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Schlei-Bote

18. Dezember 2017 | 16:10 Uhr

Kino: Weiterhin alles möglich

vom

Eckernförder Hauptausschuss lässt alle drei potenziellen Standorte nochmals prüfen

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Eckernförde | Eckernförde ohne Kino ? Undenkbar. Auch die Kommunalpolitiker aller Fraktionen sind sich da einig. Ungeklärt sind allerdings noch die Fragen, wo es städtebaulich am besten aufgehoben ist und wo es zu welchen Bedingungen am besten gebaut werden kann. Die neue Ratsversammlung braucht für eine Entscheidung nach der konstituierenden Sitzung am 17. Juni und der folgenden Sommerpause noch jede Menge belastbares Daten- und Zahlenmaterial.

Der Eckernförder Hauptausschuss unter der Leitung von Bürgervorsteherin Karin Himstedt hat die Stadtverwaltung beauftragt, die benötigten Entscheidungsgrundlagen bis dahin zusammen zu tragen. Weiterhin untersucht werden sollen alle drei potenziellen Kino-Standorte Willers-Jessen-Schule, Bahnhof und Gartenstraße. Darauf verständigte sich der Ausschuss nach längerer Debatte, in deren Verlauf der Ursprungsantrag der CDU und des SSW vor allem auf Betreiben der SPD-Fraktion um den Standort Gartenstraße ergänzt worden ist. Damit konnten am Ende alle leben, weil damit eben kein Standort von vornherein ausgeschlossen wird. Wesentliche Argumentationshilfe in Sachen Gartenstraße hat Eckernfördes Bürgermeister Jörg Sibbel geleistet: Er verkündete, dass er ein Gespräch mit den Projektverantwortlichen geführt habe und sich abzeichne, dass es dafür einen Investor geben werde - was bis dato noch nicht der Fall war.

Die CDU ließ derweil keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie nach wie vor auf die Willers-Jessen-Schule als den "Kino-Standort mit dem mit Abstand größten Charme" setze. Ein Kino in der Willers-Jessen-Schule wäre etwas "Einmaliges, und würde zu Eckernförde passen". Man werde so lange wie möglich daran festhalten, sagte Karl-Heinz Huber (CDU). "Wenn es nicht gelingen sollte, ist das Projekt raus." Doch dafür sieht die CDU nach wie vor keine hinreichende Handhabe. Bei der Beurteilung der von der Verwaltung ins Feld geführten vergabe- und beihilferechtlichen Gründe, die aus Sicht der Verwaltung gegen diesen Standort sprechen, gebe es immer "mehrere Meinungen", wie die Ausschussvorsitzende Karin Himstedt (CDU) sagte. Mitantragsstellerin Jette Waldinger-Thiering (SSW) betonte: "Wir können nicht vier Monate ungenutzt verstreichen lassen. Wir kennen die Fragen schon, warum sollen wir dann nicht den Auftrag erteilen ?"

Martin Klimach-Dreger (SPD) hatte eingangs kritisiert, dass CDU und SSW den Standort Gartenstraße ausgeschlossen hatten. Mit so einem Ansatz sei auch die von allen angestrebte Einvernehmlichkeit ausgeschlossen. Diskutiert werden müsse auch die Frage, welche Art von Kino man sich vorstelle - eines wie bisher oder eines modernster Prägung. Die Kino-Standortfrage sei gleichsam auch eine der Stadtentwicklung, es wäre "ein fataler Fehler", die stadtplanerische Sicht bei der ganzen Diskussion auszublenden.

Rainer Beuthel (Die Linke) sagte, man solle doch prüfen, was umsetzbar ist, "und nicht, wie wir es verhindern können". Zudem sei über Inhalte der Verwaltungsstudie zu reden. Seiner Ansicht nach sei ein hoher Aufwand betrieben worden, um den Standort Willers-Jessen-Schule "madig zu machen". Er zweifelte einige Aussagen an, zum Beispiel, dass die Stadt rechtlich als Investor und Kinobetreiber dargestellt werde. Sibbel hielt dem die Rechtsposition der Stadt entgegen, die auf Grundlage der Gemeindeordnung stehe und dies sehr wohl so wie dargestellt zu sehen sei. Im Übrigen hätte die Verwaltung nur Aufträge der Ausschüsse abgearbeitet mit dem Ziel, Entscheidungsgrundlagen für die Politik zu schaffen. "Wir sind nicht Partei, entscheiden tun Sie", sagte Sibbel.

Micha Bund (Bürger-Forum) kritisierte schließlich die CDU, die aus unverständlichen Gründen am "schlechtesten Standort" festhalte.

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