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Schlei-Bote

17. Oktober 2017 | 08:26 Uhr

Kino-Standort auf der Kippe

vom

Eckernfördes Stadtverwaltung hat die Chancen und Risiken der vier vorgestellten Kino-Projekte analysiert

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Eckernförde | Die Stadtverwaltung von Eckernförde hat den Fraktionsvorsitzenden Ende vergangener Woche eine Analyse der vier in Aussicht genommenen Kino-Standorte zugeschickt. Darin werden die Chancen und Risiken zu den vier geplanten Projekten in der Willers-Jessen-Schule, am Eckernförder Bahnhof, in der Gartenstraße und am Schulweg aufgelistet. Es handele sich dabei nicht um eine abschließende Bewertung, wie Eckernfördes Bauamtsleiter Roy Köppen ausdrücklich betonte. Vielmehr gründe sich die von zwei städtischen Ausschüssen erbetene Ausarbeitung auf den eingereichten Planungsunterlagen, und die seien nicht in jedem Fall hinreichend für eine Gesamtbeurteilung geeignet, sagt der Bauamtsleiter.

Dies gelte auch für den Kino-Standort Willers-Jessen-Schule, deren Umbau nach den jetzigen Erkenntnissen als "prinzipiell ungeeignet" eingestuft wird (Köppen: "Aber machbar ist alles."). Die zwischen rund drei bis fünf Millionen Euro liegenden Kosten für den Umbau in ein Kino wären von der Stadt zu tragen. "Wir haben den Blick für die Risiken geschärft", sagte Köppen. Und die Risiken werden in dem Papier als hoch eingestuft.

Die Wählergemeinschaft Bürger-Forum hat den Schriftsatz der Verwaltung studiert und dazu per Pressemitteilung Stellung genommen. Mit "Nach Recherche der Stadtverwaltung: Willers-Jessen-Schule wird kein Kino", ist das Ganze überschrieben. Köppen widerspricht: Dem sei nicht so. Es gebe lediglich eine erste Einschätzung aufgrund vorliegender Planungsunterlagen, die Fraktionen müssten das Thema jetzt beraten und dann entscheiden.

Die beiden Pressesprecher des Bürger-Forums, Christina Pohlmann und Dr. Heinrich Mehl, verweisen darauf, dass die Stadtverwaltung die Willers-Jessen-Schule als einzigen möglichen Kino-Standort als ungeeignet bewertet habe. Wichtig wäre der Stadt vor allem gewesen, finanzielle Risiken zu vermeiden. Nicht zu bewältigen seien die finanziellen Lasten wie Umbaukosten von rund drei bis fünf Millionen Euro und die jährlichen Zuschüsse für die Bauunterhaltung. Das Projekt Willers-Jessen-Schule werde entgegen bisheriger Annahmen aufgrund der aufwändigen Planungs-, Sanierungs- und Umbauphase mit drei Jahren auch deutlich länger dauern als bislang gemutmaßt. Demgegenüber habe die Stadt in ihrer Ausarbeitung angedeutet, dass sie eine Nutzung der Willers-Jessen-Schule als Bürger- und Kulturzentrum als "besonders günstig" einstufe, teilte das Bürger-Forum mit.

Der vermeintliche Abgesang auf den Kino-Standort Willers-Jessen-Schule bringt vor allem die Eckernförder CDU in Wallung, die sich bereits im Vorwege für diesen Standort ausgesprochen hatte. Vorgestern Abend hatte die CDU zu einer Sondersitzung geladen. Im Vorfeld betonte die Fraktionsvorsitzende Katharina Heldt, dass vor allem juristische Fragen zu klären seien, um zu einer abschließenden Beurteilung zu kommen: "Es ist noch zu früh, um dieses Projekt zu kippen." Wenn es rechtlich jedoch problematisch werde, müsse man auf dieses Projekt verzichten.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Klimach-Dreger nahm die Entscheidungshilfen der Verwaltung dankbar an. Diese Erkenntnisse gelte es nun zu beraten, am 16. Mai im Hauptausschuss abzuwägen und nach der Wahl zu entscheiden. Jedoch: Bei der Willers-Jessen-Schule liege "das komplette finanzielle Risiko bei der Stadt", das sei am Bahnhof und an der Gartenstraße nicht der Fall. Was derzeit noch fehle, seien belastbare Zahlen.

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