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Kappeln : Kleingärtner kritisieren Politik und Verwaltung

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Vorsitzender: Stadt spart Geld und streicht dem Verein die Zuschüsse, während die Mitglieder kostenlos öffentliche Wege unterhalten.

Seit der Jubiläumsfeier zum 200. Geburtstag von Deutschlands ältestem „Kleingärtnerverein Kappeln“ vor zwei Jahren, durchläuft der Verein eine schwere Zeit. Die Anzahl der Kleingärten ist gesunken, die Mitgliederzahl ist von 102 auf 94 zurückgegangen. Und der Verein weist ein Kassenminus von 288,47 Euro auf, weil die Stadt keine Zuschüsse mehr zahlt. Das alles soll sich jetzt ändern, wie Vorsitzender Reinhard Samuelsen auf der Jahreshauptversammlung im Vereinshaus „Kürbisklause“ den knapp 30 anwesenden Mitgliedern – deutlich weniger als üblich – erklärte.

Wegen des Wegfalls der städtischen Zuschüsse musste die Pacht demnach um 50 Prozent angehoben werden. Mit diesen Mitteln habe der Verein bisher die öffentlichen Wege und Plätze an den Anlagen unterhalten. Die Pachterhöhung traf einige Mitglieder hart. Damit diese nicht aus dem Verein austraten, wurde ihnen Teilzahlung ermöglicht. Der Vorsitzende bemängelte zudem, dass die Mitglieder nun öffentliche Wege zum Nulltarif unterhalten. Dies wäre eigentlich Aufgabe der Stadt. Die spare jetzt Geld. Doch der Verein habe die Kosten. In dem Zusammenhang erwähnte er, dass die Kopperbyer Kleingärtner von der Stadt einen Zuschuss von 500 Euro erhalten haben.

Kleingartenparzellen hat der Verein noch zu vergeben. In der Anlage Osterlück ist eine zu haben. In Fahrlück – hier fehlt noch die zentrale Wasserversorgung – könnten fünf Parzellen geschaffen werden, hier ist nur eine bewirtschaftet, und auf der Anlage Mehlby könnten zwölf entstehen. Der Verein wartet hier noch auf die Genehmigung zur Erstellung von Parkplätzen und Zufahrt. Ein entsprechender Antrag sei bereits durch alle Instanzen gegangen. Doch seit einem Jahr habe der Verein nichts mehr davon gehört. „In dieser Sache fühlen wir uns von Politik und Verwaltung nicht mehr wahrgenommen“, so Samuelsen. In seinem Grußwort der Stadt griff Bürgermeister Heiko Traulsen, den Ball auf und machte den Anwesenden deutlich, dass für die Gartenanlage in Mehlby die „Ausfahrt auf die B  199 nicht genehmigt wird“.

2015 standen die Planungen für die Sanierung der Anlage Mehlby und die Vorbereitung der Rückgabe der Anlage Bahndamm an den Eigentümer im Fokus. Samuelsen betonte: „Die derzeitigen vom Verein unterhaltenen Gärten sind nicht im Bestand gefährdet.“

Der Verein beteiligt sich an den Heringstagen mit einem Info-Stand. Und bei der Landesgartenschau 2016 in Eutin wird er mit einem Hochbeet und dem „gläsernen Komposter“ zu sehen sein. Angenommen wurde der Haushalt 2016 in Höhe von 20.025,85 Euro in Einnahmen und Ausgaben. Für besondere Verdienste wurden Manfred Hermann, Burkhard Kolboske und Andreas Käding mit Ehrenurkunde durch den Vorsitzenden geehrt. Holst Staak erhielt die bronzene Ehrennadel für 20-jährige und Burkhard Kolboske für 40-jährige Mitgliedschaft die goldene Ehrennadel. Der 1. Beisitzer Hans-Joachim Mayer wurde für Frank Unterspann, der aus beruflichen Gründen nicht wieder kandidierte, stellvertretender Vorsitzender. Neuer 1. Beisitzer wurde Andreas Käding. Er gewann in einer Kampfabstimmung gegen Christian Andresen.

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erstellt am 28.Feb.2016 | 20:11 Uhr

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