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Schlei-Bote

23. August 2017 | 04:44 Uhr

Jugend-Theater geht neue Wege

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Cornelia Walter gründet auf dem Scheersberg das „Schau-Spiel-Studio 14 plus“

Die Theaterarbeit auf dem Scheersberg geht neue Wege: In abgedunkelten Räumen tasten sich eine Mädchen- und eine Jungengruppe mit verbundenen Augen voran. Sie erkunden die Fläche, geben sich Ratschläge, greifen nach umherliegenden Requisiten und beginnen, einen bühnenartigen Spiel-Platz zu schaffen. Erst, als die professionelle Theaterregisseurin Cornelia Walter aus Dortmund das Licht einschaltet, können die Jugendlichen mit eigenen Augen betrachten, was sie zuvor installiert haben. Dem Geschehen liegt ein besonderes Konzept zu Grunde: Zum Training der Nachwuchsdarsteller gehören der Einsatz aller Sinne, bewusste Wahrnehmung, Konzentration und die Erfahrung, dass die räumliche Dimension bei Inszenierungen eine bedeutsame Rolle spielt.

Im Jugendhof ist am Wochenende der Startschuss für ein neues Theater-Projekt gefallen. Unter dem Namen „Schau-Spiel-Studio 14 plus“ findet nicht nur eine Grundausbildung von talentierten und spielbegeisterten Jugendlichen ab 14 Jahren statt, sondern zugleich die einjährige Arbeit an einer Collage, die sich um das ausgewählte Thema in einzelnen Versatzstücken ranken wird. Nach den Worten von Jugendhof-Direktor Hartmut Piekatz haben die Scheersberger Bildungsstätte und die Landesarbeitsgemeinschaft „Spiel in Schleswig-Holstein“ großes Interesse daran, der auf hohem Niveau stehenden Theaterarbeit zu einer neuen Blüte zu verhelfen. „Durch den frühen Tod der Regisseurin und Theaterpädagogin Gunda Walter, der Schwester von Cornelia Walter, war eine große Lücke entstanden, und diese ist nun geschlossen worden“, erläutert Piekatz. Allerdings: Ein anderer Stil und eine andere Handschrift der alleinverantwortlichen neuen Studio-Leiterin sei erkennbar.

Cornelia Walter, die zum Auftakt ihrer Arbeit ein symbolisches Lagerfeuer entzünden und Wunschzettel der jungen Akteure in Flammen aufgehen ließ, möchte die Kreativität jedes Mitwirkenden in den Handlungsablauf und die theatralische Umsetzung einbeziehen. „Unverzichtbar ist, dass die Figuren glaubwürdig auf die Bühne gebracht werden“, betont sie. Die jungen Darsteller müssten „ihre Seele mit ins Spiel bringen“, um in ihren Rollen zu überzeugen. In acht Etappen – bis Mitte Mai 2014 – soll das Werk gelingen.

David-Josua Meißner ist mit 23 Jahren das älteste von elf Gruppenmitgliedern. „Meine Mathelehrerin hat mir nahe gelegt, Theater auf dem Scheersberg zu spielen“, sagt der Flensburger, der demnächst auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur schaffen möchte. Wie alle anderen Jugendlichen ist Meißner von der behutsamen Art, wie Walter die Theaterarbeit angeht, „nicht irritiert, sondern begeistert“.

> Für das Schau-Spiel-Studio zum nächsten Treff am Freitag, 25. Oktober, können sich Interessenten noch unter www.lag-spiel-sh.de anmelden.

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erstellt am 26.Sep.2013 | 00:31 Uhr

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