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Rückzug : Judith Sievers hängt Leistungssport an den Nagel

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Kappelner Ausnahmeathletin erklärte auf der Meisterfeier der Rudervereinigung das Ende ihrer Karriere. Seit zwei Jahren plagen sie Probleme mit ihrem Rücken.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2013 | 19:39 Uhr

Die jährliche Meisterfeier der Rudervereinigung (RV) im TSV Kappeln ist eigentlich ein fröhlicher Anlass. Doch dieses Mal gab es erstmals Tränen bei der Meisterfeier, als die bislang erfolgreichste Kappelner Ruderin Judith Sievers aus dem Leistungssport verabschiedet wurde. Sievers hört aus Gesundheitsgründen mit dem Rudern auf.

Judith Sievers hat in ihrer gut zehnjährigen Ruderkarriere alles erreicht, was möglich war. Sie wurde Landes-, Europa- und Weltmeisterin im Einer der Altersgruppe U 19. Und sie gewann für Deutschland die erste Goldmedaille bei den Olympischen Jugendspielen in Singapur (2011) überhaupt. Auch auf dem Ergometer hat sie alle Titel geholt. Doch seit zwei Jahren plagen sie Rückenprobleme. Und genau so lange überlegt sie, mit dem Leistungsrudern aufzuhören. Diesen Schritt hat sie jetzt vollzogen. Judith Sievers scheidet deshalb auch aus der Sportkompanie der Bundeswehr in Berlin aus. Sie wird aber in Berlin bleiben, um ihr Studium der Sozialwissenschaften fortzuführen.

Ein sichtlich gerührter Trainer Michael Schürmann dankte der jungen Sportlerin und wünschte ihr für die Zukunft alles Gute. Judith Sievers versuchte, sich ebenfalls zu bedanken. Aber ihre Tränen erstickten jeden Versuch. Anschließend bekannte Schürmann freimütig, dass er die Situation erwartet und deshalb diesen Punkt vorgezogen hatte.

Es gab aber auch erfreuliche Momente bei dieser Siegesfeier. So konnte der Verein erneut auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. „Wenn auch nicht jedes Jahr ein Jahr der Superlative sein kann“, erklärte der Vorsitzende Michael Schürmann, „so hat die Rudervereinigung auch 2013 wieder viel erreicht“. Es gab Erfolge bei Landes-, nationalen und internationalen Wettbewerben. Dabei siegten die Ruderathleten aus Kappeln 84 Mal. Sie errangen neun Landesmeisterschaften auf dem Wasser und sechs auf dem Ergometer. Eine Sportlerin ist Mitglied der Nationalmannschaft. Der Verein hat 2013 eine Vize-Europameisterin, eine WM-Dritte auf dem Ergometer, je eine EM-Dritte und -Zweite auf dem Ergometer, sowie zwei Bonze- und eine Silbermedaillengewinnerin bei Deutschen Meisterschaften auf dem Ergometer in seinen Reihen. Michael Schürmann bedankte sich bei allen, die zum Erfolg beigetragen hatten.

Wie sehr die Ehrengäste die in der RV geleistete Arbeit schätzen, wurde bei den Grußworten deutlich. Bürgermeister Heiko Traulsen sprach von einer „tollen Leistung“, die die RV zum „Aushängeschild der Stadt“ gemacht hat. Er hoffe, dass es so weitergeht. Auch Dagmar Ungethüm-Ancker als TSV-Vorsitzende betonte, dass sich in der RV in den 15 Jahren, in denen sie Vorsitzende des TSV ist, viel getan habe. Insbesondere das Klima in der RV sei bewundernswert. „Alle sind mit Liebe dabei und auch noch sehr erfolgreich.“ Und Dieter Wattenberg als Vertreter der Seglergemeinschaft, die die Brücke am Bootshaus in Grauhöft mit nutzt, dankte für die gute Zusammenarbeit und wünschte sich, dass es so bleibt.

Danach hatte Michael Schürmann rund zwei Stunden zu tun, um alle Helfer und die erfolgreichen Rudersportler zu würdigen. Geehrt wurden die trainingsfleißigsten Ruderer und alle Teilnehmer ab Landesmeisterschaften. Neben den Sportlern wurden zusätzlich auch den Übungsleitern Kirsten Schleiwies, Lothar Schilder und Pia Mohr für ihren Einsatz mit einem Bild gedankt. Anschließend durfte im Sportheim kräftig gefeiert werden.

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