht weitere deutsche Gruppen auf die Kappelner Exklave kommen.

Mit im Einsatz haben sie ein mobiles Meereslabor: Anhand von Wasserproben erforschen die Teilnehmer, inwieweit sich der schleichende Klimawandel bereits im Meer und an der Küste bemerkbar gemacht hat. Zudem gehen sie auf die Suche nach dem sogenannten „ökologischen Fußabdruck“, der die Auswirkungen des menschlichen Lebensstils auf die Menschen in den ärmeren Regionen der Welt erkennbar machen soll.

Dass ihm dieses Umweltprojekt eine Herzensangelegenheit sei, unterstrich am Sonntag der Schleswiger Bischof Gothart Magaard an der Schleimündung. Im Rahmen eines Open-Air-Gottesdienstes rief er dazu auf, „für eine klimagerechte Welt die Anker zu lichten“. Der Treibhauseffekt treffe am härtesten die ohnehin Armen innerhalb der Weltgesellschaft, obwohl sie nichts oder nur wenig zu dem bedauerlichen Zustand beigetragen hätten. Es gehe nicht nur um gesundheitliche Aspekte: „Menschenwürde und Menschenrechte heutiger und künftiger Generationen werden durch den Klimawandel massiv gefährdet“, erklärte der Bischof.

In einem Gespräch mit unserer Zeitung sprach Gothart Magaard „von einem großen Erlebnis“ für die Jugendlichen, die nicht nur über das Gefährdungspotenzial durch den Klimawandel redeten, sondern zu praktischem Tun angeleitet würden. „Sie sind künftige Multiplikatoren, die unsere Ideen in der jungen Generation weitertragen“, ergänzte er.

Mit dem Raddampfer „Schlei Princess“ waren gestern auch zahlreiche Besucher auf die Lotseninsel gekommen, denn sie wollten sich nicht nur informieren, sondern auf dem nachfolgenden Sommerfest die angebotenen saisonalen, regionalen und zugleich „bio-fairen“ Gerichte probieren.

„KlimaSail“ wird seit 2011 vom Jugendpfarramt der Nordkirche gemeinsam mit der Hilfsorganisation „Brot für die Welt“, dem Diakonischen Werk Schleswig-Holstein und dem Verein „Jugendsegeln“ veranstaltet. Den Jugendlichen steht jedesmal noch ein Törn mit dem Traditionssegler „Zuversicht“ (Heimathafen Kiel) auf der Ostsee bevor. Fünf Tage lang segeln sie in der dänischen Südsee und umrunden dabei die Insel Fünen. An Bord wollen sie klimabewusst leben und kritischen Fragen nachgehen, darunter die, woher die Lebensmittel kommen, wer sie unter welchen Bedingungen produziert und welche Mengen CO2 dabei entsteht. Bei allem Engagement der jungen Leute kommt der Spaßfaktor nicht zu kurz, und es entstehen über Grenzen hinweg neue Freundschaften.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen