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Projekt „Jugend stärken an der Schlei“ : „Kappelns Jugend rutscht immer mehr ab“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Kaum Freizeitangebote für junge Menschen? – Vier Jugendliche wollen das nun ändern und ihre Heimatstadt mitgestalten.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2016 | 07:15 Uhr

Ein Freibad, ein Open-Air-Festival, Billard, Fußballturniere, Mülleimer in den Wäldern, eine Paintball-Halle – Der Wunschzettel der Jugendlichen, welche Neuerungen sie sich für Kappeln wünschten, war lang. Daniela Horneborg (25), Lukas Frank (20), Philip Ostmann (16) und Jan Michelsen (17) waren der Einladung von Streetworker Helmut Margies gefolgt und brachten sich nun mit eigenen Ideen für das Projekt „Jugend stärken an der Schlei“ ein. Dieses ermöglicht es, Jugendlichen zwischen 12 und 26 Jahren Vorschläge zur Verschönerung ihres Heimatortes zu sammeln. Mit finanziellen Mitteln des Europäischen Sozialfonds können diese sogenannten Mikroprojekte dann umgesetzt werden.

Auch Bürgermeister Heiko Traulsen kam an diesem Abend vorbei, um den Jugendlichen Mut zu machen: „Wir begrüßen es, wenn die Jugend für sich selbst plant. Ohne Ideen wären wir nichts“, so Traulsen. Zudem stellte das Verwaltungsoberhaupt die Arbeit des Ausschusses für Jugend, Kultur, Sport und Schulen vor. Dieser, so Traulsen weiter, sei für Anregungen stets dankbar: „Und das ist nicht nur ein Ausschuss, der schwadroniert, er hat auch Geld zur Verfügung.“

Die Beteiligung der jungen Kappelner an diesem Abend ließ für Helmut Margies jedoch zu wünschen übrig. Mit Blick auf die vier Jugendlichen zeigte sich der Streetworker enttäuscht: Er sei an allen Schulen Kappelns gewesen, berichtet er, um die Werbetrommel für das Projekt zu rühren: „Gehör haben sie uns zwar geschenkt, aber die Resonanz heute Abend ist nicht so, wie ich es mir gewünscht hatte“, sagt Margies.

Petra Klenke ist Koordinatorin des Programms „Jugend stärken im Quartier“ für den Kreis Schleswig-Flensburg und betreut neben Kappeln auch die Mikroprojekte in Schleswig und Süderbrarup. Das Problem der dürftigen Resonanz seitens der Jugend ist ihr nicht unbekannt: „In Schleswig hatten wir sieben Teilnehmer. Aber die hatten auch sehr schöne Ideen.“ Und auch die Kappelner Jugend hatte an diesem Abend einiges zu sagen. Philip Ostmann (16) ist überzeugt: „Es muss was passieren in Kappeln. Es ist ziemlich langweilig hier.“ Jan Michelsen (17)pflichtet seinem Vorredner bei: „Die Jugend hier rutscht immer mehr ab. Einige von uns haben schon aus purer Langeweile das ehemalige Bundeswehrgelände demoliert. Und das kann nicht sein.“ An Ideen mangelte es an diesem Abend nicht. Die Verschönerungsvorschläge für ihre Heimatstadt Kappeln schrieben die vier Jugendlichen auf eine Papiertischdecke, bis kaum noch Platz darauf war.

Der diskussionsreiche Abend im Bez trägt erste Früchte: So haben sich Daniela Hornborg, Lukas Frank, Philip Ostmann und Jan Michelsen schließlich nicht nur auf drei zentrale Ideen für die jugendfreundlichere Gestaltung Kappelns einigen können. Ein Spielplatz in Ellenberg, der auch Jugendlichen als Treffpunkt dienen können soll, ein Fahrradparcours und eine Rutsche an der Schlei – Das sind die zentralen Vorschläge der jungen Kappelner für eine jugendfreundlichere Stadt.

Aber auch Sponsoren zur Finanzierung der Projekte wollen sie gewinnen. Und, die vier kreativen Köpfe nehmen Bürgermeister Heiko Traulsen beim Wort, berichtet Petra Klenke: „Sie wollen in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Kultur, Sport und Schulen ihre Ideen selbst vorstellen und dort für eine finanzielle Unterstützung werben.“ Die Projektkoordinatorin von „Jugend stärken an der Schlei“ ist beeindruckt vom Engagement der Teilnehmer: „Sie haben wirklich konstruktiv gearbeitet und richtig gute Konzepte erstellt. Das war toll mitanzusehen.“ Petra Klenkes Aufgabe ist es nun, dem Europäischen Sozialfonds die ausgearbeiteten Konzepte vorzulegen. Dieser entscheidet dann, ob und welche Mittel für die Umsetzung Mikroprojekte bereitgestellt werden.

„Jugend stärken an der Schlei“ ist Teil des bundesweiten Förder-Programms „Jugend stärken im Quartier“ und wird unterstützt durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und den Europäischen Sozialfonds. Im Förderzeitraum vom 1. Januar 2015 bis zum 31. Dezember 2018 erhalten Jugendliche zwischen 12 und 26 Jahren die Möglichkeit, sich in Mikroprojekten in Kappeln, Schleswig und Süderbrarup kreativ mit Ideen zur Gestaltung ihres Standortes einzubringen. Insgesamt 1,1 Millionen Euro stehen für diese Mikroprojekte in der Region zur Verfügung.

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