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Kappeln : Kirchengrundstück als Baustelle

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Bauarbeiter haben die einsturzgefährdete Feldsteinmauer am Schleihang abgetragen. Neuaufbau soll bis Februar erfolgen.

Pressetermin hinter der St. Nikolaikirche. „Wir haben hier öffentliche Interessen zu vertreten. Die Leute wollen wissen, was los ist“, begründet der Kirchengemeinderatsvorsitzende Pastor Dr. Karsten Petersen das Treffen.

Und das hier was los ist, ist unschwer zu erkennen. Das Grundstück der St. Nikolaikirche ist derzeit eine Baustelle, zumindest zur Schleiseite hin. Die Feldsteinmauer, die den Hang vor dem Abrutschen bewahrt, ist vollständig abgetragen. Da wo sie einst war, befindet sich jetzt eine große wetterfeste Folie über der Abbruchkante. Mitten im Hang liegen terrakottafarbene Drainagerohre zum Ablauf des Wassers. Und die Mauersteine sind nördlich des Kirchengebäudes zu mehreren Haufen aufgestapelt. Sie sollen beim Aufbau in Beton gefasst und mit Winkelstützträgern versehen werden. Der stellvertretende Kirchengemeinderatsvorsitzende Walter Gaul sagt: „Wir möchten, dass die Mauer jahrzehnte- oder jahrhundertelang hält.“

Nötig war der Abbau der Mauer, weil das Wurzelwerk von vier Linden das Mauerwerk schwer beschädigt hatte und so der ganze Hang auf ein darunter liegendes Geschäfts- und Familienhaus von Prätorius abzurutschen drohte. Diese vier kranken Linden wurden im Februar gefällt (wir berichteten).

Eigentliche sollte die Mauer noch in diesem Jahr stehen, doch die Witterung ließ ein früheres Abtragen der Steine nicht zu. „Wir hoffen jetzt, dass wir im Februar fertig werden. Jeder Tag früher wäre schön“, so Gaul. Doch auch dies hängt letztlich von der Witterung ab, denn bei unter fünf Grad Minus kann kein Beton mehr gemischt werden. Und zudem werden die Arbeiten abgestimmt mit Prätorius, da auf deren Grundstück ebenfalls eine Feldsteinmauer saniert wird. Und das kann nicht gleichzeitig erfolgen.

Wenn die Maßnahme dann beendet ist, erwartet die Kirche eine Rechnung – mitsamt den gefällten Linden – von rund 200  000 Euro. Der Kirchenkreis will seine Kappelner Gemeinde weitgehend frei von den Kosten halten, und vom Denkmalstopf der Landeskirche kommen auch noch einmal 8000 Euro dazu. Geld, das die Kirchengemeinde gut gebrauchen kann, zumal sie einen Sanierungsüberhang hatte und in den vergangenen zehn Jahren etwa zwei Millionen Euro für Baumaßnahmen ausgegeben hat. Petersen sagt: „Wir hatten deswegen vor einem Jahr schon ein Bau-Moratorium beschlossen.“ Doch nur drei Tage später musste die Gemeinde ihr eigenes Stillhalteabkommen kassieren. Eine Begehung seitens des Bauamtes war zu dem Ergebnis gekommen, dass die Feldsteinmauer akut einsturzgefährdet war.

Wenn die Mauer wieder steht, dann sollen wieder Linden gepflanzt werden – allerdings nicht so, dass die neue Mauer gefährdet wird. Petersen weiß um die Wirkung der stadtbildprägenden Silhouette an dieser Stelle. „Doch das darf nicht auf Kosten der Sicherheit gehen“, so der Pastor. Und die Feldsteinmauer soll ja jetzt erst einmal jahrzehnte- und wenn es gut geht vielleicht jahrhundertelang halten.

 

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erstellt am 03.Dez.2015 | 19:48 Uhr

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