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Klaus-Harms-Schule Kappeln : Kleine Blende, große Wirkung

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Zwei Gymnasiastinnen erreichen mit ihrer Forschung den ersten Platz beim Landeswettbewerb „Schüler experimentieren“.

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2017 | 07:00 Uhr

„Jugend forscht“ – dieser Experimentierwettbewerb ist vielen ein Begriff. 15- bis 21-jährige Forscher können sich daran beteiligen. Aber was ist mit den wissbegierigen Schülern bis 14 Jahre? Für die gibt es die Juniorensparte „Schüler experimentieren“, in der sie mit ihren Nachwuchsforschungen gegeneinander antreten können. Alissa Braho (12) aus Kappeln und Celine Nazarenus (13) aus Oersberg haben das getan. Die beiden Schülerinnen der Klaus-Harms-Schule traten im Fachbereich Physik an und konnten den ersten Platz im Landeswettbewerb ergattern.

Es fing alles mit einem Physiktest an. „Ich hatte den verhauen“, sagt Alissa. „Meiner war auch nicht so gut“, stimmt Celine zu. Um die schlechte Note wieder auszugleichen, wollten die Schülerinnen ein Referat halten. Lochbildkamera sollte das Thema sein. „Meine Eltern sind Fotografen, und wir hatten auch schon im Unterricht darüber gesprochen – so kamen wir auf die Idee“, berichtet Alissa. Die Note dürfte gerettet sein, denn Lehrer Jürgen Kirchmayr fand den Vortrag so gut, dass er den Vorschlag machte, die beiden bei „Jugend forscht“ anzumelden. Das war vor rund einem Jahr. Seitdem haben die Mädchen sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. „Da ist viel Freizeit mit drauf gegangen“, sagt Alissa und lacht.

Die erste Lochbildkamera entstand aus einem präparierten Schuhkarton, eine zweite aus festerer, dunkler Pappe. Detailliert beschreiben Alissa und Celine, wie die Kamera funktioniert. Sie haben verschiedene Blendengrößen von 0,25 bis vier Millimeter vorbereitet und entscheiden je nach Wetterlage und Motiv über die Belichtungszeit: „Das muss man ausprobieren.“ In ihrem kleinen Labor, das sie von der Schule für ihre Experimente zur Verfügung gestellt bekommen haben, entwickeln sie die selbst geschossenen Aufnahmen. „Das Fotopapier hat eine Schicht aus Gelatine und Silberhalogenid“, erklärt Celine. Im dunklen Raum, nur von einer Rotlichtlampe etwas erhellt, kommt das belichtete Papier in die Entwicklerflüssigkeit. „Aber nur anderthalb Minuten, danach muss es für 30 Sekunden ins Wasser. Das nennen wir auch das Stopperbad, weil es die Entwicklung stoppt“, erklärt Alissa weiter. Dann noch drei Minuten in den Fixierer, dann kann das Licht wieder an, und das Foto bekommt ein abschließendes Wasserbad.

Zweimal in der Woche haben sie sich getroffen – zuerst im Keller bei Alissa, später in dem Raum am Physiktrakt. Für die Bewerbung beim „Jugend forscht“-Komitee haben sie zuerst eine Kurzvorstellung ihres Projektes abgegeben. Die wurde angenommen, und bis Januar 2017 musste eine mehrseitige Hausarbeit eingereicht werden. Das Projekt überzeugte offenbar, denn die Schülerinnen wurden zum Regionalwettbewerb am 4. März in Heide eingeladen. Und die Jury zeigte sich beeindruckt von der der Powerpoint-Präsentation, zahlreichen Plakaten und der Lochbildkamera. Platz 1, ein Preisgeld von 75 Euro und eine Einladung zum Landeswettbewerb nach Kiel hieß das für Alissa und Celine. In kurzer Zeit – und mit etwas Hilfe – entstanden zwei weitere Kameras – eine aus Holz und eine aus Metall. Auch am 30. März in Kiel trugen sie ihre Forschungsergebnisse erfolgreich vor und wurden mit einer Urkunde für den ersten Platz bei „Schüler experimentieren 2017“ sowie einem Preisgeld von 150 Euro ausgezeichnet. Und wie geht’s jetzt weiter? „Für uns leider nicht. Wir sind für den Bundeswettbewerb in Erlangen noch zu jung“, sagt Alissa ein wenig enttäuscht. Aber die beiden treffen sich weiter zweimal in der Woche. Schon während des ersten Projekts ist ihre Freundin Caja Thurau dazu gekommen. „Wir haben sie unsere „Praktikantin“ genannt“, sagt Alissa. Gemeinsam wollen die drei Schülerinnen sich für die nächste Runde „Schüler experimentieren“ anmelden. Das Ziel: Zusätzlich zu der Verfeinerung der Lochbildkameras soll ein mobiler Wagen entstehen, in dem die Fotos gleich vor Ort entwickelt werden können, damit man nicht nach jeder Aufnahme zurück ins Labor muss.

Lehrer Kirchmayr ist von der Entwicklung begeistert. „Ich finde es ganz toll, wie die beiden immer zuverlässig und mit vielen Ideen daran gearbeitet haben“, sagt er.

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