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Arbeitsmarkt im August : Jugendarbeitslosigkeit steigt an

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Agentur spricht von saisonbedingten Erscheinungen. Insgesamt veränderte sich die Quote im Bezirk Flensburg nicht. Ausbildungssituation hat sich verschlechtert.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2014 | 10:45 Uhr

Die Zahl der Arbeitslosen im nördlichen Schleswig-Holstein bleibt niedrig, ist aber gegenüber dem Vormonat minimal um 0,2 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Flensburg bleibt unverändert bei 7,4 Prozent. Insgesamt waren dort im August 17 793 Menschen arbeitslos gemeldet.

Verantwortlich für den leichten Anstieg der Zahlen ist die negative Entwicklung bei den bis zu 25-Jährigen. In dieser Altersgruppe nahm die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat um 2,0 und gegenüber dem Vorjahr sogar um 13,3 Prozent zu, während sie in den anderen Altersgruppen eher rückläufig ausfiel. Heike Döpke, Leiterin der Flensburger Agentur für Arbeit, kam denn auch zu dem Schluss: „Der Anstieg ist jahreszeitlich bedingt und größtenteils auf das Ende der Schulzeit und der Ausbildungszeit zurückzuführen.“

So schließt sich für etliche Abgänger nach ihrer Schulzeit die Arbeitslosigkeit an. Dafür spricht, dass innerhalb der unter 25-Jährigen die Gruppe der unter 20-Jährigen besonders hohe Steigerungen bei der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen hat. So nahm die Arbeitslosigkeit bei den unter 20-Jährigen im Vergleich zum Vormonat um 13,7 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 7,9 Prozent zu.

In der Mehrzahl sind es aber keineswegs Urlaubswünsche, die einer Ausbildung im Anschluss an die Schule im Weg stehen. Vielmehr hat sich die Ausbildungssituation gegenüber den beiden vergangenen Jahren deutlich verschlechtert (wir berichteten). Gab es 2012 noch mehr gemeldete Ausbildungsstellen als Bewerber, so kommen in diesem Jahr bislang 3734 Bewerber auf 3106 Ausbildungsstellen. Ende August waren 863 Bewerber noch unversorgt. Im Vergleich zum August 2013 gab es mehr unversorgte Bewerber für Berufsausbildungsstellen (+45,8 Prozent), und auch die Zahl der unbesetzten Berufsausbildungsstellen war größer (+19,8 Prozent). Auch in der Kappelner Geschäftsstelle ist die Nachfrage größer als Angebot. Hier kommen 228 gemeldete Bewerber auf 188 Ausbildungsstellen. 35 Lehrstellen konnten in der Region nicht besetzt werden, während 70 Bewerber keinen Ausbildungsplatz fanden.

Heike Döpke appelliert an alle Jugendlichen, die bislang keine Ausbildungsstelle gefunden haben, sich direkt mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit in Verbindung zu setzen. „Wer flexibel und bereit ist, sich auch mit Alternativen zum Wunschberuf auseinanderzusetzen, hat immer noch gute Karten.“ Doch auch die Arbeitgeber sollten vermeintlich schwächeren Bewerbern eine Chance geben. Einstiegshilfen gebe es in Form von ausbildungsbegleitenden Hilfen oder Einstiegsqualifizierungen. Dort lernen die Jugendlichen in einem Langzeitpraktikum den Betrieb besser kennen. „In vielen Fällen ebnet dies den Weg für die Übernahme in eine reguläre Ausbildung“, erläutert Agenturleiterin Döpke.

Im Gegensatz zur Gesamtentwicklung des Agenturbezirks weist die Kappelner Geschäftsstelle für August eine Abnahme der Arbeitslosigkeit auf. Insgesamt waren in diesem Monat 1239 Arbeitslose in der Region Kappeln gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ging der Wert damit um 0,8 Prozent zurück und gegenüber dem Vorjahr gab es einen Rückgang von 1,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr hat Kappeln damit prozentual die zweitstärkste Abnahme bei der Arbeitslosigkeit innerhalb dieses Zeitraumes vorzuweisen. Nur die Geschäftsstelle in Tönning schnitt besser ab. Mit einer Arbeitslosenquote von 8,7 Prozent behält Kappeln aber die rote Laterne im Ranking aller Agenturfillialen.

Auffällig ist, dass Kappeln auch bei den unter 25-Jährigen deutlich besser abschneidet als der durchschnittliche Agenturbezirk. In Kappeln betrug der Zuwachs der Arbeitslosigkeit in dieser zahlenmäßig eher kleinen Altersgruppe im August 0,6 Prozent gegenüber dem Juli und 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im Kreis Schleswig-Flensburg, der neben dem Kreis Nordfriesland und der Stadt Flensburg zum Agenturbezirk gehört, stieg die Zahl der Arbeitslosen um 1,1 Prozent auf 7551. Im Vorjahresvergleich ist dies ein Rückgang um 0,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 7,4 Prozent.

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