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Hochwasserschutz in Gelting : Jetzt geht es an den Grundstückskauf

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Überschwemmungsschutz in Gelting: Landesbetrieb plädiert für Polder-Lösung. Landeigentümer gesprächsbereit.

„Rückhalt statt Durchlauf“ - so lautet die Devise des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz in Husum. Behörden-Vertreter Kai-Uwe Metzner stellte anlässlich der jüngsten Informationsveranstaltung des Wasser- und Bodenverbandes Gelting-Stenderuper Au im Kneippkurort klar: „Wenn der geplante Polder gebaut ist, verfügt Gelting über den besten Binnenhochwasserschutz im nördlichsten Bundesland.“ Gleichzeitig bekräftigte Metzner die Zusage der Landesbehörde, die Planungs- und Baukosten zum Polder mit 70 Prozent zu fördern – maximal mit einer halben Million Euro.

Diese Summe stehe auch im kommenden Jahr zur Auszahlung bereit, sofern die bislang veranschlagten Kosten „nicht noch in den Himmel wachsen“. Mitfinanzierer sind die Gemeinde Gelting mit 300  000 Euro und der Verband als Bauträger mit 210  000 Euro bei diesem „Millionending“. Hauptsächlich zur Kasse gebeten werden von Verbandsseite rund 80 so genannte „Vorteilsnehmer“ im unmittelbaren Gefahrengebiet. Dort liegen die Grundstücke bei einer Höhengrenze von 2,85 Meter unter Normal Null.

Aus dem Kreis der Betroffenen richtete sich eine Hauptfrage an den mit der Planung befassten Elmshorner Ingenieur Stefan Reese: „Hätte ein solcher Polder die große Überschwemmung vom September 2011 verhindern können?“ Seine Antwort: „Eindeutig ja!“

In aller Ausführlichkeit erläuterte der Experte den Stand der Grundlagen-Ermittlung und Vorplanung für die Polderlösung. Eine Gesamtfläche von 17 Hektar soll demnach mit einem Wall umschlossen werden und am Auslauf ein Regulierungsbauwerk (3,09 Meter über NN) samt Entlastungsschwelle (Wand) aus Betonpflaster erhalten. Von dort aus werden später die aufgefangenen Wassermassen dosiert in das Rohrsystem ab der B  199 und anschließend weiter in die Gräben in Richtung Grahlenstein geleitet. Die Geltinger Au muss außerhalb des Polders zudem das Oberflächenwasser aus der Ortslage aufnehmen.

Wer im Kreis der Bürger gehofft hatte, dass nun die Verwirklichung des Polder-Projekts im Eiltempo vorangetrieben werde, wurde enttäuscht. Reeses Angaben zufolge steht in den nächsten Schritten die Feinabstimmung in einer Entwurfsplanung auf der Agenda. Es gelte, Belange des Naturschutzes zu untersuchen, wozu auch die Bereitstellung von Ausgleichsflächen erforderlich werde. Ehe das Genehmigungsverfahren in Gang gesetzt werden könne, müsse das Problem des Landerwerbs angepackt werden.

Verbandsvorsitzender Asmus Martensen aus Rabenholz wies den Vorwurf von Bürgen energisch zurück, der Verband sei bislang in Sachen Grundstücksverhandlungen untätig gewesen: Man habe doch nicht mit Landeigentümern verhandeln können, ohne zu wissen, ob die Polderlösung überhaupt realisiert werde. Als Siegfried Baron von Hobe-Gelting, Hauptansprechpartner in Sachen Landverkauf, von Martensen gebeten wurde, ein Statement abzugeben, sagte dieser: „Solche Verhandlungen werden nicht öffentlich geführt, aber ich bin gesprächsbereit.“

Geltings ehemaliger Gemeindevertreter Dr. Peter Lüsebrink monierte, dass die Kostenanteile für die Polderlösung nicht gleichmäßig auf die 700 Verbandsmitglieder umgelegt würden. Unklar bleibt weiterhin, wie sich der neuerdings mit Poldergegnern besetzte Verbandsausschuss verhalten wird. Asmus Martensen malte den Teufel an die Wand: „Wenn die Mehrheit des Ausschusses die Polderlösung noch kippen sollte, dann fangen wir alle wieder bei Null an.“

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