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Schlei im Winter : Kappeln punktet mit Ruhe und Natur

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Schleistadt ist auch in den Wintermonaten bei Urlaubern beliebt – vorwiegend zur Entschleunigung.

Von Ostern bis Oktober hat die Schleistadt viel mehr Einwohner als im Winter – Kappeln ist im Sommer bei Touristen aus dem ganzen Bundesland beliebt. Hotels sind ausgebucht, und Vermieter von Zimmern, Ferienwohnungen und -häuser können sich über mangelnde Nachfrage nicht beklagen.

Aber was passiert in der Zeit davor und danach – in der dunklen Jahreszeit? „Kappeln ist jetzt natürlich viel ruhiger, aber im Frühjahr blühen wir dann wieder auf“, sagt Lara Zemite, Stadtmanagerin bei der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH. Aber es seien durchaus Angebote vorhanden – nur eben der geringeren Nachfrage angepasst. So wird zum Beispiel in den Räumen der Stadtbücherei schon jetzt im Februar Dänisch für Segler und Touristen angeboten, aber auch Schreibwerkstätten, Vorträge der Universitätsgesellschaft und der „Bücherwurm“, eine Vorlesestunde am Nachmittag. In der Koslowski-Halle treten in loser Folge wechselnde Künstler auf, Konzerte gibt es auch im Begegnungszentrum in Ellenberg. Das Kunsthaus Hänisch präsentiert immer neue Ausstellungen, das Kino „Capitol“ hat in der vergangenen Woche nach kurzer Pause wieder geöffnet, und in der St.-Nikolai-Kirche werden ebenfalls regelmäßig Konzerte gespielt. Auftritte in kleinem Kreis gibt es in der Töpferei Stock. „Auf Wunsch werden dort auch kleine Führungen angeboten“, berichtet Zemite.

Genauere Informationen können Gäste und Einheimische jederzeit unter www.wtk-kappeln.de unter „Veranstaltungen“ finden. Für Urlauber ohne Internetanschluss stehen Monitore, auf denen Informationen in Dauerschleife laufen, bei der Tourist-Info an der Mühle „Amanda“, im Rathaus, beim Hafenmeister sowie im Restaurant Cameo und in Geschäften in der Schmiedestraße und am Hafen zur Verfügung. So können Angebote jederzeit eingesehen werden.

Generell gewinne die Vor- und Nachsaison an Wichtigkeit, berichtet die Stadtmanagerin. Durch die Bauaktivitäten im Hafen von Olpenitz und größere Ferienwohnungs-Anbieter richte man sich zukünftig vermehrt auf Urlauber rund ums Jahr ein. „Eigentlich gibt es hier auch durchgehend Programm. Aber die Leute, die jetzt kommen, wollen auch nicht den ganz großen Trubel – sondern eher Entspannung.“

„In dieser Jahreszeit kann man hier wunderbar entschleunigen“, stimmt Helga Thurau vom Wirtschaftskreis Pro Kappeln zu. Zwar kann sie auch die Menschen verstehen, die in den kalten Monaten in die Sonne fliegen. „Aber wer das Warme nicht so liebt, findet in Kappeln schöne Natur.“ Außerdem könne man hier Hunde sehr gut mitnehmen. Wer ein Schwimmbad vermisst oder andere Angebote, wie Sauna und Fun-Center, findet das in ein paar Kilometern Entfernung zum Beispiel in Damp. „Wenn man in Ballungsgebieten wohnt, nimmt man die Fahrt über ein paar Kilometer bis zum nächsten Schwimmbad doch auch in Kauf“, sagt Thurau. Das sieht Ingwer Hansen vom Touristikverein Kappeln ähnlich. „In dieser Jahreszeit kommen vermehrt Paare her. Da steht die Entspannung im Vordergrund“, sagt Hansen. Und wem die Angebote in Kappeln nicht ausreichen, dem empfiehlt der Touristikfachmann Ausflüge in die Umgebung: „Es gibt schöne Museen in Schleswig und Flensburg“, sagt er. In Kappeln könne in der gemütlichen Innenstadt schön gebummelt und geshoppt werden – „ganz ruhig und ohne Stress“. Wie Thurau schwärmt auch Hansen von der Umgebung der Stadt, von Schlei und Ostsee. „Wer will, kann ausgedehnte Spaziergänge machen in einer intakten, gesunden und manchmal auch rauen Natur.“

Die Vermieter und Hotelbetreiber nutzen die Zeit unterschiedlich. Einige der Hotelbesitzer machen Urlaub, schließen für ein paar Wochen und tanken auf, bevor kurz vor Ostern der Startschuss für die nächste Saison fällt, andere locken mit günstigen Sonderaktionen.Und auch der eine oder andere Vermieter klinkt sich in den Wintermonaten komplett aus. „Vermietung nur von März bis November“, heißt es dann in der Broschüre des Touristikvereins. Vermieterin Dorothea Schlüter nimmt zwar das ganze Jahr über Gäste auf, sieht,wie viele der privaten Anbieter, die ruhigen Monate aber gelassen. Früher hat Schlüter Ferienwohnungen vermietet, jetzt hat sie nur noch ein Zimmer. „Das läuft so nebenher. Ich vermiete, wenn es passt“, sagt sie. Oft fragen Radfahrer an, ob sie eine Nacht oder zwei bleiben können. Viele ihrer Gäste sind Stammkunden und geben den Tipp an andere weiter. Extra werben in den Wintermonaten muss sie daher nicht. „Für mich ist die Vermietung eher nur noch ein Hobby“, berichtet sie.

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erstellt am 14.Feb.2017 | 06:45 Uhr

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