Maasholm : Kahnstellen: Ein Fall fürs Gericht?

Teilweise unterspült und abgesackt: Die Kahnstellen sind wieder ein Sanierungsfall.
Teilweise unterspült und abgesackt: Die Kahnstellen sind wieder ein Sanierungsfall.

Bürgermeister: „Wir haben nicht erhalten, was wir bestellt und bezahlt haben“. Breitbandversorgung kommt voran.

shz.de von
02. Januar 2015, 08:45 Uhr

Schäden an den Kahnstellen, Schließung der Nospa-Automatenfiliale und Breitbandversorgung: Damit hatte die Gemeindevertretung auf der letzten Sitzung im alten Jahr drei „heiße“ Themen auf dem Beratungstisch, die Maasholmer Bürger in großer Zahl angelockt hatte. Geht es um die seit 1991 unter Denkmalschutz stehenden und ortsbildprägenden Kahnstellen – sie waren 2011 und 2012 mit einem finanziellen Aufwand von 580  000 Euro, die Hälfte trug die EU, saniert worden–, macht sich bei den Gemeindevertretern und auch den Bürgern Frust breit. Westwind und Wellenschlag der Schlei haben Absackungen und Ausspülungen verursacht – mit der Folge, dass einige Kahnstellen aus Sicherheitsgründen gesperrt werden mussten. Normalerweise fällt die Behebung der Schäden unter die Gewährleistungsverpflichtung der ausführenden Firma – doch die ist insolvent. Bürgermeister Kay-Uwe Andresen stellte fest, dass „wir schlecht bedient wurden, nicht das erhielten, was wir bestellt und bezahlt haben“.

Mittlerweile liegt ein von der Gemeinde in Auftrag gegebenes Gutachten vor. Dies gelte für eine der Kahnstellen und sei als Beweissicherung nicht aussagekräftig genug, erklärte der Bürgermeister, der inzwischen einen Rechtsanwalt eingeschaltet hat. Erforderlich seien weitere Expertisen durch einen Gutachter für Wasserbauwerke. Herbe Kritik übte in diesem Zusammenhang Gemeindevertreter Paul Schlier an dem Ingenieurbüro, das die Bauaufsicht bei der Kahnstellen-Sanierung ausgeübt hat. Ob die Angelegenheit vor Gericht geht, bleibt abzuwarten. Für Gemeindevertreter Oskar Winter steht fest, dass „wir etwas tun müssen, damit an den beschädigten Kahnstellen keiner zu Schaden kommt“.

Die Absicht der Nospa, in der Schleigemeinde die Automatenfiliale zu schließen, hat die politisch Verantwortlichen der Gemeinde und ihre Einwohner veranlasst, eine groß angelegte Unterschriftenaktion zu initiieren. Das Geldinstitut habe wirtschaftliche Gründe genannt – von Kundenfreundlichkeit keine Spur, so die Maasholmer Kritik. Der Bürgermeister erklärte, auch ein neuerliches Gespräch mit dem zuständigen Betriebsleiter habe nichts an den Plänen der Sparkasse geändert. Als „Trost“ für die Gemeinde habe dieser auf die Möglichkeit hingewiesen, dass man beim Kaufmann einen Automaten installieren könnte. Außerdem könne beantragt werden, dass der „Zaster-Laster“ zu Großveranstaltungen nach Maasholm komme, auch könnte der Geld-Bring-Dienst in Anspruch genommen werden. Das alles sei nicht akzeptabel und deshalb in höchstem Maße unerfreulich, so Andresen. Für ihn stehe fest, dass die Automatenfiliale geschlossen werde – wann, das bleibe abzuwarten.

Erfreulicher für die Gemeinde hingegen ist, was sich in Sachen Breitbandversorgung etwas tut. Nach den Worten von Hans-Jörg Greve und Bernd Rabe von dem die Gemeinde beratenden Büro, steht fest, dass der Ausbau für Maasholm laut Breitbandkompetenzzentrum als Sondermaßnahme förderungsfähig sei und das bedeute Glasfaser für jedes Haus. Mit der europaweiten Ausschreibung für eine Vollversorgung könne im Januar begonnen werden. Derzeit werde von 160  000 Euro Kosten ausgegangen, Fördermittel von 75 Prozent vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) lägen bereit. Die Verlegungs- und Anschlussarbeiten könnten bis Ende 2015 erledigt sein. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die Gemeinde 160  000 Euro im Haushalt 2015 bereitstellt, der aber noch verabschiedet werden muss. Die Gemeindevertreter bewilligten einmütig das erforderliche Geld.

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