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App oder Website? : Kappeln erobert die virtuelle Welt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Arbeitskreis Marketing intensiviert die Planung für einen mobilen Internetauftritt.

Vielleicht lag es am schönen Wetter, dass die Teilnehmerzahl der Veranstaltung des Arbeitskreises Marketingpaket ziemlich überschaubar geblieben ist. Das Thema nämlich hätte mehr als die rund 20 Zuhörer verdient gehabt, die am Dienstagabend im Hotel „Stadt Kappeln“ zusammengekommen waren. Im Mittelpunkt standen erste, konkrete Gedanken zur Entwicklung einer eigenen Kappeln-App oder Kappeln-Website – eine Idee, die der Arbeitskreis bereits im März auf den Tisch gebracht hatte. Und nach gut zweieinhalb Stunden war man tatsächlich einen spürbaren Schritt weiter: Es hatte sich eine Handvoll Menschen gefunden, die die Angelegenheit verstärkt vorantreiben will, es wurde ein relativ fixer Fahrplan festgezurrt, und es war sogar abzusehen, dass in absehbarer Zeit so etwas wie ein Prototyp verfügbar sein soll.

Der Weg dahin allerdings entpuppte sich als langwierig, was offenbar der Komplexität des Themas geschuldet war. Am Anfang stand daher auch zunächst die Vorstellung des Projektes „Flensburg Shopping“, das sowohl als App als auch als Website existiert, und das den Anwesenden eine erste Orientierung bieten sollte. Beispielsweise mit Blick auf die Kosten – die nämlich bezifferte Marc Stuwe von der IHK Flensburg auf 80  000 Euro für das erste Jahr, eine Hälfte für Programmierung und Entwicklung, eine Hälfte für Pflege und Wartung. Der Nutzer findet auf der Seite unter anderem Angaben zu Shopping, Gastronomie und Parken, im Idealfall auf Deutsch, Dänisch und Englisch. Stuwe stellte auch gleich die erste Hürde vor: „Die jeweiligen Einträge müssen die Geschäfte selber vornehmen.“ Die Tendenz, diese Einträge regelmäßig zu aktualisieren, sei verhältnismäßig gering ausgeprägt. Für den guten Moderator des Abends, Stefan Wesemann von der IHK Schleswig, war daher klar: „Solch ein Projekt braucht einen Treiber.“

Dass der am Ende Max Triphaus heißen würde, stand zu diesem Zeitpunkt zwar noch nicht fest, gleichwohl nutzte der Geschäftsführer der Ostseefjord-Schlei GmbH (OFS) die Gelegenheit, um seine deutliche Präferenz für eine Website statt einer App zu betonen. „Eine App muss einen echten Mehrwert bieten“, sagte Triphaus, etwa die OFS-App, die 30 Wanderwege anzeigt und offline genutzt werden kann. Ansonsten sei es wichtiger, die Website so zu gestalten, dass das Design auf das jeweilige Endgerät reagieren kann. Zudem erläuterte Triphaus, dass die Website der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK), deren Geschäftsführung er zum 1. Juli übernimmt, bereits über große Datenmengen von Firmen verfüge. „Was da ist, müsste vielleicht nur neu sortiert werden“, sagte er. Carola Fichtner von der Arnisser Firma „Mobix“, die sich darauf spezialisiert hat, Apps für Unternehmen zu entwickeln, signalisierte derweil ihre Bereitschaft, einen Prototypen, also ein grobes Gerüst, „ehrenamtlich“ zu programmieren.

Mit Hilfe der Anwesenden machte sich Stefan Wesemann dann daran, Schlagworte wie Ziele (Orientierung, Service, mehr Kunden, sichtbare Angebotsvielfalt), Zielgruppe (Bürger, Gäste), Inhalte (Shopping, Gastronomie, Freizeit, Gesundheit, maritime Dienstleister) eines wie auch immer gearteten mobilen Kappeln-Auftritts zu erarbeiten. Max Triphaus erklärte indes, dass er sich als neuer WTK-Chef ohnehin um eine neue strategische Ausrichtung der Stadt bemühen wolle. „Welches Gesicht will Kappeln haben?“, fragte er und schlug vor, aus dieser noch offenen strategischen Planung weitere Inhalte für den mobilen Auftritt abzuleiten.

Spätestens in diesem Moment hatte sich Max Triphaus die Rolle des künftigen Projektleiters für App und/oder Website verdient. Die Anwesenden jedenfalls konnten sich den designierten WTK-Geschäftsführer offenbar gut in dieser Position vorstellen, Widerspruch kam jedenfalls keiner. Zur erweiterten Lenkungsgruppe, die sich diesem Thema nun verstärkt widmen will, gehören außerdem Lars Meyborg, Helga Thurau und Uwe Horns. Verstärkung wünschte man sich zudem aus der Stadtverwaltung. Steht das von Triphaus angekündigte Strategiepapier, soll der Startschuss zum eigentlichen Strukturprozess eines mobilen Internet-Auftritts folgen. Zeitdruck allerdings will man vermeiden. Und so fasste Max Triphaus am Ende zusammen: „Es ist ein Projekt von hoher Priorität, und die WTK wird das ab 1. Juli aktiv angehen.“ Und Kappeln rückt so ein bisschen weiter in die große virtuelle Welt hinein.

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erstellt am 02.Jun.2016 | 07:15 Uhr

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