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Langballig : Klärschlamm-Entsorgung wird teuer

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Weil die Rückstände der Kläranlage in Unewatt mit Kupfer belastetet sind, müssen sie als Sondermüll entsorgt werden. Kosten: 150.000 Euro.

Im Jahre 1986 ging die fünfstufige, belüftete Teichkläranlage der Gemeinden Langballig und Westerholz in Unewatt sie in Betrieb. Mehrfach schon mussten Entschlammungen vorgenommen werden. Nach zehn Jahren ist nun wieder der erste Teich an der Reihe. Im Anschluss an eine Ortsbegehung wurden bei einer Sitzung des gemeinsamen Abwasserausschusses beider Gemeinden in der Amtsverwaltung die Einzelheiten besprochen, und die weitere Vorgehensweise wurde festgelegt. Alle Maßnahmen müssen abschließend noch von den Gemeindevertretungen gebilligt werden.

Im ersten Klärteich lagert sich naturgemäß der Großteil der festen Bestandteile des zugeführten Schmutzwassers ab. Wie Abwassermeister Thomas Allaut erläuterte, hat der Schlamm in dem 2,5 Meter tiefen Teich eine Höhe von durchschnittlich 1,3 Meter erreicht. Dadurch ergebe sich eine Feststoffmasse von 136 Tonnen. Bei einer Beprobung sei ein Kupfergehalt von 1454 Milligramm pro Kilogramm festgestellt worden. Der zulässige Grenzwert zum Verbringen auf landwirtschaftlich genutzte Flächen liegt bei 800 Milligramm. Somit muss der Klärschlamm als Sondermüll verbrannt werden. Angesichts der Menge und des Transportweges nach Hamburg sei mit Gesamtkosten in Höhe von 150.000 Euro zu rechnen.

Mit zu dieser Verschlammung beigetragen hat die 2007 eingerichtete Phosphatfällung. Sie hatte damals etwa 30.000 Euro gekostet, amortisierte sich aber innerhalb von fünf Jahren. Durch sie fällt zwar einerseits mehr Schlamm an, andererseits verbessert sie die Reinigungswerte. Somit konnte die an das Land zu zahlende Abwasserabgabe deutlich verringert werden.

Innerhalb des Gemeindehaushaltes wird der Abwasserhaushalt separat geführt. Er muss sich selbst aus den Gebühren der Anschlussteilnehmer tragen, Zuschüsse aus dem allgemeinen Etat gelten als Subvention und sind nicht zulässig. Wie Amtskämmerer Günter Cordsen auf Nachfrage mitteilte, reichen die vorhandenen Rücklagen aus, um die anstehenden Kosten der Klärschlammentsorgung begleichen zu können. „Für weitere Ausgaben muss allerdings wieder eine neue Rücklage gebildet werden“, sagte er. Eine Gebührenerhöhung könne er deshalb auf Dauer nicht ausschließen.

Weiterhin befasste sich der Ausschuss unter Leitung des Langballiger Bürgermeisters Peter Dietrich Henningsen mit den Werten am Ablauf der Kläranlage. Problematisch ist, wie Allaut mitteilte, das Ammonium. „Es wird kaum abgebaut“, sagte der Abwassermeister. Vor einigen Jahren lag es noch bei 20 Milligramm pro Liter, jetzt werde häufiger der Grenzwert von 50 Milligramm erreicht.

Als heikler Punkt erweist sich das Entsorgen von Chemietoiletten auf den Campingplätzen in Westerholz und Langballigau. Gegenwärtig unmittelbar in die Schmutzwasserkanalisation eingeleitet, belastet deren Inhalt die Kläranlage. Diese hat Schwierigkeiten, die gesetzlichen Grenzwerte einzuhalten. Daher beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, den Betreibern der Campingplätze mitzuteilen, dass das unmittelbare Einbringen des Inhalts von Chemietoiletten ab 2015 zu unterlassen ist. Der Inhalt ist stattdessen aufzufangen und gegen Nachweis zu entsorgen.

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