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Gastliegerhafen : Kappeln wird für Gastsegler teurer

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Hauptausschuss beschloss für den städtischen Jachthafen erstmals eine Preisstaffelung nach Bootslänge. Rund 5000 Wassersportfreunde liefen im vergangenen Jahr die Stadt an.

Die Hafengebühren für Gastliegerhafen werden ab dem kommenden Jahr steigen. Dies beschloss am Montagabend der städtische Hauptausschuss. Dazu wird es künftig auch erstmals eine Staffelung nach der Größe der Boote geben. Der Liegeplatz für Jachten bis zwölf Meter kostet demnach 18 Euro pro Nacht, für Jachten über 12 Meter Länge kostet der Platz 20 Euro. Die Benutzung der Duschen im Pierspeicher ist in der Hafengebühr wie früher bereits enthalten.

Ursprünglich wollte die Verwaltung die einheitliche Hafengebühr von 17 auf 18 Euro anheben und dann in zwei Jahren nochmals auf 20 Euro. Die Verwaltung begründete dies mit Mehrausgaben im Sanitärbereich und bei den Stromkosten. Doch die CDU-Fraktion wollte noch einen Schritt weitergehen, indem sie den Preissprung von 17 auf 20 Euro gleich ab nächstem Jahr vorschlug. Dazu Volker Ramge (CDU): „Unser Gastliegerhafen ist sehr beliebt. Ich gehe davon aus, dass bei einer Erhöhung von 17 auf 20 Euro kein Rückgang der Besucher zu befürchten ist.“ Zudem dürfe man es den privaten Häfen in Kappeln nicht zu schwer machen, meinte Ramge und sprach in dem Zusammenhang von einem „Konkurrenzschutz“.

Doch dieser Vorschlag stieß bei vielen Ausschussmitgliedern auf Bedenken. Norbert Dick (Grüne) meinte, dass 20 Euro in vielen Fällen in Ordnung sei und nannte dafür Charterjachten als Beispiel. Doch für den Einhandsegler mit einem Sechs-Meter-Boot seien 20 Euro sehr viel Geld. Dick schlug daher eine Staffelung nach Bootsgröße und Zahl der Besatzungsmitglieder vor. Auch ein Duschautomat würde Sinn machen. SPD-Fraktionschef Rainer Moll warnte dagegen vor mehr Arbeit und Kontrolle. „Den Einheitspreis finde ich gut. Ich befürchte nur, dass die Preisanhebung von 17 auf 20 Euro eine abschreckende Wirkung hat und der Hafen leer bleibt.“

Und auch in der eigenen Fraktion stieß der CDU-Vorschlag nicht nur auf Zustimmung. Axel Langkowski etwa nannte einen Einheitspreis von 20 Euro ungerecht. „Eine Staffelung über die Bootslänge ist gerechter. In anderen Städten ist das auch möglich“, sagte Langkowski. LWG-Fraktionsvorsitzender Michael Arendt, selbst Segler, fand das Preisgefälle bei kleinen Jachten von 12 Euro in Damp zu 20 Euro in Kappeln sehr groß. „Mit 20 Euro sind wir im absolut oberen Bereich.“ Auch Arendt sprach sich für eine zweistufige Lösung aus, die bei den Seglern mehr Akzeptanz fände.

Dagegen fand Christian Andresen vom SSW die 20 Euro in Ordnung, weil darin auch die Benutzung der Duschen inbegriffen sei. Und Ausschussvorsitzender Matthias Mau (CDU) meinte, dass er durch die Preiserhöhung mit Mehreinnahmen von 10.000 Euro rechne. „Damit können wir unser Defizit im Eigenbetrieb ‚Hafen und Wasserwerk‘ um rund ein Drittel mindern.“

Der Büroleitende Beamte Jörg Exner, der im Rathaus für den Eigenbetrieb Hafen zuständig ist, nannte den Vorschlag auf Anfrage „gruselig“. „In der Hauptsaison sind 20 Euro auf dem Markt durchaus zu erzielen. Doch meine große Befürchtung ist, dass uns in der Vor- und Nachsaison viele kleine Segler meiden und einen anderen Hafen aufsuchen werden“, so Exner. Statt 5000 Seglern, werde man dann nur noch 4500 in der Saison haben. Exner schlug stattdessen eine Staffelung vor in Boote bis zwölf Meter Länge und Jachten über zwölf Meter Länge.

Dies stieß in dem Ausschuss auf einmütige Zustimmung. Arendt etwa befürwortete eine Staffelung der Preise, indem er unter Bezug auf Exners Ausführungen betonte, dass weniger Segler in Kappeln auch weniger Umsatz in Gaststätten und Geschäften bedeute. So beschloss der Hauptausschuss einstimmig für die nächste Saison einen Preis von 18 Euro für Jachten bis zwölf Meter Länge, und für Schiffe über zwölf Meter Länge kostet die Übernachtung 20 Euro.

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erstellt am 29.Okt.2013 | 19:45 Uhr

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