Kein "pädagogischer Tourismus"

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04. August 2009, 09:59 Uhr

Amt Kappeln-Land | Der Amtsausschuss Kappeln-Land geht derzeit davon aus, dass die Außenstelle der Hüholzer Schule am Standort Habertwedt (Gemeinde Grödersby) bis auf Weiteres nicht gefährdet erscheint. Allerdings blicken die Bürgermeister von Rabenkirchen-Faulück, Arnis, Grödersby und Oersberg nicht ohne gewisse Bedenken in die Zukunft. Sie fragen sich: Wohin könnte der (Schul-)Weg für die in Habertwedt unterrichteten Erst- und Zweitkässler führen, falls an der Ellenberger Gorch-Fock-Schule unter Einbeziehung der Hüholz-Schüler tatsächlich ein neues Grundschulzentrum samt einem großen Förderzentrum eingerichtet würde? Der Amtsausschuss würde sich im Ernstfall für den Erhalt von Habertwedt stark machen, ließen die vier Mitglieder des Amtsausschusses durchblicken.

Amtsvorsteher Peter-Martin Dreyer zitierte Eltern aus der Gemeinde Rabenkirchen-Faulück. Danach bestünden schon jetzt Vorbehalte gegen den "pädagogischen Tourismus" - sprich Transport der Dritt- und Vierklässler über die Schleibrücke gen Ellenberg. Da es den freien Elternwillen bei der Wahl des Schulstandortes gibt, käme für etliche Familien als Alternative der (nähere) Schulweg nach Süderbrarup in Frage. Die Bürgermeister aus Kappeln-Land verdeutlichten auch, dass bei der Ellenberger Lösung ein ähnliches Problem für den Fortbestand der Grundschule Karby entstehen würde.

Was das Förderzentrum betrifft, so bevorzugt der Leiter der Kappelner Hans-Christian-Andersen-Schule, Manfred Kerl, die große Ellenberger Lösung mit den neuen integrativen pädagogischen Chancen. Ohnehin würden immer mehr Sonderschüler in der Regelschule unterrichtet. Für die zahlenmäßig kleiner werdende Kappelner Förderschule käme als letzter alternativer Ausweg wohl nur ein Anschluss an das Förderzentrum in Sörup in Frage. Im Amtsausschuss hieß es dazu, man wolle die weitere Entwicklung in Ruhe abwarten.

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