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Süderbrarup : Kleingärtner fürchten um ihre Anlage

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Weil auf der Ehlerskoppel eventuell ein Neubau für eine zentrale Grundschule entstehen soll, bangen Süderbrarups Gartenfreunde um ihre grünen Oasen.

Joachim Schmidt, Vorsitzender des Kleingartenvereins Süderbrarup, hatte zur außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen. Schmidt sieht den Fortbestand der Kleingärten auf der Ehlerskoppel durch die Schulpläne des Amtes und der Gemeinde Süderbrarup gefährdet.

Symbolisch hisste er zu Beginn der Versammlung die Landesverbandsflagge und senkte sie dann auf halbmast. „Im Januar 2014 habe ich durch Süderbrarups Bürgermeister Friedrich Bennetreu erfahren, dass die Gemeinde überlegt, unsere Vereinsfläche auf der Ehlerskoppel mit einer Schule zu bebauen“, offenbarte Schmidt der Versammlung. Er habe sich zum Stillschweigen verpflichtet, da auch noch andere Flächen in der Gemeinde zur Diskussion gestanden hätten. Doch inzwischen habe er erfahren, dass es bereits eine Überplanung der Ehlerskoppel gebe – für die Alternativflächen aber nicht. Bei Realisierung des Plans würde man Ersatzflächen am Ortsrand angeboten bekommen und eine Entschädigung erhalten, fuhr Schmidt fort. Doch es sei jetzt schon abzusehen, dass vor allem viele ältere Kleingärtner diesen Neuanfang nicht mehr mitmachen würden oder könnten. „Wir werden deshalb alles dafür tun, damit es nicht geschieht“, schloss der Vereinsvorsitzende unter dem Beifall seiner Mitglieder. Die Parzellen würden weiter gepflegt und auch bestehende Flächen weiter verpachtet.

Süderbrarups stellvertretender Bürgermeister, Hans Walter Niendorf, versuchte, die hochkochenden Emotionen zu beruhigen. Dazu gab er erstmals öffentlich Einblick in die Überlegungen des Amtes Süderbrarup zur Schulpolitik. Niendorf wies auf die sinkenden Geburtenzahlen hin, die dazu geführt hätten, dass sich die Grundschulen von Boren und Steinfeld sowie von Mohrkirch und Norderbrarup bereits organisatorisch zusammengeschlossen hätten, um überhaupt lebensfähig zu bleiben. Doch die Schülerzahlen sänken weiter. „Dann kam die Idee einer zentralen Grundschule des Amtes im Ort Süderbrarup auf“, ließ Niendorf die Katze aus dem Sack. Doch die momentane Grundschule sei zu alt und zu klein für diesen Zweck.

Daher habe man sich Gedanken über einen möglichen neuen Standort gemacht. Für die Ehlerskoppel spreche die Nähe zum Schulzentrum und zur Sporthalle. Die Alternative „Rennkoppel“ – in der Nähe des Kindergartens – habe den Vorteil der Planungsfreiheit. Das sei auch der Grund, dass man für diese Fläche noch keine Pläne gemacht habe. Außerdem kämen die meisten neuen Grundschüler aus den nahe liegenden Neubaugebieten und müssten beim Schulweg die B 201 nicht überqueren. „Und die Möglichkeit einer Erweiterung der bestehenden Grundschule ist auch noch nicht vom Tisch“, erklärte Niendorf. Doch das seien alles noch „ungelegte Eier“. Auch wisse er nicht, wie das Amt Süderbrarup, dessen Finanzdecke ohnehin sehr knapp sei, die sechs Millionen Euro für diese Zentralisierung aufbringen wolle. Im konkreten Falle müsse erst einmal eine F-Plan-Änderung erfolgen, die die Ehlerskoppel von einer Dauergrünanlage in ein Baugebiet verwandle. Auch würden die meisten Kleingärtner ihre Parzelle behalten, da nur etwa 6000 bis 7000 Quadratmeter der 18.000 Quadratmeter großen Fläche für den Schulbau benötigt würden.

Dagmar Struß, Vorsitzende des Nabu Ostangeln, warnte die Kleingärtner davor, die Hände in den Schoß zu legen: „Sonst kommen Sie erst ins Spiel, wenn alles entschieden ist.“ Struß versprach Unterstützung bei der Erhaltung dieser für die Natur so wichtigen Flächen.

Der Kleingartenverein beschloss, seine Sicht der Dinge in der Einwohnerfragestunde der nächsten Gemeindevertretung vorzutragen. Zudem geht man davon aus, dass Niendorf, früher selbst Kleingärtner auf der Ehlerskoppel, die Gemeindevertreter über die Mitgliederversammlung unterrichten wird.

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