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Prioritäten-Frage : Kein Vorrang für die Schlei-Terrassen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Nahe der Schlei-Terrassen sollen weitere Wohnhäuser entstehen. Der Bauausschuss diskutierte darüber, ob dies der Entwicklung der Waffenschule zuwiderläuft.

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2013 | 11:52 Uhr

In der Barbarastraße, also in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Marinewaffenschule, spielt ein Kappelner mit dem Gedanken, auf seinem Grundstück Einzel- und Reihenhäuser zu errichten. Im Bauausschuss und in der Verwaltung reagierte man auf diesen Wunsch vereinzelt mit einer gewissen Skepsis. Man solle doch zunächst den Schwerpunkt auf die Entwicklung der Schlei-Terrassen legen, anstatt sich in vielen kleineren Projekten eventuell zu verzetteln.

Derzeit befindet sich auf dem Grundstück Barbarastraße 6 ein Wohnhaus, eine Scheune und ein Stall – keines der Gebäude will der Eigentümer erhalten. Stattdessen plant er, sich bei einem Neubau an der angrenzenden Bebauung zu orientieren: Nördlich seines Grundstücks stehen Reihenhäuser, östlich Einzelhäuser. Stadtvertreter Rainer Moll (SPD) war der erste, der wissen wollte, ob bereits abzusehen sei, dass dieses Vorhaben „in Kollision mit den Plänen für die Marinewaffenschule“ stehe. Eine mittelbare Antwort lieferte Bauamtsleiter Erich Reuter. „Wir haben uns mit der Landesplanung kurzgeschlossen“, sagte Reuter. Von dort sei die Bitte gekommen, man möge dieses Vorhaben erst einmal zurückstellen, bis die Arbeiten auf den Schlei-Terrassen begonnen hätten. Reuter: „Es heißt, die Stadt solle Prioritäten setzen mit Blick auf die Wohnraumentwicklung. Wir kommen sonst eventuell in Erklärungsnot, wenn wir zu viele Entwicklungsflächen ausweisen.“

Axel Langkowski (CDU) reichten diese Worte nicht aus, um die in Frage stehende Bitte abschlägig zu behandeln. Es gehe doch nur darum, zwei Häuser zu bauen, eine Konkurrenz zu den Schlei-Terrassen könne er nicht erkennen. „Und wenn das so wäre, stehen die Schlei-Terrassen aber auf ganz wackeligen Füßen“, urteilte Langkowski. Außerdem lobte er die Aussicht darauf, dass das Vorhaben eine aktuelle Bebauungslücke schließen würde.

Tatsächlich sprach Erich Reuter davon, dass in der Barbarastraße 6 maximal sechs Wohneinheiten entstehen sollen. „Wir sollten nur überlegen, nicht Signale zu senden, wonach an jeder Stelle im Außenbereich Bebauung vorangetrieben wird“, sagte der Bauamtsleiter. Empfehlenswerter sei es, den Fokus zunächst auf die Schlei-Terrassen zu legen – „denn die sind kein Selbstgänger“. Reuter prognostizierte einen Projektstart auf dem Gelände der Waffenschule für Mitte 2014. Ab diesem Zeitpunkt sei ersichtlich, wie der Markt reagiere und wie groß die Nachfrage nach Wohnraum tatsächlich sei. „Wir bitten nur um einen zeitlichen Aufschub, um die Schlei-Terrassen anzustoßen“, sagte der Bauamtsleiter.

Matthias Mau (CDU) teilte derweil die Ansicht seines Fraktionskollegen. „Es ist nicht angemessen, alle anderen Projekte in Warteposition zu stellen“, sagte Mau. Zumal gerade die Pläne für die Barbarastraße 6 nicht so massiv seien, dass die Schlei-Terrassen einen Schaden nehmen könnten. Daraus eine Glaubensfrage zu machen, ob die Stadt hinter der AMA GmbH, dem Investor der Waffenschule, stehe oder nicht, halte er für deutlich übertrieben. Ausschussvorsitzender Volker Ramge (CDU) folgte dagegen eher Reuters Spur, als er erklärte: „Es ist gewünscht, dass die Stadt ein klares Bekenntnis zur angehenden Wohnbebauung abgibt.“ Der Bauausschuss müsse eine klare Idee davon haben, wo die Stadt mit ihrer Bauflächenentwicklung hinwolle.

Vorbehaltlich der Zustimmung der Landesplanung befürwortete der Ausschuss die Bebauung mit Reihen- und Einzelhäusern in der Barbarastraße 6 schließlich mehrheitlich. Einzig der Ausschussvorsitzende stimmte dagegen.

Weiteres in Kürze:

> Die Empfehlung zur Auflösung der vier Spiel- beziehungsweise Bolzplätze „Todt’sche Koppel“, „Langeland“, „Rathaus“ und „Schulstraße“ kam bei einer Gegenstimme (B 90 / Grüne) zustande. Die beiden erstgenannten Plätze sollen in der Folge zum Kauf angeboten werden. Dahinter steckt auch der Wunsch der Verwaltung, aus vielen Spielplätzen in der Stadt mit durchschnittlicher Qualität eher weniger Plätze mit guter Qualität zu machen.

> Mit einer Gegenstimme (B 90 / Grüne) empfahl der Ausschuss die vierte Änderung des B-Plans Nr. 13 „Mehlby“. In der Planzeichnung war ein Knick vermerkt worden, der tatsächlich gar nicht vorhanden ist.

> Die Aufhebung des B-Plans Nr. 12 „Todt’sche Koppel“ billigte der Ausschuss ebenfalls mit einer Gegenstimme (B 90 / Grüne).

> Lars Braack wurde als neues bürgerliches Bauausschussmitglied der SPD verpflichtet. Braack rückt für den im Oktober freiwillig ausgeschiedenen Ernst-Detlef Schlösser nach.

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