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rsh-Challenge in Kappeln : „Kappeln, ihr habt es allen gezeigt!“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Stadt meistert die Herausforderung des Radiosenders mit Bravour: 2500 Menschen kommen in maritimen Kostümen an den Hafen. Lohn: 2500 Euro für soziale Zwecke.

Um sieben Uhr morgens bekamen die Kappelner ihre Aufgabe, die zu bewältigen, für die sie viereinhalb Stunden Zeit hatten: Verkleidet als Piraten, Seeleute, Badenixen oder Meerjungfrauen sollten die Bürgerinnen und Bürger um 11.30 Uhr am Nordhafen zusammenkommen und gemeinsam – natürlich fehlerfrei – „Fischers Fritz“ aufsagen. Über das Radio und das Internet verbreitete sich die RSH-Challenge wie ein Lauffeuer. Denn natürlich traf es die Kappelner nicht unerwartet. Als dritte Stadt der RSH-Challenge waren alle bereit: Nicht nur die Kindergärten, auch die Klaus-Harms-Schule, die Gorch-Fock-Schule, die Gemeinschaftsschule Kappeln, das Berufsbildungszentrum und die Kappelner Werkstätten beteiligten sich an der Stadtaufgabe. Die notwendige Faschingsschminke für Narben, Bärte und violette Lippen stellte zudem die Rossmann-Filiale zur Verfügung. Denn am Ende winkte ein verlockender Preis, erklärte RSH-Pressesprecherin Katrin Haltermann: „Wir fördern ein soziales Projekt der Stadt mit 2500 Euro. Und die Leute sind alle so engagiert, es ist unglaublich.“

Um elf Uhr trifft Volker Mittmann beim RSH-Truck am Nordhafen ein. Angesichts der Menschenströme zeigt sich der Moderator der „Mach-Mittmann-Show“ (beinahe) sprachlos: „Schon jetzt sind so viele Leute hier. Das ist gigantisch. Und die Völkerwanderung hat gerade erst eingesetzt, da kommen immer mehr. Ich habe voll die Gänsehaut.“ Bürgermeister Heiko Traulsen ist stolz auf die Kappelner Bevölkerung: „Es ist ein tolles Gefühl, dass die Menschen hier so spontan sind und zusammenhalten. Wirklich alle Schulen und Kindergärten machen heute mit.“ Morgens sei er noch an der Klaus-Harms-Schule gewesen, erzählt Traulsen: „Es ist faszinierend zu sehen, wie 700 Kinder eifrig basteln, schnippeln und kleben für ein eigenes Kostüm“, beschreibt das Stadtoberhaupt – das übrigens selbst im Meerjungfrauengewand erschienen ist. „Ich wurde heute morgen gewaltsam in dieses Kostüm gesteckt. Die Damen von Ladyfit haben mich überfallen und gefesselt“, beteuert Traulsen seine Unschuld an der efeu-berankten Verkleidung.

Es ist 11.15 Uhr: Statt der erwarteten zwei- bis dreihundert Kappelner seien es nun schon etwa 1800, schätzt Heiko Traulsen beim Blick über die bunt kostümierten Piraten, Fische und Meerjungfrauen, die sich vor dem RSH-Truck aufgestellt haben. Rebecca Schwaß hat ihre Freundin Nadine Thoms und die vier Monate junge Kimberly Thoms aus Gundelsby spontan nach Kappeln eingeladen, um an der RSH-Challenge teilzunehmen. Mit einem Fischernetz, Schwanzflossen aus blauen Säcken und viel Glitzer sind die beiden Freundinnen vollwertige Meerjungfrauen, während die kleine Kimberly noch in der Ausbildung ist, wie das Schild auf ihrem Rücken verrät. „Es ist eine tolle Sache, hier dabei zu sein und den Zusammenhalt der Menschen mitzuerleben. Ich hätte nicht gedacht, dass es so viele werden“, sagt Nadine Thoms.

Um 11.50 Uhr platzt der Nordhafen dann fast aus allen Nähten. Über 2500 Menschen haben sich eingefunden, um gemeinsam die Stadtaufgabe zu bewältigen. Von Augenklappen und Haken-Händen über Kopftücher und Piratenfahnen, bis hin zu selbstgenähten Schwanzflossen haben die Kappelner einiges an Kostümierungen zu bieten. Volker Mittmann kann seine Begeisterung kaum verbergen: „Leute, ich liebe Kappeln, ich möchte euch alle heiraten. Was ihr in fünf Stunden auf die Beine gestellt habt, das ist großartig.“

Gemeinsam mit Bürgermeister Heiko Traulsen am Mikrofon sagten die Kappelner schließlich im Chor und natürlich fehlerfrei den Zungenbrecher „Fischers Fritz“ auf, so dass für Volker Mittmann nichts anderes zu sagen blieb, als: „Kappeln hat die RSH-Challenge gemeistert!“ Mit dem Geldpreis in Höhe von 2500 Euro unterstützt die Stadt die Tafel sowie die Jugendarbeit beim TSV.

Christian Andresen, zweiter stellvertretender Bürgervorsteher und Heringskönig, nutzte die Gelegenheit, um sich bei allen Teilnehmern zu bedanken: „Ich bin stolz auf meine Kappelner Gemeinschaft. Ich habe hier heute mehr Nixen gesehen, als auf dem Grund der Schlei.“

Mit etwa 90 kostümierten Anwesenden haben auch die Kappelner Werkstätten ihren Beitrag zur RSH-Challenge geleistet. „Es hat allen sehr viel Spaß gemacht und ist eine wunderbare Art der Inklusion“, stellte Karen Sabeti, Gruppenleiterin im Berufsbildungsbereich, fest. Schüler Peter Zühlke gibt ihr Recht: „Der Werkstattrat hat vorgeschlagen, dass wir teilnehmen könnten, da haben wir alles stehen und liegen gelassen.“ Vera Hahn ergänzt: „Wir waren zwar ein bisschen spät dran, aber es hat sehr viel Spaß gemacht!“

Nach fünf Stunden haben die Kappelner bewiesen, was sie können und die RSH-Challenge mit Kreativität und Einsatz gemeistert. Mit den Worten „Kappeln, ihr habt es allen gezeigt!“ verabschiedete sich Volker Mittmann.

 

 

 

 

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erstellt am 10.Sep.2015 | 08:15 Uhr

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