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Schlei-Bote

21. Oktober 2017 | 01:30 Uhr

Kappeln : Kleingärtner erhöhen die Pacht

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Kritik an der Streichung der städtischen Zuschüsse für den Verein. Vorsitzender Reinhard Samuelsen wiedergewählt.

shz.de von
erstellt am 23.Feb.2015 | 10:48 Uhr

Die Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen des Kleingärtnervereins Kappeln im vergangenen Jahr und deren Vorbereitung habe den Vorstand und die Mitglieder viel Kraft gekostet, stellte Vereinsvorsitzender Reinhard Samuelsen in der Jahresversammlung im Vereinsheim „Kürbisklause“ vor 41 Mitgliedern fest. Dafür, dass alles gut geklappt hat, bedankte er sich bei allen Helfern und den Sponsoren. Durch dieses Jubiläum von Deutschlands ältestem Kleingartenverein Deutschlands sei Kappeln bundesweit bekannt geworden. „Das kann für den Kappeln-Tourismus nicht schädlich sein“, sagte Samuelsen.

Bei den von den Mitgliedern zu leistenden Arbeitsstunden und bei der Höhe einer notwendigen Anhebung der Pacht waren sich Vorstand und Mitglieder nicht einig. Der Vorstand hatte drei Stunden Gemeinschaftsarbeit vorgeschlagen, die Mitglieder forderten mehr. Mit sechs Nein- und 35 Ja-Stimmen wurde beschlossen, die Arbeit auf sechs Stunden festzusetzen. Auch bei der Pachterhöhung, hier hatte der Vorstand eine Erhöhung von drei Cent je Quadratmeter vorgeschlagen, setzten sich die Mitglieder mit ihrer Forderung nach einer Erhöhung um fünf Cent auf 15 Cent je Quadratmeter durch.

Kritik übte der Vorsitzende an der Stadt Kappeln, die dem Verein die bisher gezahlten Zuschüsse gestrichen hat. Unverständlich ist für den Vorsitzenden, dass den Eckernförder Eisenbahnfreunden für den Nachbau des Modells der alten Kreisbahn ein Zuschuss gewährt wurde. „Wir sind Teil des öffentlichen Grüns der Stadt“, betonte er. „Unsere Wege werden in den Anlagen Sportkoppel und Osterlück mehr von Spaziergängern als von Mitgliedern genutzt.“ Für die Instandhaltung dieser öffentlichen Wege seien bisher die städtischen Fördermittel verwendet worden. Diese Kosten müssten künftig die Mitglieder über eine erhöhte Pacht tragen.

Es falle ihm nicht leicht, die Streichung begründen zu müssen, sagte Bürgermeister Heiko Traulsen in seinem Grußwort. Aber der nicht ausgeglichene Haushalt der Stadt zwinge dazu. Er machte aber klar, dass der Verein bei bestimmten Projekten unterstützt werden könnte.

Derzeit hat der Kleingärtnerverein, dessen Mitgliederzahl 2014 um eins auf 102 gestiegen ist, noch sieben Gartenparzellen in Fahrlück (nur eine verpachtet), 51 auf der Osterkoppel, zwölf in Mehlby und 24 auf der Sportkoppel. Die Parzellen am Bahndamm werden an die „Cremilk“ bis 30. November 2016 zurückgegeben. Der Nestlé-Nachfolger „Cremilk“ habe Eigenbedarf angemeldet und den derzeitigen Pächtern, die freiwillig auf Ersatzflächen des Vereins wechseln, zugesagt, ihnen dort eine Laube Modell „Remseck“ zu erstellen und als Eigentum zu übergeben. Wer auf die Laube verzichtet, kann mit der „Cremilk“ einen befristeten Vertrag für die Bahndamm-Koppel abschließen. Der Verein steht dieser Regelung positiv gegenüber. Der Haushalt 2015 wurde mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 22.066 Euro akzeptiert.

Auf der neu gestalteten Streuobstwiese der Anlage „Sportkoppel“ soll im August eine Schulung für Fachberater, Kleingärtner und interessierte Kappelner stattfinden. Die Anlagen Fahrlück und Mehlby sind derzeit die einzigen Gärten, die für neue Mitglieder zur Verfügung stehen. Allerdings fehlt auf der Anlage Fahrlück eine zentrale Wasserversorgung, in Mehlby fehlen Hecken, Parkplatz und Zufahrt.

Im diesem Jahr will der Privatsender „Kabel 1“ in der Sendereihe „Abenteuer Leben“ eine Serie über die deutschen Klein- und Schrebergärten vorbereiten. Darin soll ein Kappelner Gartenprojekt, die Neugestaltung der Anlage in Mehlby, ein Jahr lang begleitet werden. Damit werde, so der Vorsitzende, der Kappelner Kleingärtnerverein die Stadt erneut bundesweit bekannt machen.

In seinem Jahresrückblick erinnerte Samuelsen an die Höhepunkte, darunter die Tagungen der Delegiertenversammlung des Landesverbandes und des Bundesverbandes der Gartenfreunde in der Schleistadt. Auch das beim Festempfang vom Kappelner Quartettverein vorgetragene „Kleingärtnerlied“ sei bundesweit in die Charts der Kleingärtnervereine aufgestiegen. Viele hätten es im Fernsehen gehört und anschließend in Kappeln wegen des Textes nachgefragt. Der Vorsitzende bemängelte die schlechte Zahlungsmoral einiger Mitglieder. Der Verein brauche das Geld, um seine Verpflichtungen zu erfüllen, da ihm die notwendigen Rücklagen fehlten.

Bei den Ehrungen erhielt Ursula Burmeister (92) für 70-jährige Vereinszugehörigkeit Blumen und eine Ehrenurkunde. Uwe Vergin wurde für seine Verdienste um den Verein mit der Ehren-Urkunde geehrt. Der Kreisvorsitzende Manfred Carstens überreichte Günter Felske für 20 Jahre Mitgliedschaft im Verein die Bronzene Ehrennadel des Landesverbandes nebst Urkunde. In Abwesenheit wurde die Silberne Ehrennadel für 30-jährige Mitgliedschaft Uwe Schetsche und Nedelko Kovjanik verliehen. Mit der Goldenen Ehrennadel für 40-jährige Mitgliedschaft wurden Dr. Hans-Jürgen Braun, Emma Andresen und Jochen Bruer geehrt. Der stellvertretende Vorsitzende Frank Unterspann erhielt für sein Engagement die Verdienstnadel des Landesverbandes in Bronze.

Einen heftigen Disput zwischen dem Vorsitzenden Samuelsen und Schiedsmann Christian Andresen löste ein Antrag eines Mitglieds für eine Satzungsänderung zur Abschaffung der Schiedsstelle aus. Nach langer Diskussion stimmten die Mitglieder mit 32 gegen acht Stimmen für die Abschaffung der Schiedsstelle.

Der aktuelle Vorsitzende und einzige Kandidat Reinhard Samuelsen wurde mit 30 Ja- und sieben Nein-Stimmen wiedergewählt.


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