Boren : Kita soll ins alte Schulgebäude umziehen

Noch spielen die Kinder im Kindergarten Ekenis. Bald sollen sie in Räumlichkeiten der Borener Schule umziehen.
Noch spielen die Kinder im Kindergarten Ekenis. Bald sollen sie in Räumlichkeiten der Borener Schule umziehen.

Der evangelische Kindergarten in Ekenis ist sanierungsbedürftig. Deshalb will die Gemeinde leere Räume in Boren nutzen.

shz.de von
30. Mai 2015, 13:30 Uhr

Das Gasthaus „Zur Schleibrücke“ platzte angesichts des Andrangs zur Einwohnerversammlung der Gemeinde Boren aus allen Nähten. Und obwohl der wieder einmal nach hinten verschobene Zeitplan für den Neubau der Lindaunisser Brücke viele interessierte, war doch die Zukunft des Borener Kindergartens das Hauptthema. Zwei Stunden lang diskutierte man emotionsgeladen, aber fair über das Thema.

Borens Bürgermeister Thomas Detlefsen führte in das Sujet ein. Zurzeit befindet sich der Kindergarten noch in der ehemaligen Schule von Ekenis, die der Kirchengemeinde gehört. In diesem Gebäude mahnte die Heimaufsicht des Kreises Sanierungsmaßnahmen an, die Schimmelbefall, Sanitärraumsituation und Brandschutz betrafen. Auch soll das Gebäude ab dem neuen Kindergartenjahr Heimat einer Krippengruppe werden. Insgesamt wären hier Investitionen von 151.500 Euro in die Zukunftsfähigkeit erforderlich, von denen nach Abzug der Fördermittel 106.000 Euro für die Gemeinde verblieben.

Als Alternative wurde der Umzug der Kita in das seit vergangenem Sommer nicht mehr genutzte Schulgebäude in Boren angeboten. Der Umbau dieses Gebäudes soll 485.000 Euro kosten, von denen nach Abzug der Zuschüsse 263.000 Euro für die Gemeinde übrig blieben. Außerdem spekulierte Detlefsen noch auf einen Zuschuss der Kirche, da dadurch das Ensemble Kirche und Kösterhuus in unmittelbarer Nähe zu dem Borener Schulgebäude dadurch aufgewertet werde. Trotz der höheren Kosten entschied sich die Gemeindevertretung mit neun zu zwei Stimmen für den Umzug nach Boren. Denn bei dieser Lösung investiert die Kommune in die eigene Immobilie und nicht in das Vermögen der Kirche.

Gerd Nielsen, Leiter des Kitawerkes, das Träger der Einrichtung ist, hatte bereits vorab in einer schriftlichen Erklärung die Zustimmung zu beiden Lösungsmöglichkeiten signalisiert. In einer späteren Stellungnahme machte er die aktuelle Variante aber von Bedingungen abhängig. „Es muss eine einvernehmliche Lösung mit der Kirchengemeinde gefunden werden“, erklärte er auf Nachfrage am Telefon. Die Kirchengemeinde habe sich über Jahrzehnte für den Kindergarten engagiert. Deshalb könne man sie jetzt nicht Hals über Kopf verlassen und mit dem Gebäude im Regen stehen lassen. Finanziell fände er einen Umzug nach Boren in auf den neuesten Stand kindgerecht hergerichtete Räumlichkeiten reizvoll. „Denn das entlastet uns von den Gebäudekosten“, sagte er. Im gleichen Zuge schloss er eine finanzielle Unterstützung des Umzugs und der damit verbundenen Baukosten durch das Kitawerk aus.

Weitere Beschlüsse der Gemeindevertretung Boren in Kürze:

>Die 42 Bushaltestellen der Gemeinde wurden auf Barrierefreiheit geprüft. Eine Erfüllung dieser Vorschrift scheint finanziell unmöglich. Es wurde vorgeschlagen, im Bedarfsfall alternative Fahrzeuge einzusetzen.

> Durch eine Satzungsänderung des Bebauungsplans wird der Ausbau des Sondergebietes „Reitsport und Tourismus Akeby“ auf ein Betriebsleitergebäude und zwei Ferienwohnungen beschränkt.

>Es wird eine Unterschriftenaktion zur Einrichtung einer Bedarfshaltestelle der Eisenbahn in Lindaunis durchgeführt.
>Für den Druck einer 728 Seiten starken Dorfchronik werden von der Gemeinde 20  000 Euro für 1500 Exemplare zur Verfügung gestellt.
> Für den Ausbau des „Ferienbauernhof Lindaufeld“ wurden Änderungen des Flächennutzungs- und des Bebauungsplans angestoßen.
>Das Aufstellen von Windenergieanlagen an geeigneten Plätzen wurde von der Gemeindevertretung grundsätzlich befürwortet.

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