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Awo Kappeln : Kleiderkammer gehen die Klamotten aus

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Ob Schuhe, Socken oder Geschirr: Auch Flüchtlinge werden von der Awo versorgt. Spenden dringend benötigt.

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2015 | 07:15 Uhr

Sie kommen buchstäblich mit leeren Händen, die Flüchtlinge aus Syrien, Somalia, Eritrea, Afghanistan, Irak oder Iran, die vor Krieg und Gewalt geflohen sind. Sie haben ihre Heimat verloren und mussten ihr gesamtes Hab und Gut zurücklassen. Für einen Neuanfang benötigen sie alles, von der Tasse bis zur Matratze, von den Socken bis zum Schal. Diejenigen, die in Kappeln landen, können bei der Awo eine Erstausstattung bekommen – solange der Vorrat reicht. Und der wird allmählich knapp. Deshalb ruft die Awo jetzt zu Sach- und Geldspenden auf.

Für Maria Winter, Vorsitzende der Kappelner Awo, und ihre Stellvertreterin Christel Schäfer ist es eine Selbstverständlichkeit, den Flüchtlingen zu helfen und ihnen den Start in ihrer neuen Umgebung zu erleichtern. Mit einem Berechtigungsschein des Sozialforums über einen Warenwert von 50 Euro können sich die Neuankömmlinge in der Kleiderkammer der Awo in der Mühlenstraße ihre Erstausstattung selbst zusammenstellen. „Direkt aus dem Angebot, sofern wir es vorrätig haben“, sagt Maria Winter. „Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben zu helfen“, sagt Awo-Schriftführer Jürgen Strahl.

Aus Erfahrung weiß Winter, dass vor allem Geschirr Kleidung, Bettwäsche gebraucht werden. Doch angesichts der steigenden Zahl neu eintreffender Flüchtlinge, hinke das Angebot hinterher. „Wir haben leider nicht immer all das zur Verfügung, was benötigt wird“, bedauert sie. Engpässe bestehen vor allem bei Wolldecken, Handtücher, Herrenjeans, Pullovern für Männer und Frauen, Bettzeug. Auch gut erhaltene Schuhe seien Mangelware und Herrenjacken. Aber auch Teller und Tassen und Pütt und Pann sind begehrt. „Eben Hausrat aller Art“, sagt Christel Schäfer.

Freiwillige Helfer des Sozialforums nehmen die Flüchtlinge nach Möglichkeit bei ihrer Ankunft in Kappeln in Empfang. Ein Pate wird den Neuankömmlingen zu Seite gestellt, der sie beim Gang zum Sozialzentrum begleitet, ihnen zeigt, wo die Schule liegt, wo die Ärzte sind und wo sie einkaufen können. Insgesamt 26 Paten versehen in Kappeln derzeit ehrenamtlichen Dienst unter dem Motto „Hand in Hand – Paten für Flüchtlinge“ unter der Schirmherrschaft von Propst Helgo Jacobs, Marta Kraft und Helmut Schulz. Zudem erteilen sechs ehrenamtliche Lehrkräfte Sprachunterricht und zwei Dolmetscher sind als Übersetzer im Einsatz.

„Wir sind froh über jede Hilfe, sagt Caroline Stiller, Geschäftsführerin des Sozialforums. Willkommen seien vielfach auch Sachspenden, alte, funktionstüchtige Fahrräder beispielsweise, denn bei der Erstausstattung handele es sich nur um das absolut Notwendigste. Die Bereitschaft der Kappelner Bevölkerung zu helfen sei sehr groß, so Olga Lang, zuständig beim Forum für die Flüchtlingsbetreuung. „Wir freuen uns sehr über die Offenheit der Menschen.“

Dankbar für die Unterstützung durch die freiwilligen Helfer ist auch Helga Lorenzen, Leiterin des Amtes für Ordnung und Soziales. „Wir haben die Verpflichtung für Wohnraum zu sorgen und komplett einzurichten“, sagt sie. Rund 60 Flüchtlinge hat Kappeln bereits aufgenommen. Für dieses Jahr sind laut Lorenzen weitere 30 angekündigt. Lorenzen geht davon aus, dass ihre Zahl noch höher sein wird. „Das werden garantiert mehr“, sagt sie. „Sie werden mit offenen Armen aufgenommen. Wir wollen helfen, damit es so bleibt“, sagt Lorenzen. Deshalb setze die Stadt darauf, die Flüchtlinge von vornherein zu integrieren, indem sie möglichst in der Stadt zwischen Einheimischen untergebracht werden. „Wir wollen keine Ghettoisierung. Wir wollen die Flüchtlinge direkt in die Nachbarschaft bringen.“

Doch der freie Wohnraum ist begrenzt. Zu Beginn der Flüchtlingswelle habe sogar einmal eine Ferienwohnung angemietet werden müssen, erinnert sich Lorenzen. Mittlerweile hätten sich aber einige Kappelner besonnen und würden Wohnungen zur Verfügung stellen. „Was wir immer brauchen, sind Spenden“, sagt Lorenzen. Denn eines sei gewiss: „Die Zahl der Flüchtlinge wird weiter steigen.“


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Wer auf das offizielle Spendenkonto der Stadt spenden möchte, wende sich an Helga Lorenzen vom Amt für Ordnung und Soziales unter Telefon 04642/18380; das Sozialforum ist zu erreichen unter Telefon 04642/921080, E-Mail migration@sozial-forum-kappeln.de; die Kleiderkammer der Awo in der Mühlenstraße 19 hat zu folgenden Zeiten geöffnet: mo-do 9-12 und 14-17 Uhr sowie fr 9-12 Uhr.

 

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