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Schlei-Bote

15. Dezember 2017 | 08:07 Uhr

Maasholm : Kampf um den Geldautomaten

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Weil die SB-Filiale der Nospa geschlossen werden soll, sammelt Maasholm Unterschriften zum Erhalt – knapp 2000 sind schon zusammengekommen.

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2014 | 07:30 Uhr

Die Maasholmer Bürger – allen voran Bürgermeister Kay-Uwe Andresen und sein Stellvertreter Oskar Winter – sind sauer und machen aus ihrem Frust keinen Hehl. Sie werfen der Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa) Profitdenken vor und dass dafür Kundennähe und Kundenservice geopfert werden.

Bekanntlich will die Sparkasse etliche ihrer Selbstbedienungs-Filialen schließen. Auch Maasholm ist davon betroffen, und dagegen laufen die Bürger dort Sturm. Sie fühlen sich „abgehängt“ und befürchten Nachteile, vor allem für die älteren Einwohner, die nicht sehr mobil sind. Und in der Sommersaison würde auch eine unangenehme Situation für die vielen Urlauber und Tagesgäste entstehen, die den Ort jeden Tag aufsuchen. Das wollen die Maasholmer nicht widerspruchslos hinnehmen. Deshalb haben sie eine Unterschriftenaktion initiiert – mit großer Resonanz.

Bis jetzt haben sich 1912 Personen mit ihrer Unterschrift für den Erhalt der SB-Filiale im Mehrzweckgebäude am Uleweg – dort, wo auch die Touristinformation und die Feuerwehr ihr Domizil haben – eingesetzt. Allein 515 der knapp 700 Einwohner der Schleigemeinde haben sich in die Listen eingetragen. Hinzu kommen 1397 Auswärtige, darunter auch Bürger der Nachbargemeinden Hasselberg und Rabel. Vor allem Nutzer des Wohnmobilstellplatzes und des Seglerhafens mit seinen über 450 Liegeplätzen wollen nicht darauf verzichten, sich „gleich um die Ecke“ mit Bargeld versorgen zu können. Schließlich wollen sie ihre morgendlichen Brötchen bar bezahlen, desgleichen andere Anschaffungen. Und auch die Tagesgäste wollen nicht auf den ihnen vertrauten Geldautomaten verzichten – so haben sie es mit ihren Unterschriften bekundet.

Für den Bürgermeister und seinen Stellvertreter liegt es, wie sie sagen, auf der Hand, dass eine Schließung fatale Auswirkungen haben wird. Kay-Uwe Andresen: „Die Vorgehensweise der Nospa ist nicht zu akzeptieren.“ Beide hoffen, dass das Geldinstitut einlenkt, denn für Andresen und Winter gibt es kein Wenn und Aber: Eine Schließung sei für Maasholm die falsche Entscheidung. Und die werde sich nachteilig auswirken – auf das Leben in der Gemeinde und auch auf den Tourismus.

Bisher, so der Bürgermeister und sein Stellvertreter, haben sie sich als Kunden bei der örtlichen Sparkasse gut aufgehoben gefühlt. Damit das so bleibt, fordern sie den Erhalt des Geldautomaten in der Gemeinde. Und dieser Forderung schließen sich über die Unterschriften hinaus auch die örtlichen Gewerbebetriebe und die Yachthafen-Gemeinschaft an. Von dem eventuellen Einsatz eines mobilen Geldautomaten, dem sogenanten Zaster-Laster, hält Kay-Uwe Andresen gar nichts. „Es kann nicht sein, dass man in den Zentralen Geld bestellt und dann zwei Tage darauf warten muss“, sagt er. Auch das Angebot, nach telefonischer Bestellung einen Geldboten ins Haus zu schicken, sei inakzeptabel – ebenso wie die Idee, in Einzelhandelsgeschäften eCash-Terminals zu installieren. Andresen: „Die Maasholmer wollen den gewohnten Geldautomaten im Uleweg behalten.“

Das will auch Bürgerin Gisela Ewe, die mit ihrer EC-Karte die Tür zur SB-Filiale öffnet, um sich am Automaten Geld zu holen. „Ich habe“, erzählt sie, „extra ein Konto bei der Nord-Ostsee-Sparkasse eröffnet, weil es in Maasholm diesen Geldautomaten gibt“. Sollte sich das ändern, wisse sie noch nicht, ob sie dort auch Kundin bleibt.

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