Kappeln : Kita Ellenberg schließt am Montag

Alles vorbereiten für den Umzug: Kita-Leiter Mario Friedrich (li.) und Gerd Nielsen vom Evangelischen Kindertagesstättenwerk haben jetzt alle Hände voll zu tun.
Alles vorbereiten für den Umzug: Kita-Leiter Mario Friedrich (li.) und Gerd Nielsen vom Evangelischen Kindertagesstättenwerk haben jetzt alle Hände voll zu tun.

Feuchtigkeit im ganzen Gebäude? Träger entscheidet sich vorsorglich dafür, die fünf Gruppen auszuquartieren.

shz.de von
04. Mai 2018, 07:00 Uhr

Kappeln | Das war ein Schock für die Eltern, die ihre Kinder in der evangelischen Kindertagesstätte in Ellenberg betreuen lassen: Gestern erhielten sie einen Brief vom Träger, dem Evangelischen Kindestagesstättenwerk, der sie über die Schließung der Einrichtung ab kommenden Montag informierte. 14 Tage lang müssen sie eine andere Lösung für die Betreuung ihrer Kinder finden. Was ist geschehen? Und wie geht es weiter?

Im Neubau der Kita mussten bereits im Februar zwei Gruppenräume wegen Feuchtigkeit und leichtem Schimmelbefall geschlossen werden (wir berichteten). Die Kinder werden seitdem in Räumen der Gorch-Fock-Schule betreut. Es wurde festgestellt, dass Baumängel zu den Schäden in dem Anbau, der 2011 errichtet wurde, um in der Einrichtung auch Krippenkinder aufnehmen zu können, geführt haben. Aber nun war der Vermieter des Gebäudes, die Kirchengemeinde Ellenberg, hellhörig geworden. „Das war wohl Intuition“, sagt Anja Pfaff, Referentin für Pressearbeit im Kirchenkreis.

Vorsorglich wurden weitere Messungen in Auftrag gegeben, um sicher zu gehen, dass sich die Feuchtigkeit nicht auch auf den Altbau ausgedehnt hatte. Eine Fachfirma untersuchte die Raumluft und nahm zusätzlich Proben aus Wänden und Böden. Die letzten Messungen wurden am vergangenen Sonnabend vorgenommen. Das Gutachten dazu wird erst in drei bis vier Wochen erwartet, aber es wird vermutet, dass auch der Altbau betroffen ist. „Wenn das stimmt, dann heißt es Vollsanierung – und raus aus der Kita“, erklärt Gerd Nielsen, Leiter des Kita-Werks. Am Mittwoch haben sich Gitta Bühmann von der Heimaufsicht des Kreises Schleswig-Flensburg, Pastor Jörg Jackisch von der Kirchengemeinde Ellenberg und Thomas Johannsen von der Stadtverwaltung mit Gerd Nielsen zusammen gesetzt. Denn nicht nur die Schließung, sondern vor allem auch ein Plan, wie es für die Kinder und ihre Eltern danach weiter gehen soll, musste beschlossen werden. „Die Schließung ist eine Sicherheitsmaßnahme bis das Gutachten vorliegt. Wenn das Ergebnis gut ausfällt, dann habe ich vielleicht viel Wind um nichts gemacht, aber wir können nicht abwarten. Das Risiko gehe ich nicht ein“, sagt Nielsen.

Der Elternbrief wurde gestern verteilt. Ob die Eltern ihre Kinder heute noch in die Einrichtung geben wollen, ist ihnen selbst überlassen. Es sei allen bewusst, dass diese Entscheidung für alle Beteiligten – und für die Eltern ganz besonders – zu Einschränkungen, Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten führe, erklärt der Träger und bittet um Entschuldigung und Verständnis. „Aus Gründen der Vorsorge und der Fürsorge war keine andere Entscheidung möglich“, so Nielsen. Die Kita-Gebühren für die beiden Wochen werden erstattet.

Nun musste in Windeseile eine Lösung her, denn die drei Gruppen, die noch in der Kita Ellenberg betreut werden, müssen kurzfristig anderweitig untergebracht werden. Nach dem Gespräch am Mittwoch wurden die Möglichkeiten gemeinsam ausgelotet: Die beiden Krippengruppen werden in das Birger-Forell-Haus gleich nebenan ausweichen. Für die Regelgruppe konnte im Christophorus-Haus auf der anderen Seite der Schlei eine Unterkunft gefunden werden. Aber auch die beiden Gruppen in der Gorch-Fock-Schule werden kurzzeitig geschlossen. „Es gibt Familien, für die der Weg über die Brücke logistische Probleme mit sich bringt, deshalb werden die Kita-Mitarbeiter die Regelgruppen neu strukturieren“, erklärt Nielsen weiter. Da konnte Kita-Leiter Mario Friedrich gestern, zwischen den Umzugskartons heraus, schon berichten: „90 Prozent der Umstrukturierungsliste steht schon.“ Auch die Firmen, die die Räume in den beiden Zwischenunterkünften in den nächsten zwei Wochen herrichten müssen, so wie es die Heimaufsicht angeordnet hat, die die gereinigten Möbel transportieren und wieder aufstellen, stehen laut Friedrich schon in den Startlöchern: „Ab Montag geht’s hier richtig rund.“

Die Übergangsräume sollen voraussichtlich am Dienstag, 22. Mai, öffnen. Dann wird das Gutachten abgewartet. Sollte sich herausstellen, dass die Kita voll saniert werden muss, steht als mittelfristige Lösung die Aufstellung eines Containerdorfes hinter der Turnhalle der Gorch-Fock-Schule im Raum. Dafür wird mit einer Bauzeit von etwa drei Monaten gerechnet.

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