zur Navigation springen
Schlei-Bote

24. Oktober 2017 | 13:38 Uhr

Denkmal : Kahnstellen schon wieder kaputt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Garantie der Sanierungsmaßnahmen von 2012 hinfällig, weil die damalige Baufirma jetzt insolvent ist. Chance auf schnelles Internet für die Gemeinde.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2014 | 07:15 Uhr

Sie prägen das Ortsbild in Maasholm: Die Kahnstellen. Seit 1991 stehen sie unter Denkmalschutz, doch zuletzt bereiteten sie der Gemeinde einiges Kopfzerbrechen. Erst In den Jahren 2011 und 2012 mit 50-prozentigem EU-Zuschuss für 580 000 Euro saniert, steht nun eine erneute Reparatur an. Da macht sich in der Gemeindevertretung Frust breit.

An den Kahnstellen nagt der durch den Westwind verursachte Wellenschlag der Schlei. Der führt zu Absackungen und Ausspülungen – Schäden, die jetzt zur Sperrung einiger Kahnstellen geführt haben, aus Sicherheitsgründen.

In der Gemeindevertretersitzung im März war die Rede davon, dass die Behebung der Schäden unter „Gewährleistung“ der bauausführenden Firma fallen, doch die ist inzwischen insolvent. Für die Gemeinde ist das mehr als bitter, denn deren Vertretung war in der März-Sitzung nicht bereit, sich an den Kosten für die Instandsetzung zu beteiligen. Kritik gab es von Gemeindevertreter Paul Schlier, der dem zuständigen Planungsbüro vorwarf, nicht dynamisch reagiert zu haben. Und er warf die Frage auf, was so eine Gewährleistungsbürgschaft überhaupt wert sei. „Wir waren gutgläubig“, gestand Bürgermeister Kay-Uwe Andresen ein und fügte hinzu: „Wir haben für viel Geld nicht das erhalten, was wir bestellt haben.“ Für ihn stehe, wie er sagte, fest, dass „wir die Dummen sind“. Nun müsse die Gemeinde sehen, wie sie aus dieser Nummer herauskomme, und da sehe er ziemlich schwarz.

Schwarz sieht der Bürgermeister auch für den Verbleib der Geldautomaten-Zweigstelle in der Gemeinde. Mit 1912 Unterschriften haben die Einwohner und Besucher von Maasholm gegen die beabsichtigte Schließung ihre Stimmen erhoben, doch, so Kay-Uwe Andresen: „Die Nospa schert sich nicht drum.“ Aus Sicht der Gemeinde erweise das Bankunternehmen mit einer Schließung Maasholm einen schlechten Dienst. Nachdem die Unterschriftenaktion bekannt geworden war, habe sich bei ihm, dem Bürgermeister, die Landtagsabgeordnete Heike Franzen gemeldet und ihre Bereitschaft bekundet, sich in diese für die Gemeinde missliche Situation einzubringen. Andresen: „Schaden kann’s nicht.“ Der Bürgermeister befürchtet, dass die beabsichtigte Schließung sich negativ auf die Einwohner und den Tourismus auswirken wird.

Erfreulicher hingegen war, was Andresen in Sachen Breitbandversorgung der Gemeinde zu vermelden hatte. Maasholm sei aus dem ins Stocken geratenen Kreiskonzept entlassen worden. Nun bestehe die Möglichkeit, vom Verteilerkasten Glasfaserkabel bis in den Ort hinein zu verlegen. Aufgrund der Insellage der Gemeinde störe das niemanden. Erforderlich seien, so der Bürgermeister, ein Interessenerkundungsverfahren und dann ein Ausschreibungsverfahren. Bevor es für Maasholm ein schnelles Internet gebe, werde, so Andresens Hochrechnung, allerdings noch ein Jahr ins Land gehen.

Vom Finanzausgleich des Landes erwartet der Bürgermeister für die Gemeinde ein Minus. Da werde man sehen müssen, wie man die Haushaltsenden künftig zusammen bringe. Auf der Vorhaben-Liste von Maasholm steht die Verbesserung des Ist-Zustandes der Schumacher-Brücke – sie soll behindertengerecht saniert werden. Da die Gemeinde das finanziell alleine nicht wuppen kann, sind bereits entsprechende Förderanträge gestellt worden.

Die offizielle Übertragung von gemeindlichen Selbstverwaltungsaufgaben auf das Amt Geltinger Bucht war im weiteren Verlauf der Sitzung reine Formsache.

Die Bilanz für den Eigenbetrieb „Gemeindehafen“ weist für 2013 einen Gewinn von rund 7300 Euro aus. Dieser, so der Beschluss, wird mit dem Verlustvortrag aus 2012 in Höhe von über 20 000 Euro verrechnet, wodurch sich dieser auf knapp 13 000 Euro verringert – als Vortrag für 2014. In diesem Zusammenhang verdeutlichte der Bürgermeister, dass ständig Investitionen im Yachthafen erforderlich seien. Immer, wenn man denke, man sei fertig, seien Nachbesserungen erforderlich. Das gehe ins Geld, aber diene der „weißen Industrie“, auf die die Gemeinde angewiesen sei.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen