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Konzert in der Koslowskihalle : Jedes Stück ein Hochgenuss

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Thomas Haloschan und Band begeisterten das Publikum als Interpreten des kanadischen Singer-Songwriters Leonard Cohen.

Einen Abend mit traumhaft schöner Musik erlebten die zahlreichen Besucher der Koslowski-Halle beim Auftritt des Hamburger Gitarristen und Sängers Thomas Haloschan und seiner Band. Die Gruppe präsentierte das Programm „I´m your man“, mit dem sie seit 2012 auftritt. Und es war nicht nur ein musikalischer Abend der Spitzenklasse, es wurde auch lyrisch. Denn Thomas Haloschan stellte nicht nur Songs des am 21. September 1934 in Montreal/Kanada geborenen Singer-Songwriters Leonard Cohen als Solist sowie gemeinsam mit der Sängerin Ashley Adair und seiner Band vor. Nein, er las in den Musikpausen nach jeweils zwei Stücken passende Passagen aus Cohens autobiografischen Roman „Das Lieblingsspiel“ vor.

Leonard Cohen hatte vor seiner musikalischen Karriere in den 60-er Jahren bereits als Schriftsteller von sich reden gemacht. Heute ist Cohen 81 Jahre alt und immer noch aktiv. Seinen größten Bekanntheitsgrad hatte er während der Zeit der Flower-Power-Bewegung. Dies zeigt sich in seiner Musik, mit der er 1967 begann, nachdem er von langen Reisen wieder nach Amerika zurückgekehrt war.

Die Band gewann bei ihrem ersten Auftritt eine eigne Fan-Gemeinde

Thomas Haloschan ist seit seinem 14. Lebensjahr begeisterter Cohen-Fan. Vor drei Jahren kam dem Finanzplaner die Idee zu dem Programm aus Prosa und Musik, das die Besucher perfekt arrangiert und präsentiert jetzt in Kappeln erleben konnten, – rhythmisch anregend. Kein Wunder, dass Finger und Füße zuckten, Körper sich im Takt der Musik bewegten. Und es war zu erkennen, dass die Band sich gleich mit ihrem ersten Kappeln-Auftritt eine eigene Fan-Gemeinde geschaffen hat. Jetzt hoffen alle, dass Thomas Haloschan und sein Ensemble bald wieder in Kappeln auftreten.

Zuvor hatten Bandleader Thomas Haloschan (Gitarre/Gesang) mit Sängerin Ashley Adair, der Realschullehrer Bernd Unstaedt (Mandoline/Geige/Banjo) und die beiden Profimusiker Volker Linde (Gitarre) und Chris Drave (Geige) die Besucher in zwei gut einstündigen Sets uneingeschränkt begeistert. Viele Solopartien von Thomas Haloschan mit seiner whisky-rauen Stimme, aber auch die gemeinsam mit der deutsch-irischen Sängerin Ashley Adair – eigentlich Rock-Sängerin – mit einfühlsamer Musicalstimme interpretierten Songs wirkten stimmig, einfach schön. Da die musikalische Begleitung passte, schafften sie überzeugend, die typische „Cohen-Stimmung“ der Songs aus den Jahren 1967 bis 2001 zu transportieren. Viele Besucher waren der Ansicht, dass sie Besseres in Kappeln noch nicht gehört hätten.

Gestartet wurde mit „Bird on the wire“. Als danach „Lover, lover,… come back to me“ aus dem Jahr 1974 rhythmisch-einfühlsam vorgetragen folgte, hatte die Band gewonnen und ihr Publikum gepackt. Nach „A thousand kisses deep“, „Seems so long ago Nancy“, „Anthem“, „Park“, „Suzanne“ aus dem Debüt-Album, „First we take Manhattan“, „Tower of Song“, „Take this waltz“ und am Ende des ersten Sets „The gypsy`s wife“ folgte eine Pause.

Danach ging es im gleichen Stil weiter mit „Dance me to the end of love“(1984), „Chelsea Hotel“ (1974), „Famous blue raincoat“ (1970),“The future“ (1992) und „In my secret life“ (2001).

Weitere Highlights im zweiten Teil kamen dann noch mit „So long Marianne“ (1967) und – das wurde mit Beifall aufgenommen – am Schluss „Hallelujah“ (1984). Jedes Stück ein Hochgenuss für die Cohen-Gemeinde, aber auch für die neuen Fans. Und genau deshalb wollten sie mehr, forderten Zugabe und erhielten sie auch mit den sechs Stücken „I´m your man“, „Passing through“, „Alexandra Leaving“, „The window“, „The guests“ und „Sisters of merci“. Nur bewegte sich diese Musik ein wenig weg vom Flower-Power-Hintergrund in Richtung Country-Sound.  

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