Sandkoppel-Kaserne : Kappelner planen Feriendorf in Nieby

Norbert und Marion Essing mit einer Entwurfsskizze für das geplante Niebyer Feriendorf auf der Sandkoppel.
Norbert und Marion Essing mit einer Entwurfsskizze für das geplante Niebyer Feriendorf auf der Sandkoppel.

Norbert und Marion Essing, Eigentümer von Gut Roest, wollen auf der Sandkoppel am Rande der Geltinger Birk ein Millionenprojekt realisieren.

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17. Juni 2014, 07:15 Uhr

Auf einem Tisch verbirgt sich unter einem weißen Tuch etwas Geheimnisvolles, auf den ersten Blick ist nur eine viereckige hölzerne Platte zu erkennen. Norbert und Marion Essing, Eigentümer des Gutes Roest, enthüllen im Herrenhaus vorsichtig eine kleine Ecke des Objekts – und zum Vorschein kommt der Teil eines Modells, das erahnen lässt, wie das geplante Feriendorf auf der „Sandkoppel“ in Nieby aussehen soll: 25 bis 40 reetgedeckte und beheizbare Massivhäuser – drei Typen im Angelner Stil – samt einem Servicegebäude, umgeben von Gärten, einer Vielzahl von Bäumen und erreichbar über gewundene Wege.

Weshalb der 54-jährige Investor aus Kappeln, ein gefragter Kommunikationsberater und Geschäftsführer mehrerer eigener Unternehmen, das ganze Bebauungs-Modell zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abbilden und veröffentlichen lassen möchte, hat zwei Gründe: Zum einen handele es sich noch nicht um die Endfassung, zum anderen müssten nach erfolgter Detailplanung zu allererst die Niebyer Kommunalpolitiker informiert werden, erläutert er.

Fest steht bereits, dass die neue „Geltinger Birk Sandkoppel GmbH“, ein Unternehmen, das sich zu 100 Prozent im Besitz von Gesellschaftern der Familie Essing befindet, in diesem Jahr das sechs Hektar große Gelände der früheren Kaserne Sandkoppel plus zwei Hektar im Außenbereich und die vom Dorf zur Ex-Kaserne führende Zufahrtsstraße erworben hat. Für sein Projekt, dessen Kosten er mit einer zweistelligen Millionenhöhe veranschlagt, hat sich Norbert Essing regionale Experten ins Boot geholt, so den Architekten Gunnar Dogs aus Markerup und die Glücksburger Beratungsgesellschaft GLC. Außerdem will er später sämtliche Bauarbeiten an Firmen aus dem Kreisgebiet Schleswig-Flensburg vergeben, „damit auch sie davon profitieren können“.

Norbert Essing sagt: „Die Region Angeln braucht neue Leuchtturmprojekte.“ Vor drei Jahren nahm er erstmals das jahrzehntelang verwaiste Kasernengelände in Augenschein. Er sah die sechs maroden Gebäude und die darunter liegenden Bunker der ehemaligen Marinefernmelde-Einheit. „Ich schlug die Hände über dem Kopf zusammen und war entsetzt über den Zustand dieser Hinterlassenschaft der Bundeswehr“, erinnert er sich. Gleichzeitig aber erkannte der gebürtige Westfale „die extrem hochwertige Lage des Areals“ an der Geltinger Birk. „Es ist ein Gebiet von zum Teil atemberaubender landschaftlicher Erlebniskraft“, formuliert er auf seiner Homepage.

Für sein Feriendorf-Vorhaben, in dem es keine Restauration geben wird, hat der Investor im Vorfeld schon positive Signale aus dem Landes- und dem Kreishaus erhalten. Und in der Gemeinde Nieby gibt es bislang nur Zustimmung. Sobald das behördliche Genehmigungsverfahren erfolgreich verlaufen ist, muss Essing mit hohem finanziellen Aufwand zunächst die Kasernengebäude abreißen und das ganze Gelände sanieren lassen. „Was die Bunker betrifft, so könnten künftig ein oder zwei als Bleibe für Fledermäuse dienen“, deutet Essing an.

Wenn – wie erhofft – in zwei Jahren die ersten anspruchsvollen Feriengäste aus Deutschland und dem skandinavischen Raum in die Niebyer Anlage mit ihrer „gehobener Qualität“ einziehen können, dann werden laut Essing in Angeln „wichtige touristische Impulse“ ausgelöst. Da die Komfort-Häuser, die übrigens auf einem leicht abfallenden Gelände zwischen zwölf Metern und Normal Null gebaut werden, über keine Küchen verfügen, sind die jeweils bis zu 200 Urlauber täglich darauf angewiesen, sich in Gaststätten mit Mahlzeiten versorgen zu lassen. Schnäppchenjäger werden also hier nicht buchen. Festgeschrieben ist längst, dass die Ferienhäuser später nicht verkauft werden, sondern im Eigentum der Gesellschaft bleiben. Auch für Dauermieter bleiben die Wohnungen tabu. Norbert und Marion Essing unisono: „Wir tun das Ganze aus Liebe zur Natur und Umwelt.“ Und wenn wider Erwarten die Blütenträume nicht reifen sollten, ist das für sie kein Desaster: „Rein wirtschaftlich betrachtet sind wir auf die Verwirklichung unseres Projekts nicht angewiesen.“

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