Süderbrarup : Kein Zugang zur Bahnhofstoilette

Im Bahnhof von Süderbrarup bleiben die Toiletten zurzeit für Busreisende verschlossen.
Im Bahnhof von Süderbrarup bleiben die Toiletten zurzeit für Busreisende verschlossen.

Weil die Gemeinde den Vertrag mit dem Bahnhofseigentümer gekündigt hat, sind Bahnhofshalle und -toilette seit Jahresbeginn für die Öffentlichkeit verschlossen.

shz.de von
28. Januar 2015, 07:30 Uhr

Der Betrieb des Bahnhofs von Süderbrarup bleibt in der Kritik der Öffentlichkeit. Nachdem durchreisende Bahnfahrer bis vor Kurzem noch ungeschützt Wind und Regen ausgesetzt waren, hat die Bahn jetzt auf dem neu angelegten Bahnsteig ein Schutzhaus errichtet. Nun gibt es jedoch neue Beschwerden. Es geht um die Nutzung von Bahnhofshalle und -toilette. Bahnhofseigentümer Johannes-Peter Henningsen hat seit dem 1. Januar beide Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit gesperrt. Dies teilt er auf Aushängen mit.

Auf der Jahresversammlung der Seniorenunion nahm er zu den Beschwerden persönlich Stellung. „Ich bin als Unternehmer darauf angewiesen, dass meine Leistungen bezahlt werden“, erklärte er. Süderbrarups Bürgermeister Friedrich Bennetreu habe aber den Vertrag mit ihm im September gekündigt. Damit bestünde für ihn keine Verpflichtung mehr, die Toilettenanlage sowie die Aufenthaltshalle des Bahnhofs der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die Wartung der Halle und des WCs verschlinge etliche Mittel, so Henningsen. Ausnahmen macht er nur für Bahnkunden und Gäste des Cafés, die sich den Schlüssel im Lokal abholen können. Er bedaure es sehr, dass jetzt Busreisende im Freien stehen müssten und ihre Notdurft nicht verrichten könnten.

Die Toilettenfrage kam auch bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung zur Sprache. Bürgermeister Friedrich Bennetreu rechtfertigt seinen Schritt mit mangelnder Vertragstreue des Bahnhofsbesitzers. „Es ist wiederholt vorgekommen, dass die Räumlichkeiten zur festgelegten Zeit nicht geöffnet waren“, erklärte er. Deshalb habe er den Vertrag kündigen müssen. Er könne es als Bürgermeister nicht verantworten, Gelder der Gemeinde für Leistungen zu bezahlen, die nicht erbracht werden. Auch habe er ordentlich und fristgerecht gekündigt. Die dadurch entstandene Dreimonatsfrist hätte der Bahnhofseigentümer zu Gesprächen nutzen können – dafür habe er aber anscheinend keinen Bedarf gesehen.

Um einem Mangel an öffentlichen Toiletten vorzubeugen, will Bennetreu das Toilettenhäuschen auf dem Süderbraruper Marktplatz nach Klärung der Reinigungsmodalitäten tagsüber öffnen lassen und verweist gleichzeitig auf die öffentliche Toilette auf dem Friedhof. Um die Busreisenden am Bahnhof nicht im Regen stehen zu lassen, soll ein Wartehäuschen aufgebaut werden. Mit einem Vertreter der Kreisverkehrsbetriebe sei bereits eine Ortsbesichtigung zu diesem Thema durchgeführt worden, so Bennetreu.

Bahnhofsbesitzer Henningsen weist die Vorwürfe gegen sich zurück. Er habe viel Geld, Zeit und Geduld investiert, um Süderbrarup einen ansehnlichen Bahnhof zu präsentieren. „Durch erhöhte Randale, verbunden mit Vandalismus und vielen Schäden musste die Anlage zeitweise einige Tage an späten Abenden geschlossen werden“, erklärte er. Meistens seien die Randalierer nach zwei bis drei Abenden wieder abgezogen, und die Anlage sei dann wieder länger geöffnet gewesen.

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