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Bauen in Mehlby : Kappeln schafft Platz für Familien

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

In der Schulstraße sind Baugrundstücke für 45 Einfamilienhäuser geplant, zudem wird der nahe Waldorfkindergarten erweitert.

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2016 | 07:15 Uhr

Die Stadt Kappeln kann interessierten Bauherren künftig ein neues Wohngebiet anbieten. Im Bereich der Schulstraße im Ortsteil Mehlby möchte die Landgesellschaft Kiel insgesamt 45 Baugrundstücke für Einfamilienhäuser ausweisen und in zwei Bauabschnitten realisieren. Der Bauausschuss hatte sich jüngst damit befasst, sich am Ende allerdings beinahe in einer Diskussion darüber, ob das Wohngebiet als „reines“ oder „allgemeines“ deklariert werden solle, verheddert. Zudem will sich der ganz in der Nähe beheimatete Waldorfkindergarten vergrößern und könnte damit potenziellen Neu-Kappelnern einen weiteren Grund liefern, die Stadt zu ihrem neuen Zuhause zu machen.

In Richtung Norden will die Landgesellschaft Kiel das Wohngebiet an der Schulstraße vergrößern, und im Ausschuss herrschte darüber Einigkeit, diese Entwicklung mit Wohlwollen zu begleiten. Axel Langkowski (CDU) sprach sogar davon, „hocherfreut“ über ein neues Wohngebiet zu sein und betonte: „Der Bedarf ist immens. Und wenn man sieht, was bei den Umlandgemeinden in dieser Richtung passiert, müssen wir ja schon Angst haben, dass sie uns den Rang ablaufen.“ Auch für den Ausschussvorsitzenden Volker Ramge (CDU) war die Lage in Mehlby „sehr gut gewählt“ für ein Wohngebiet, da beispielsweise der trubelige Hafen weit weg sei.

Die Diskussion darüber, ob das geplante Areal als reines oder allgemeines Wohngebiet ausgewiesen werden solle, eröffnete Dirk Langenstein (LWG), als er daran erinnerte, dass das umliegende Gebiet als allgemeines Wohngebiet deklariert sei. Nach den Worten von Bauamtsmitarbeiterin Annette Kießig erlaubt ein allgemeines Wohngebiet gegenüber einem reinen mehr Spielraum, was die Nutzungsmöglichkeiten betrifft. Ausgeschlossen sei jedoch in jedem Fall die Nutzung als Ferienhäuser. Während sich Thomas Grohmann und Corinna Graunke (beide CDU) deutlich, Lars Braack (SPD) tendenziell für ein reines Wohngebiet aussprachen, plädierten Langenstein und Christian Andresen (SSW) für ein allgemeines. Und als Annette Kießig die Diskussion mit dem Einwurf beenden wollte, dass man jetzt ohnehin nur die Aufstellung des erforderlichen B-Plans beschließen solle, ohne sich bereits auf einen Typus Wohngebiet festlegen zu müssen, griff Volker Ramge den lebhaften Gesprächsbedarf auf, indem er ein „informelles Stimmungsbild“ abforderte. Ergebnis: Sechs Ausschussmitglieder hoben die Hand für ein reines, zwei für ein allgemeines Wohngebiet. Der Aufstellungsbeschluss für den B-Plan fiel danach einstimmig aus.

In der Stadtvertretung fand die Diskussion über reinen und allgemeinen Wohnraum über das Bauvorhaben in der Schulstraße zunächst ihre Fortsetzung. Das Projekt der Landgesellschaft Kiel begrüßte Langkowski ausdrücklich: „Damit kann man in Kappeln jungen Familien mit Kindern wieder eine Perspektive bieten.“ Zwecks besserer Finanzierungsmöglichkeiten plädierte Michael Arendt (LWG) dafür, auch Ferienwohnungen in dem Gebiet zu erlauben. Dagegen warnte CDU-Fraktionsvorsitzender Matthias Mau vor Preistreiberei. „Es ist vernünftig, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“, so Mau. Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker (CDU) erstickte jedoch die Debatte darüber im Keim. „Wir werden nicht über Einzelheiten diskutieren, die in der Beschlussvorlage nicht enthalten sind“, sagte die Bürgervorsteherin. Anschließend fassten die Stadtvertreter einstimmig den Aufstellungsbeschluss für den B-Plan Nr. 88 zur Erweiterung des Wohngebietes der Schulstraße in Mehlby.

Ebenfalls in der Schulstraße hat der Waldorfkindergarten sein Domizil. Auf städtischem Grund möchte der Kindergarten sich nun vergrößern und gibt als Anlass dafür die steigende Zahl von Kindern an. Rüdiger Lange, einer der Kindergarten-Leiter, sprach von einem zirka 160 Quadratmeter großen Anbau (Foto), der Platz für zwei weitere Krippengruppen, einen Ruheraum, einen Therapieraum sowie sanitäre Anlagen bieten soll. Bislang habe man die städtische Fläche zum Spielen genutzt, nicht aber zum Bebauen. Lange: „Wir bitten daher die Stadt, uns dieses Grundstück zur Verfügung zu stellen, um den Anbau umsetzen zu können.“ In Langes Augen besteht ein tatsächlicher Mehrbedarf an Platz, denn: „Der Zuzug von Familien ist ziemlich wahrscheinlich.“ Helmut Schulz (SPD) begrüßte als Sozialausschussvorsitzender die geplante Erweiterung und erinnerte daran, dass die Stadt „jetzt schon zu wenig Kindergartenplätze“ habe. Und nachdem Volker Ramge darauf aufmerksam gemacht hatte, dass das Grundstück eventuell dem Waldorfkindergarten übertragen werden müsse, votierte der Bauausschuss einstimmig dafür, den für den Anbau nötigen B-Plan aufzustellen. Die Kosten dafür trägt der Waldorfkindergarten. Die Stadtvertreter schlossen sich der Empfehlung des Bauausschusses einstimmig an. Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker sprach angesichts der Architektur des Anbaus von einem „sehr spannenden Baustil“.

 

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