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Schlei-Bote

24. September 2017 | 05:24 Uhr

Klein und Groß lernen im Team

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Böklund: Schule und Kita setzen auf Kooperation

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2014 | 18:44 Uhr

„Das schwimmt“, meint Jule selbstsicher zu ihrer „großen“ Partnerin Kathleen – und das, obwohl ihr Holzmesser die gleiche Form hat, wie das Plastikmesser, das kurz vorher im Wassertank versunken ist. Kathleen schließt sich dieser Meinung an und bestätigt das in ihrem Forscherbuch mit einem blauen Kreuz. Dann wird das Experiment durchgeführt und beide können ein weiteres blaues Kreuz in ihr Heft machen. Denn sie hatten recht. Danach werden auch andere Materialien wie Korken, Glas, Metall, Plastik und ähnliches auf gleiche Weise geprüft. Die Zusammenarbeit klappt prima. Und das ist deshalb erwähnenswert, weil Jule aus dem Kindergarten kommt und Kathleen bereits seit letztem Sommer die Auenwaldschule im gleichen Ort besucht.

Unter Leitung von Lehramtsanwärterin Svenja Bendixen nehmen sie an einem „Tandem-Projekt“ teil, bei dem paarweise ältere Kindergartenkinder mit Erstklässlern zusammenarbeiten. Das Thema heißt „Sinken und Schwimmen“, überprüft die Auftriebsfähigkeit verschiedener Materialien und wurde mit der Geschichte vom Piraten „Perlenklau“ eingeleitet, der eine Schatztruhe über das Meer transportieren muss.

Das Projekt ist Teil der gezielten Zusammenarbeit zwischen den Kindergärten von Böklund und Struxdorf sowie der Auenwald-Grundschule. Es soll die Übergangsschwierigkeiten zwischen beiden Institutionen verringern. Den Startschuss gab eine Zwangslage: Die Kita in Böklund platzte aus allen Nähten und es bot sich an, die älteren Kinder für vier Wochen in der Schule einzuquartieren. Dabei nahmen sie am Schulleben teil – allerdings ohne Unterricht. Dieses Konzept wurde dann später übernommen. „Wir stellten fest, dass die Kinder bei der Einschulung viel freier waren und sehr selbstbewusst in die Schule stiefelten“, erzählt Schulleiterin Daniela Juhász. Das Ganze sei dann noch verstärkt worden, indem Lehrer ihre „Zukünftigen“ im Kindergarten und Erzieherinnen ihre „Ehemaligen“ in der Schule besuchten. Begleitet wurde dies durch intensive Elternarbeit.

Schulleiterin Juhász und Kindergartenleiterin Klaudia Schulte intensivierten dieses „Übergangstraining“, indem sie gemeinsam seit August am Seminar „Brückenbauer“ des Instituts für Qualitätsentwicklung in Schulen Schleswig Holsteins (IQSH) teilnehmen, das genau dieses Ziel verfolgt. „Wir finden viele Dinge wieder, die wir bereits praktizieren, nehmen neues mit und geben eine Menge unserer Erfahrungen weiter“, sagt Schulte. In einem Modul ist eine Begutachtung der praktischen Arbeit vorgesehen. Deshalb beobachten Ilona Bischof und Ulrike Martens vom IQSH heute unter anderem das Tandem-Projekt sowie die Gesamtarbeit der Schule. Und sind des Lobes voll. Bischof: „Ein derartiges Arbeiten von Kindertagesstätten und Schule auf Augenhöhe ist selten.“

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