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Streit im Ausschuss : Kabbelei wegen Spielplatz-Schließung

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Vier Spielätze stehen vor der Schließung. Hauptausschussmitglied Thorsten Schacht plädierte für den Erhalt der Anlage in der Todt’schen Koppel – allerdings blies ihm aus fast allen Fraktionen Gegenwind ins Gesicht.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 07:30 Uhr

Der Abbau einiger Kinderspielplätze in Kappeln stieß im Hauptausschuss teilweise auf Kritik. SPD-Stadtvertreter Thorsten Schacht meldete, dass er in der Todt’schen Koppel die Nachbarn gefragt hätte und eine Mehrheit dort den Spielplatz erhalten wolle. „Mehr als Dreiviertel der Befragten in der Todt’schen Koppel und in Neukappeln wollen nicht, dass der Spielplatz aufgelöst wird“, sagte Schacht in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. Dazu gebe es auch eine Liste mit 20 Unterschriften. Schacht räumte ein, dass in dem Gebiet früher mehr Kinder als heutzutage wären. Doch dass der Spielplatz nicht genutzt werde, dem widersprachen Schacht wie auch eine Anwohnerin. „Der Spielplatz wurde besucht, auch von Jugendlichen wegen der Tischtennisplatte. Und jetzt, da er abgebaut ist, wird er auch vermisst“, sagte die Anwohnerin.

Hintergrund der Diskussion ist der Beschluss des Sozialausschusses vom April, vier von 21 Spielplätzen in der Stadt aufzulösen, um die kostspielige Unterhaltung dieser kaum genutzten Plätze einzusparen. Diese Kinder- beziehungsweise Bolzspielplätze sollen nun verkauft werden, damit sie anschließend bebaut werden können. Doch laut Schacht dürfte der Spielplatz in der Todt’schen Koppel nicht zu den wenig besuchten Spielplätzen gehören und er fragte daher, ob die von der Stadt dort angestellte Untersuchung womöglich vormittags erfolgt sei, als die Kinder in der Schule waren.

Die übrigen Ausschussmitglieder waren nicht seiner Meinung. Volker Ramge (CDU) entgegnete: „21 Spielplätze sind sehr hoch für eine Stadt wie Kappeln.“ Zudem müsse die Stadt Einsparungen vornehmen. Und Richtung Schacht sagte Ramge: „Im Übrigen ist eine Unterschriftenliste kein Mittel der Stadtpolitik.“ In diese Richtung argumentierte auch Corinna Graunke (CDU): „Wir haben das damals im Sozialausschuss mit den Stimmen von CDU und SPD beschlossen, und nun soll das über eine Unterschriftenliste zurückgedreht werden ?“

Schacht antwortete, dass ihm das damals nicht bewusst gewesen sei und die Anwohner nichts von der Behandlung des Themas im Sozialausschuss gewusst hätten. Das ließ Graunke nicht gelten: „Das war eine öffentliche Sitzung.“ Und auch Hauptausschussvorsitzender Matthias Mau (CDU) verwies auf Tagungen des Bau- wie auch des Sozialausschusses sowie auf eine Sitzung zur Beteiligung der Öffentlichkeit.

Axel Langkowski (CDU) stellte klar, dass er die Unterschriftenliste nicht unterschrieben hätte. „Ich habe dort keine Kinder gesehen. Und über 21 Spielplätze zu unterhalten, ist für Kappeln nicht tragbar.“ Auch Christian Andresen (SSW) hat dort kaum Kinder angetroffen, wie er betonte. Allein von Norbert Dick (Bündnis 90/Grüne) kam Unterstützung. „Ich halte es für eine kurzfristige Entscheidung, jedes Grundstück zu verscherbeln, um den Haushalt zu konsolidieren.“ Dem widersprach Mau. Wenn die Gelegenheit da sei, solle man auch Grundstücke verkaufen, damit sie bebaut werden könnten und die Stadt Neubürger bekäme. SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Moll brach eine Lanze für seinen Parteigenossen. „Ich werde für den Verkauf stimmen, aber dass Thorsten Schacht als Stadtvertreter auch für die Interessen seiner Anwohner eintritt, das finde ich in Ordnung.“ Am Ende stimmten bis auf Schacht und Dick alle Hauptausschussmitglieder für die Umnutzung der Kinderspielplätze. Gestern stand das Thema auch auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Ein Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

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