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Kappeln : Kleingärtner schreiben Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Erstmals in der Geschichte der deutschen Kleingärtner hielten mit Kreis-, Landes- und Bundesverband drei Vereinigungen innerhalb eines Jahres ihre Mitgliederversammlungen in einer Stadt ab.

Erstmals ist der schleswig-holsteinische Landesverband der Gartenfreunde mit seiner Jahresmitgliederversammlung nach Kappeln gekommen. Grund hierfür war der 200. Geburtstag von Deutschlands ältestem Kleingärtnerverein in der kleinen Schlei-Stadt. Damit bewahrheitete sich das, was Kappelns Vorsitzender Reinhard Samuelsen bereits im Vorfeld der Jubiläumsplanungen prophezeit hatte. Nämlich dass erstmalig in der Geschichte der deutschen Kleingärtner sowohl der Kreis-, Landes und Bundesverband innerhalb eines Jahres ihre Mitgliederversammlungen in einer Kleinstadt abhalten.

Als „Hausherr“ begrüßte Samuelsen die Gäste im Namen des ältesten deutschen Kleingärtnervereins. Er erläuterte die Anfänge der Kappelner Kleingärten. „Was vor 200 Jahren bei der Vereinsgründung beschlossen wurde – gemeinschaftliches Handeln, ein Vorstand in Form von vier Obleuten und eine Gartenordnung – gilt in seinen wesentlichen Punkten noch heute“, sagte Samuelsen. Landesvorsitzender Hans-Dieter Schiller betonte, dass mit dem „Festakt die Verbundenheit zu den Kappelner Kleingärtnern“ gezeigt wird. Lob gab es auch für den Veranstaltungsort. „Kappeln gilt als die Schleistadt mit Charme, mit viel Wasser und gesunder Luft. Und sie ist auch die Geburtsstadt des Kleingartenwesens.“

Bürgermeister Heiko Traulsen ging noch einen Schritt weiter, als er meinte: „Ginge es nach dem Prinzip, dass derartige Veranstaltungen immer in der schönsten Stadt des Landes stattzufinden haben – dann, meine sehr verehrten Damen und Herren, würde es immer Kappeln treffen.“ Dass der 68. Kleingärtnertag in Kappeln über die Bühne geht, darüber freute sich der Bürgermeister sehr. Kreispräsident Ulrich Brüggemeier sagte, dass die Gärten heute ein Gegengewicht gegen „Bodenversiegelung durch Straßen und Bauwerke“ darstellten und Lebensraum für Tiere und Pflanzen, aber auch Freizeitoasen böten. „Damit sind Kleingärten landeskulturell und gesellschaftspolitisch bedeutsam“, so Brüggemeier.

Astrid Hanella sagte als Vertreterin des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (Melur), die Kleingärten dienten heute vermehrt der Erholung. Sie hätten mehr Komfort, seien teurer geworden, doch gebe es auch vermehrt Leerstände. „Das sind Herausforderungen für das Kleingartenwesen.“

Änderungen könnten nur über das Bundeskleingartengesetz erfolgen. „Dieses Gesetz sichert den Fortbestand des Kleingartenwesens, weil es die Gemeinnützigkeit des Kleingartenswesens anerkennt und die Pachtpreise deckelt“, sagte , so Astrid Hanella. Doch enthalte es auch Regelungen, die für Kleingärtner ärgerlich seien wie die Maximalgröße einer Laube oder das Verbot der Stromversorgung, um Lauben nicht dauerhaft bewohnbar zu machen. „Jede Änderung des Bundeskleingartengesetzes gefährdet das Kleingartenwesen in seiner Gesamtstruktur“, sagte Hanella. Behielte man den Kompromiss bei, blieben zwar moderate Preise und Gemeinnützigkeit erhalten, doch würde es dann schwerer, jüngere Familien für die Kleingärten zu gewinnen. Eine Patentlösung ist laut Hanella nicht bekannt.

Bei der Ehrung im Landeskleingartenwettbewerb „Garten total“ erhielt die Gartenanlage des Kleingartenvereins Wilster 2408,7 Punkten und eine Goldmedaille. Zudem vergab das Ministerium (Melur) den Sonderpreis „Unser Essen wächst im Garten!“ an den Vertreter des KGV Holstentor Lübeck. Abschließend bedankte sich Landesvorsitzender Schiller bei dem Kappelner Vereinsvorsitzenden Reinhard Samuelsen mit einem Geschenk.

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