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Green-Screen-Festival : Kinopublikum spielte Jury und hatte die Qual der Wahl

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Mehr als 100 Besucher sehen drei für den sh:z-Publikumspreis nominierte Filme des Green-Screen-Festivals. Die Vorführung in den Capitol-Lichtspielen dauert knapp drei Stunden. Festival-Mitbegründer Henning Willers lobt das Kappelner Publikum.

„Das Kappelner Publikum ist schon fantastisch. Dass die Leute hier so zahlreich erscheinen, ist wirklich toll.“ Derjenige, der die Kappelner so lobte, war Henning Willers, einer der Gründerväter des Green-Screen-Festivals in Eckernförde. Gestern war das internationale Naturfilm-Festival anlässlich des vom Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) gestifteten Publikumspreises nämlich auf Kappeln-Besuch und Willers gleich mit. „Der Publikumspreis ist eigentlich der wichtigste Preis des Festivals“, meinte Willers bei der Begrüßung und begründete dies damit, dass es der einzige Preis sei, der von den Zuschauern vergeben werde.

Mehr als 100 Zuschauer erlebten dann in den „Capitol-Lichtspielen“ einen großen Naturfilm-Vormittag. Denn die drei zur Wahl stehenden Streifen hatten jeweils eine Länge von rund 45 Minuten und wurden – von einer zehnminütigen Pause abgesehen – hinter einander gezeigt. Die Filme waren völlig unterschiedlich. Beim ersten Kandidaten ging es um die Erdmännchen in der Kalahari-Wüste, deren Leben und Revierkämpfe eine Schweizer Professorin untersuchte. Bei den putzigen Gesellen steht ein Tier immer aufrecht Wache, um vor Gefahren zu warnen. Der zweite Film handelte vom japanischen Fluss Niyodo, dessen Wasser klar und rein ist und auch eine erstaunlich blaue Farbe hat. Der Regisseur unternimmt dabei, vom Jahreswechsel begleitet, eine Reise vom Quell in den Bergen bis hin zur Mündung im Ozean. Herausgekommen ist eine Anreihung von opulenten spektakulären Farbbildern, kommentiert in Englisch mit japanischem Akzent. Der dritte Streifen zeigte die Auenlandschaft Vorpommerns. Dort lebt mit dem Schreiadler der kleinste und seltenste Adler Deutschlands. In 44 Minuten wurde eine urige Landschaft mit Mooren, Feuchtwiesen und Wäldern vorgestellt, in der auch Biber, Fischotter und Kranich zu Hause sind.

Welcher von diesen drei Anwärtern nun den sh:z-Publikumspreis ergattern wird, ließ sich nach der Vorstellung in Kappeln nur schwer sagen. Alle Filme erhielten viel Applaus nach ihrer Vorführung.

Gerti Lausen aus Kappeln lobte das Filmevent insgesamt. „Es war phantastisch, und noch besser als im vergangenen Jahr. Besonders der Beitrag aus Japan hatte etwas Medidatives und zeigte besondere Perspektiven. Das habe ich noch nie zuvor gesehen.“ Dem Stoltebüller Glenn Hammermeister hatten die Filme auch sehr gut gefallen, doch gab er zu bedenken, dass die Dauer von drei Mal 45 Minuten insgesamt doch etwas lang sei. „Wen Naturfilme interessieren, den wird das nicht stören, aber für meinen elfjährigen Sohn war das doch etwas lang.“ Und die englischsprachige Kommentierung über den Fluss Niyodo fand sein Sohn eher langweilig. Dagegen störte Angelika Lund die englische Sprache überhaupt nicht. Die Kappelnerin, sieht gerne Tierfilme und fand alle drei Streifen „spitze“. Ihr Favorit war der Beitrag über die Auenlandschaft Vorpommerns. Manfred Wachtel und Sigrid Schmidt haben Green Screen im vergangenen Jahr für sich entdeckt und sahen damals 16 Filme. Jetzt gehören die Kappelner zu den ehrenamtlichen Green-Screen-Helfern und werden unter anderem Moderationen übernehmen und beim Gala-Empfang und der Preisverleihung helfen. Die gestrige Matinee nannte Wachtel „einen gelungenen Vorgeschmack“.

Welcher Film nun Preisträger wird, zeigt sich erst in ein paar Tagen. Denn neben Kappeln werden die drei Filme noch in 17 anderen Orten gezeigt, darunter mit Sonderburg, Tondern und Tingleff erstmals in drei dänischen Orten. Bei der vergangenen Verleihung des Publikumspreises hatten die Kappelner übrigens den richtigen Riecher. Es gewann damals der Beitrag „Die letzten Wildpferde Europas“, und der hatte auch in Kappeln die Nase vorn.

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erstellt am 26.Aug.2013 | 00:33 Uhr

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