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Niederdeutscher Abend : Karby zeigt sein plattdeutsches Potenzial

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Vor mehr als 100 Besucher stellen Grundschüler, Schwansener Gesangsverein und Theaterspieler ihr Können unter Beweis.

Bernhard Clausen ist ein „Hans Dampf“, wenn es um die plattdeutsche Sprache in seinem Dorf Karby geht. Als Schulleiter hatte er für gute Erfolge seiner Schüler beim landesweiten plattdeutschen Lesewettbewerb gesorgt. Seit über 40 Jahren wird in Karby plattdeutsches Theater mit Freude und Leidenschaft gespielt. Und wenn es drauf ankommt, dann stellt sich auch der Schwansener Gesangsverein ganz auf die Regionalsprache ein.

Am Freitag war es soweit: der erste plattdeutsche Abend stand im Gasthaus Nüser an und mehr als hundert Menschen jeden Alters waren gekommen, um Plattdeutsche live auf der Bühne zu erleben. Die Begrüßungsworte sprach Chef-Organisator Bernhard Clausen und der war stolz auf die Grundschule. 44 Schulen hätten sich darum beworben, um als Schule mit plattdeutschem Profil besonders gefördert vom Land gefördert zu werden, aber nicht alle seien genommen worden. Die Karbyer Grundschule ist dabei und so steht „Plattdeutsch“ dort regulär auf dem Stundenplan. Und dass sie besonders fit in ihrer Heimatsprache sind, zeigten die 42 kleinen Schülerinnen und Schüler mit schwungvollen Liedern, Geschichten und Sketchen. „Alle Kinder sind freiwillig dabei und engagieren sich fürs Plattdeutsche“, sagte Lehrerin Frauke Bruhn. Unter den Kindern war auch die Schulsiegerin des Lesewettbewerbs, Mia Siedenbiedel. „Ich spreche ganz viel Plattdeutsch mit meiner Oma“, strahlte sie. In ihrer Familie wird die Sprache aktiv gepflegt und das seit Generationen, denn auch Mama Maren hatte als Schülerin an dem Lesewettbewerb teilgenommen und durfte ihre Schule als Siegerin vertreten.

Auch der Schwansener Gesangsverein hatte sich ganz auf das Plattdeutsche eingestellt und ließ bekannte plattdeutsche Lieder aufleben, bei denen viele mitsingen konnten. Singend erinnerte man sich gemeinsam an „Herrn Pastor sien Kauh“ oder „ Dat du min Leevsten büst“. Der dritte Programmpunkt dann war das Theaterstück „Een Säugling to veel“, das die Gäste in eine Pension in Hamburg entführte.

In dem Schwank von Joachim Grabbe bringt ein Brief um einen Säugling die Familie in Turbulenzen. Eine Verwechslungsgeschichte bringt den pensionierten Familienvater Jochen Hahnentritt, gespielt von Gunna Nehmdahl sehr in Bedrängnis, weil seine Frau Wiebke (Regina Hess) einen Fehltritt ihres Mannes vermutet. Tochter Gesa wurde von Alina Hucke gespielt. Waltraud Bock als Thekla, Bernd Petersen als Knut Harmsen und Mike Fülling als Säugling Hauke komplettierten das Ensemble. Das Stück bot alles auf, was ein klassisches Laienstück auf Plattdeutsch zu bieten hat und so unterhielt die Theatergruppe ihr Publikum mit einer schnellen Geschichte voller Witz und einem guten Ende. Als Souffleuse war Inka Gorecki dabei, um die Kulissen hatten sich Renate und Harald Klein gekümmert und für Frisuren und Make-up war Monika Clausen zuständig.

Nach gut zweieinhalb Stunden plattdeutscher Unterhaltung zog Clausen ein Fazit: „Der Abend war ein großer Erfolg.“ Gleich nach der Veranstaltung sei er von vielen angesprochen worden, ob es denn im nächsten Jahr weitergehen würde mit dem Plattdeutschen Abend. Diesen hatte er in diesem Jahr ins Leben gerufen, weil das traditionsreiche Plattdeutsche Theater, das sonst im Rahmen des Feuerwehrballs zu sehen war, eine neue Bühne suchen musste, da das Feuerwehrfest nicht mehr stattfindet. Mit dem Plattdeutschen Abend wurde aber ein Ereignis aus der Taufe gehoben, das nicht nur Plattdeutsch präsentiert, sondern auch zeigt, dass die Sprache von Groß und Klein gepflegt werden kann und muss, um lebendig zu bleiben. Im Gasthaus Nüser kamen alle Generationen zusammen und feierten das Plattdeutsche in ihrem Ort. Bernhard Clausen: „Das Zusammenwirken von Grundschule, Gesangsverein, Volkshochschule und Theatergruppe hat gezeigt, wie lebendig unser Dorf ist.

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erstellt am 16.Feb.2015 | 11:00 Uhr

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