Kappeln : Kita als bunter Kulturtreff

Ob aus dem Iran oder aus Afghanistan: Die Mütter ließen es sich am Multi-Kulti-Büfett schmecken.
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Ob aus dem Iran oder aus Afghanistan: Die Mütter ließen es sich am Multi-Kulti-Büfett schmecken.

Erster Multi-Kulti-Mitmachtag in der Ellenberger Einrichtung kam gut an. Eine Wiederholung ist geplant.

shz.de von
30. Juni 2014, 11:30 Uhr

Rund ein Dutzend Nationalitäten sind in der Kita Ellenberg vertreten. Zu Hause sprechen die Kinder russisch, polnisch, italienisch, arabisch, armenisch, schwedisch und kroatisch – um nur einige Beispiele zu nennen. Aber eine Sprache, mit der sich alle verständigen können, ist wichtig – und daher muss Deutsch gelernt werden. Das verlangt allen Seiten viel ab – aber funktioniert und darüber sind die 13 Erzieherinnen, allen voran Kindergartenleiterin Gabriele Kröger-Gröning, froh.

Und so hatten sie erstmals zu einem Multi-Kulti-Mitmachtag eingeladen, begrüßten zusammen mit den Kindern die Besucher mehrsprachig, hießen sie singend mit Hej, Hello, Bonjour, Welcome, Buon Giorno, Buenos Dias, Konichiwa, Salam akeikum und Guten Tag willkommen. Und die Erzieherinnen demonstrierten auch, wie wichtig Bewegung ist, denn bevor ein Kind sprechen lernt, drückt es sich in Bewegung aus.

Sprache und Integration gehören zusammen, unterstrichen für den Ellenberger Kirchengemeinderat Monika Greve und Pastor Gotthard Köppen. Dem schloss sich namens der Stadt Kappeln der stellvertretende Bürgermeister Matthias Mau an. Er hieß die Kinder und deren Eltern auf Suaheli willkommen. Mit dieser Sprache hat er sich im Rahmen der Kappeln-Partnerschaft mit der Stadt Ngaruma am Klilimandscharo in Tansania vertraut gemacht und vergrößerte damit beim Mitmachtag die Sprachenvielfalt, wobei er die deutsche Übersetzung nachlieferte.

Der bunte Nachmittag für Klein und Groß, der ganz im Zeichen der Vielfalt stehe, zeige, so Mau, dass Mehrsprachigkeit eine große Chance sei und das Leben in der Gesellschaft widerspiegele. Dass die Stadt Kappeln die in Trägerschaft der Kirche stehende Kita unterstütze, ließ der stellvertretende Bürgermeister nicht unerwähnt.

Die Chance der Vielfalt unterstrich am Rande des kunterbunten Mitmachens auch Kindergartenleiterin Gabriele Kröger-Gröning. Der Kindergarten – wochentags von 7 bis 17 Uhr geöffnet, – der mittlerweile über eine zweite U-3-Gruppe mit zusammen 20 Plätzen für unter Dreijährige verfügt, des weiteren über drei Regelgruppen, erfreut sich eines guten Zuspruchs. „Wir sind voll“, so die Kita-Leiterin

Vor drei Jahren hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Ellenberger Einrichtung als „Schwerpunkt-Kita für Sprache und Integration“ ausgewiesen. Der Grund: Ein Drittel der 88 Kinder, die hierher kommen, haben einen Migrationshintergrund.

Für Kröger-Gröning bietet die Anerkennung als „Schwerpunkt-Kita für Sprache und Integration“ beste Chancen für die Kinder und zwar von Anfang an. Wer in Deutschland an Bildung teilhaben wolle, müsse die deutsche Sprache lernen und sprechen. In der Ellenberger Kita sind demnach die Jungen und Mädchen aus den Elternhäusern verschiedener Nationalitäten sehr unterschiedlich in ihrer Sprachentwicklung. Daher gebe es in den Gruppen eine in den Alltag integrierende Sprachförderung. Für Kröger-Gröning dient der Mitmachtag zum einen dazu, die große Sprachen- und Kulturvielfalt aufzuzeigen und dafür in der Bevölkerung ein Bewusstsein zu schaffen. Da verstand es sich von selbst, Geschichten beispielsweise in deutscher und russischer Sprache vorzulesen: Gleicher Inhalt mit jeweils anderem Klang. Da war sprachliches Erleben angesagt und das galt auch bei den Singspielen.

Dass alle Eltern mit der Kita an einem Strang ziehen und so zur Integration ihrer Kinder über sprachliche und kulturelle Barrieren hinweg beitragen, findet die Anerkennung der Kindergartenleiterin. Miteinander sprechen, sich miteinander bewegen und gemeinsam Spaß haben, sich dann auch noch an einem Multi-Kulti-Büfett zu bedienen und Leckereien aus verschiedenen Ländern zu probieren: Das kam an und trug dazu bei, einander besser zu verstehen. Für Gabriele Kröger-Gröning steht fest, dass es nicht bei diesem ersten Mitmachtag bleiben soll. Denn gemeinsam zu feiern, macht allen Spaß und so soll es auch künftig sein.

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